Theater Buochs erklärt den Heidi-Grosserfolg: «Es ist eine Geschichte von hier»

Grosse Freude bei der Theatergesellschaft Buochs: «Eyses Heidi» brachte 10'000 Besucher in 33 Aufführungen.

Marion Wannemacher
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Heidi (Julia Hess) erklärt Grossvater «Äimiäsler» (Fredy Bernasconi), er solle mal wieder mit dem Herrgott reden.

Heidi (Julia Hess) erklärt Grossvater «Äimiäsler» (Fredy Bernasconi), er solle mal wieder mit dem Herrgott reden.

Bild: PD

«Wir haben immer noch Nachfragen nach Tickets, könnten vermutlich noch drei bis fünf Vorstellungen geben und wären immer noch ausgebucht», schätzt Kuno Scheuber, Vorstandsmitglied der Theatergesellschaft Buochs. Doch am Sonntag ist definitiv Dernière.

Die Produktion «Eyses Heidi» bescherte der Theatergesellschaft einen Besucherrekord. 10'000 Besucher wollten die Geschichte um das Schweizer Naturkind, das im grossstädtischen Frankfurt vor Heimweh krank wird, sehen. Darunter auch viele Theaterleute aus verschiedenen Schweizer Regionen. Alle 33 Aufführungen waren komplett ausgelastet. Einen ähnlichen Erfolg hatte die Theatergesellschaft 1998, damals mit dem Stück «Der Wildhüter von Beggeried».

Kinder verzauberten durch ihre Unbeschwertheit

Immer wieder werde gefragt, ob mit einem derartigen Erfolg zu rechnen war. «Es ist eine Geschichte, die man kennt, das kann positiv herauskommen, birgt aber auch Gefahren», erklärt Scheuber. Es gebe verschiedene Gründe für den bahnbrechenden Erfolg: «Es ist eine Geschichte von hier, sie geht den Leuten ans Herz.» Er habe sogar vernommen, dass einzelne Zuschauer in ihrer Familie Angehörige mit einem ähnlichen Schicksal hätten.

«Es gab schöne berührende Szenen, man kann lachen und weinen, aber am Schluss geht man mit einem guten Gefühl heim.» Denn Heidis Geschichte endet bekanntlich glücklich. «Viele Zuschauer wollen ausserdem keine schwere Kost, sie wollen einen schönen Abend verbringen», ist sich Kuno Scheuber bewusst. «Eyses Heidi» sei keine Kindergeschichte, sie sei für Jung und Alt. So kamen entsprechend viele Familien in die Vorstellungen.

«Natürlich haben die Kinder alle Zuschauer mit ihrer Unbeschwertheit verzaubert», betont Scheuber. In zwei Gruppen mit je sieben Kindern wechselten sich die Besetzungen ab. «Kinder nehmen spielerisch auf und hinterfragen nicht. Sie waren unglaublich professionell auf der Bühne», ist die Erfahrung des Theatermanns.

Rein wirtschaftlich gesehen bedeutet der Erfolg für den Verein gutes Polster. Das brauche es auch: «Als Verein mit eigenem Theaterhaus müssen wir uns selber finanzieren, und das ohne Gastroangebot. Wir brauchen 21 ausverkaufte Aufführungen, bis wir die Produktionskosten ausgleichen können.»

Sieben Wochen lang haben die Laienspieler auf der Bühne alles gegeben neben Beruf oder Schule. Auf die Derniere freuen sich nun alle. Danach wird an einem Bankett zünftig bis in den Morgen gefeiert. Die neue Produktion für 2021 ist bereits aufgegleist: Die Theatergesellschaft Buochs hat sich für eine Komödie entschieden. Gespielt wird «Monsieur Claude und seine Töchter» in einer eigenen Dialektfassung.

Eva Mann führt 2021 wieder die Regie

Eva Mann, die Regisseurin von «Heidi», «Die Schweizermacher», «Kaländer Girls» hat sich bewährt. Sie wird dann zum sechsten Mal Regie führen. «Wir wollten etwas Unterhaltendes, ein neuzeitliches Stück», begründet Kuno Scheuber die Wahl des Stücks.