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Es kommen immer weniger Asylbewerber nach Nidwalden und Obwalden

2018 wurden dem Kanton Nidwalden ganze zwei Drittel weniger Asylsuchende zugeteilt als vor vier Jahren. Dies könnte nun zur Streichung von Stellen führen. Obwalden bereitet sich auf die Zeit nach der Schliessung des Bundesasylzentrums vor.
Franziska Herger
Ein Asylsuchender im Zentrum auf dem Glaubenberg. (Bild: Dominik Wunderli, 1.Oktober 2016)

Ein Asylsuchender im Zentrum auf dem Glaubenberg. (Bild: Dominik Wunderli, 1.Oktober 2016)

«Leere Betten in Luzerner Asylzentren» titelte unsere Zeitung vor kurzem. Die Zahl der Asylsuchenden sei rückläufig. Dies gilt auch für Ob- und Nidwalden, wie Recherchen unserer Zeitung ergaben. Kamen 2015 187 Asylbewerber neu in den Kanton Nidwalden, waren es 2018 noch 55, wie das Amt für Asyl und Flüchtlinge auf Anfrage mitteilt.

Die beiden Kollektivunterkünfte im Rotzloch in Stansstad mit 60 Betten und an der Ennetmooserstrasse in Stans mit 80 Betten waren 2018 noch zu 80 Prozent ausgelastet. Zu Spitzenzeiten 2016 war jeder Platz belegt. Stehen, wie in Luzern, Schliessungen an? «Zum jetzigen Zeitpunkt ist keine Schliessung eines Asylzentrums geplant. Ein allfälliger Stellenabbau wird geprüft», schreibt Gesundheits- und Sozialdirektorin Michèle Blöchliger auf Anfrage. Roger Dallago, Leiter des Amts für Asyl und Flüchtlinge, ergänzt: «Wir wissen nicht, wie stark die Zahl der uns zugeteilten Asylsuchenden aufgrund der am 1. März in Kraft tretenden Neustrukturierung im Asylwesen sinken wird. Konkreter kann man daher zum jetzigen Zeitpunkt nicht werden.» Momentan erledige das Amt für Asyl und Flüchtlinge seinen Auftrag mit 17 Stellen.

Neu sollen den Kantonen nur noch solche Personen zugeteilt werden, deren Gesuche weitere Abklärungen benötigen. 75 Prozent der Gesuche sollen bereits während der Zeit in den regionalen Bundesasylzentren entschieden werden. «Das Staatssekretariat für Migration empfiehlt jedoch den Kantonen, nicht zu viele Plätze aufzulösen, damit auf schwankende Asylzahlen reagiert werden kann», schreibt Michèle Blöchliger. Für Nidwalden rechne man mit einem nötigen Puffer von 20 Plätzen.

Die Zahl vorläufig Aufgenommener steigt

Neben den Asylsuchenden leben auch Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene im Kanton. 2018 waren es insgesamt 394 (2017: 429). Während die Zahl der Asylsuchenden sinkt, nimmt diejenige der vorläufig Aufgenommenen stetig zu (141 im Jahr 2018 gegenüber 117 im Vorjahr). Wie die Flüchtlinge bleiben sie im Kanton. Dieser hat 45 Wohnungen und 18 Studios gemietet. Sollten Wohnungen durch sinkende Zahlen frei werden, «werden diese grundsätzlich nicht mehr gemietet», heisst es vom Kanton.

In Obwalden wird noch bis 2022 das Bundesasylzentrum Glaubenberg (BAZ) betrieben. Da dem Kanton aufgrund des BAZ keine Asylsuchenden zugewiesen werden, ist die Zahl der in Obwalden wohnenden Asylbewerber, vorläufig Aufgenommenen und Flüchtlinge seit 2015 (337) stetig gesunken auf noch 236 Personen im Jahr 2018. Der Kanton hat 14 Wohnungen im ganzen Kanton gemietet, am meisten mit je vier Wohnungen in Sarnen und Kerns. Das BAZ selber wird dieses Jahr im Zuge der Neustrukturierung von 240 auf 340 Plätze ausgebaut. Die Auslastung bewege sich um die 50 Prozent, schreibt das Staatssekretariat für Migration (SEM) auf Anfrage. Prognosen für die Zukunft seien nicht möglich, die aktuell tiefen Gesuchszahlen könnten sich «angesichts des hohen globalen Migrationsdrucks» schnell wieder ändern.

Man bereite sich auf die Zeit nach dem BAZ vor, wenn Obwalden wieder mehr Asylsuchende zugeteilt werden, sagt Sicherheits- und Justizdirektor Christoph Amstad. Denkbar sei ein Bonus/Malus-System zwischen den Gemeinden. Dabei müssten Gemeinden zahlen, die gemessen an ihrer Bevölkerung weniger Asylsuchende beherbergen. Bei stärkeren Zuweisungen müsste allenfalls der Bau einer Kollektivunterkunft geprüft werden, so Amstad.

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