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Etablierte Nidwaldner Kita mit reger Nachfrage

25 Jahre gibt es das Chinderhuis Nidwalden schon. Rund 2500 Kinder wurden dort bis heute betreut. Doch bis zur Gründung der ersten Kindertagesstätte im Kanton brauchte es viel Beharrlichkeit.
Marion Wannemacher
Haben einiges zu erzählen zum Jubiläum «25 Jahre Chinderhuis Nidwalden»: Vereinspräsidentin Maja Mylaeus, Gründungspräsidentin Dominique Grütter und Geschäftsleiterin Regula Amgarten (von links). (Bild: Marion Wannemacher, Stans, 3. Juni 2019)

Haben einiges zu erzählen zum Jubiläum «25 Jahre Chinderhuis Nidwalden»: Vereinspräsidentin Maja Mylaeus, Gründungspräsidentin Dominique Grütter und Geschäftsleiterin Regula Amgarten (von links). (Bild: Marion Wannemacher, Stans, 3. Juni 2019)

Gerade erst ist die Iheimisch vorbei. «Unser Hort, den wir zusammen mit der Kindertagesstätte Lummerland angeboten haben, wurde rege genutzt», stellt Regula Amgarten, Geschäftsleiterin des Chinderhuis Nidwalden, zufrieden fest. Am eigenen Stand hätten sich Ehemalige in der Bildgalerie gesucht, erzählt sie. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht: Am 28. Juni feiert das Chinderhuis sein 25-Jahr-Jubiläum.

Aktuell betreuen 23 Mitarbeiter der Kindertagesstätte (Kita) insgesamt 137 Kinder in Stans und Hergiswil auf 44 Plätzen, um 86 Kinder kümmern sich Tagesfamilien oder Nannys. Was heute als selbstverständliches Angebot erscheint, verlangte von den Gründerinnen vor 25 Jahren Mut und Ausdauer.

Gründungssitzungen mit Krabbelkindern

Gründungspräsidentin Dominique Grütter erinnert sich im Gespräch mit der jetzigen Präsidentin des Vereins Chinderhuis Nidwalden, Maja Mylaeus, und mit Regula Amgarten, wie es dazu kam: «Anfang der Neunziger, nach der Teilnahme am Frauenstreik, habe ich mit zwei weiteren Frauen aus Nidwalden einen Frauenworkshop besucht. Unter anderem ging es auch um Kinderbetreuung. Wir fanden, das kann ja nicht sein, dass es in Nidwalden dafür keine Möglichkeit gibt.» Ziemlich schnell sei man übereingekommen, eine Kinderkrippe für Nidwalden zu gründen. «Ich kann mich noch gut an unsere Sitzungen am Boden erinnern, als unsere Kinder um uns herum krabbelten», erzählt Grütter schmunzelnd, die damals zwei Töchter hatte.

Gemeinsam habe man sich an die Gemeinden gewendet und sei schliesslich auch von der Präsidentenkonferenz eingeladen worden. «Ich weiss noch, wie wir drei klopften und wir versuchten, lauter Männern zu erklären, warum wir Kinderbetreuung in unserem Kanton brauchen. Da gebe es ja auch noch Nachbarschaftshilfe oder das Grosi, wurde uns gesagt. Das sei etwas für Stadtfrauen, hiess es.»

An die vier Jahre sollte es von der ersten Idee bis zur Verwirklichung brauchen. Kinderbetreuung durfte sich zunächst nur an alleinerziehende Frauen und Familien mit erschwerten sozialen Bedingungen richten. «Diese Kriterien erfüllte ich nicht», erinnert sich die Vereinspräsidentin Maja Mylaeus, die 1996 eine Betreuung für ihre Tochter suchte, als sie studierte. Schliesslich fand sie eine Tagesmutter in der Nachbarschaft.

Im August 1994 öffnete das Chinderhuis unter dem Dach der freien Volksschule mit zwei Mitarbeitern für fünf bis zehn Plätze. 20 bis 30 Kinder wurden damals betreut. «So schnell wie möglich sahen wir zu, dass wir den Nachweis für das Bedürfnis einer Ganztageskrippe erbringen konnten», betont Dominique Grütter. Ein Meilenstein war die Leistungsvereinbarung mit dem Kanton, die 1999 in Kraft trat. «Danach konnten wir richtig loslegen», freut sie sich noch heute.

Eine Sorge galt der Vermittlungsstelle für Tagesfamilien, die geschlossen werden musste, weil der Kanton diese nun als Folge nicht mehr finanziell unterstützte. Grütter gab ihr Präsidentenamt an Claudia Dillier aus dem Vorstand weiter und wurde Tagesfamilienvermittlerin, um auch Schichtarbeiterinnen eine Betreuung ihrer Kinder zu ermöglichen. Der Verein übernahm die Trägerschaft.

Es hat sich viel getan in diesen 25 Jahren

Und was fand Maja Mylaeus 2016 vor, als sie Präsidentin wurde? «Eine gut etablierte Kita mit reger Nachfrage», erklärt sie. Viel hat sich in der Zwischenzeit getan: die Züglete ins historische Keyserhus in der Nägeligasse im Jahr 2000, die Gründung des Standortes in Hergiswil und der Umzug ins Rosenchalet, das Angebot der Tagesfamilien und Nannys. Die Bedürfnisse heute haben sich gewandelt, hält Präsidentin Mylaeus fest. «Frauen suchen heute nicht den Job, der zur Kinderbetreuung passt, sondern umgekehrt.» Und eigentlich werde heute die Frage der Kinderbetreuung gemeinsam von den Eltern getragen, betonen die drei Frauen einig.

Mittlerweile gibt es noch vier weitere Kitas im Kanton. «Wir haben die längste Geschichte und empfinden die neu hinzugekommenen nicht als Konkurrenz», sagt Maja Mylaeus. «Auch sind wir die einzige mit Qualitätszertifizierung», betont Dominique Grütter. «Der Ursprung des Chinderhuis war der Frauenstreik von 1991. Heute nach 25 Jahren ist wieder ein Frauenstreik – eine Bewegung, die viel gebracht hat», fasst Regula Amgarten zusammen.

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