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EWN investiert 5,1 Millionen Franken in schnelleres Internet

Das Internet auf dem Netz des Kabelfernsehens soll wesentlich schneller werden. EWN-Direktor Remo Infanger sagt, warum das nötig ist und wie man mit dem Ausbau vorankommt.
Interview: Christian Hug
Remo Infanger, Direktor des Elektrizitätswerks Nidwalden (EWN) und des Kabelfernsehens Nidwalden (KFN). Hier vor einem Signalverteilschrank. (Bild: PD)

Remo Infanger, Direktor des Elektrizitätswerks Nidwalden (EWN) und des Kabelfernsehens Nidwalden (KFN). Hier vor einem Signalverteilschrank. (Bild: PD)

Remo Infanger, Sie sind Direktor des Elektrizitätswerks EWN sowie des Kabelfernsehens Nidwalden KFN. Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

Das EWN ist für die Versorgung der Bevölkerung mit Strom zuständig. Das KFN als hundertprozentige Tochter versorgt die Bevölkerung mit Fernsehen, Telefonie und Internet, also vor allem mit digitaler Kommunikation. KFN ist als privatrechtliche Firma komplett dem Markt ausgesetzt. Es ergänzt das EWN, darüber bin ich aus unternehmerischer Sicht sehr froh. Das ermöglicht uns, mit vielen Kunden eine Beziehung aufzubauen.

Der Name Kabelfernsehen Nidwalden scheint angesichts der heutigen digitalen Kommunikation etwas veraltet.

Kabelfernsehen Nidwalden ist tatsächlich nicht mehr ganz zutreffend, das heutige Kabelfernsehen hat nicht mehr viel zu tun mit dem von früher. Fernsehen ist heute komplett digitalisiert und läuft über ein sehr schnelles Glasfasernetz. Zudem wurde das Angebot auf Internet und Telefonie ausgeweitet.

KFN wird immer in einem Zug mit Quickline genannt.

Quickline ist unser Signal- und Produktlieferant. Viele Internet-User meinen, ihr Computer sei direkt mit dem Internet verbunden. Dem ist nicht so: Das Internet kann man sich vorstellen wie ein See. Zu diesem muss man sich mit einem eigenen «Kanal» einen Zugang schaffen. Quickline in Biel übersetzt für KFN die Signale aus dem Internet, baut uns quasi diesen Kanal. Das KFN macht die Daten in Nidwalden für die Bevölkerung zugänglich. Das wären dann quasi die Wasserleitungen bis zum Wasserhahn. Wir sind zu knapp fünf Prozent an Quickline beteiligt.

Nun investiert das KFN in den kommenden zwei Jahren 5,1 Millionen Franken in die digitale Infrastruktur. Was genau wird gemacht?

Wir investieren in eine schnellere Datenverbindung. Glasfaserleitungen führen vom KFN in Oberdorf in die Wohn- und Industriequartiere zu sogenannten Nodes. Diese Verteilstationen wandeln die Signale um und verteilen sie auf kleinere Leitungen, die bis in die Häuser reichen. Dort erfolgt die Verteilung in die einzelnen Wohnungen. Wir ersetzen diese Nodes und modernisieren die «Übersetzungszentrale» in Oberdorf. Damit werden die Kapazitäten gesteigert, es können mehr digitale Daten in der gleichen Zeit aufbereitet und transportiert werden. Damit machen wir die «Datenautobahn» schneller. Neu bieten wir etwa Betrieben die Möglichkeit an, mit FTTH (Fiber to Home) anzuschliessen. Wir ziehen also das Glasfasernetz bis in die Gebäude und die Büros. In Wohnneubauten legen wir heute standardmässig Glasfaserleitungen bis in die Steckdosen der Wohnräume. Das ist die schnellste Übertragung überhaupt.

Ist denn das Internet nicht schon schnell genug?

Für den Benutzer zu Hause am Computer macht es keinen Unterschied, ob eine Internetseite in 0,2 oder 0,3 Sekunden aufgebaut ist. Aber in Zukunft werden die Datenmengen, die durch das digitale Netzwerk schwirren, enorm zunehmen. Wenn zu Hause jedes Familienmitglied gleichzeitig sein eigenes Netflix-Programm sehen will oder grosse Fotodateien in die Cloud speichert, erfordert das ein schnelles Internet mit hoher Bandbreite. Viele Firmen arbeiten jetzt schon mit sehr grossen Datenmengen, Architekten etwa mit 3D-Plänen. Es wird auch für das Gewerbe zunehmend wichtig, dass es seine Daten schneller hochladen kann.

Wie meinen Sie das beziehungsweise was bringt das konkret?

Digitale Leitungen muss man sich vorstellen wie eine Strasse mit Gegenverkehr: Die eine Spur ist für Downloads reserviert, die andere für Uploads. Nur ist die Upload-Spur viel kleiner als die Download-Spur. Technisch gesprochen sind das zurzeit 500 Megabit pro Sekunde für den Download und 50 fürs Hochladen, also zehnmal weniger. Man nennt das eine asymmetrische Übertragungstechnologie. Nach unseren Investitionen wird der Download doppelt und der Upload zehnmal so schnell sein, also 1 Gigabit pro Sekunde für Downloads und 500 Megabit pro Sekunde für Uploads.

Wenn es um den Ausbau des digitalen Netzes geht, reden alle von Glasfaser. Wie steht Nidwalden diesbezüglich da?

Glasfaserleitungen sind das schnellste Medium zum Transport digitaler Informationen. Aber während andere Telekommunikationsanbieter erst davon reden, hat KFN in Nidwalden längst ein flächendeckendes Glasfaserkabel-Netzwerk in Betrieb, auch ausserhalb der Ballungsgebiete. Zudem leiten wir die Impulse von den Verteilstationen zu den Häusern nicht in den herkömmlichen Kupferleitungen weiter, sondern mit sogenannten wesentlich leistungsfähigeren Koax-Kabeln. Wir stehen also sehr gut da. Bereits 2000 hat das KFN mit dem Aufbau des Glasfasernetzes angefangen und 10,5 Millionen Franken investiert – da war das iPhone noch nicht mal erfunden. Nidwalden ist heute schon sehr viel schneller unterwegs als die meisten anderen Kantone.

Und wie kommen Sie mit der Modernisierung voran?

Genau nach Plan: In Stans und Stansstad haben wir die Arbeiten vor einem Monat abgeschlossen. Nun folgen Buochs und Ennetbürgen. Bis 2020 werden die Arbeiten in allen Gemeinden abgeschlossen sein. Auch in Beckenried werden neue Gebäude mit Glasfaser erschlossen, aber dort ist das Gemeindewerk für das Netz zuständig.

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