EWN liefert mehr Strom und steigert Gewinn

Das Elektrizitätswerk Nidwalden konnte auch im vergangenen Jahr zusätzliche Kunden gewinnen.

Matthias Piazza
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Eine EWN-Elektrotankstelle in Ennetmoos.

Eine EWN-Elektrotankstelle in Ennetmoos.

Bild: PD

Remo Infanger blickt positiv auf sein erstes volles Geschäftsjahr als Direktor des Elektrizitätswerks Nidwalden (EWN) zurück. «Wir erzielten ein sehr gutes finanzielles Ergebnis, konnten viel bewegen und wurden in der Bevölkerung sehr gut wahrgenommen», sagt er anlässlich des gestern veröffentlichten Geschäftsberichtes.

Remo Infanger, Direktor des EWN.

Remo Infanger, Direktor des EWN.

Bild: Boris Bürgisser

Das EWN konnte im vergangenen Jahr neue Kunden gewinnen und damit 3,2 Prozent mehr Strom verkaufen als im Vorjahr. Mit 12,2 Millionen Franken liegt der Unternehmensgewinn um fast einen Drittel höher als 2018. Hauptgrund ist, dass die Kosten für die Beschaffung des Stroms um 30 Prozent auf 9,8 Millionen Franken zurückgingen. «Wir zahlen jährlich in Rückbau- und Entsorgungsfonds ein, welche stark von den Finanzmärkten beeinflusst werden», erläutert Remo Infanger. «Diese Fonds haben sich im vergangenen Jahr sehr positiv entwickelt.» Auch operativ sei der Betrieb verbessert worden.

So geht das EWN mit der Pandemie um

Strom und Telekommunikation – auch dafür ist das EWN mit seiner Tochterfirma Kabelfernsehen Nidwalden (KFN) zuständig – sind unverzichtbar, erst recht in Krisenzeiten. Damit das EWN diese Grundversorgung sicherstellen kann, wurde eine spezielle Organisation aufgezogen. Die EWN-Mitarbeiter, die für eine zuverlässige Stromversorgung und Kommunikation zuständig sind, wurden in drei Gruppen zu je vier bis sechs Personen eingeteilt. Je eine Gruppe bleibt eine ganze Woche lang zu Hause. Die anderen zwei Gruppen arbeiten, haben aber keinen Kontakt zueinander. «So können wir verhindern, dass sich im schlimmsten Fall die ganze Abteilung ansteckt. Damit ist die Durchhaltefähigkeit gewährleistet», erklärt EWN-Direktor Remo Infanger. Die meisten Mitarbeiter der Administration arbeiten von zu Hause aus. Dieses Regime habe sich bewährt. Bisher sei niemand aus der Belegschaft positiv auf das Coronavirus getestet worden und auf dem Strom- und Kommunikationsnetz sei es in letzter Zeit zu keiner Störung gekommen. (map)

Im Netzgebebiet des Elektrizitätswerks Nidwalden wurden im vergangenen Jahr 254,7 Millionen Kilowattstunden bezogen. Das sind lediglich 0,35 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Produziert wurde die in Nidwalden verbrauchte Energie zum grössten Teil bei den einheimischen, eigenen Wasserkraftanlagen, welche zusammen 136,2 Millionen Kilowattstunden Strom lieferten. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme von 1 Prozent, dies wegen leicht höherer Niederschlagsmengen.

Zudem hat das EWN im vergangenen Jahr auch die Elektromobilität mit drei neuen Elektrotankstellen weiter vorangetrieben: beim Gemeindehaus Ennetmoos, beim Kantonsspital Nidwalden in Stans und beim Gemeindeparkplatz in Emmetten. Das laufend ausgebaute Netz wirkt sich auch deutlich auf die Nachfrage aus. Diese stieg im vergangenen Jahr um 58 Prozent.

Die steigende Anzahl der Elektrofahrzeuge, welche zu Hause geladen werden, bringe Liegenschaftseigentümer in Zugzwang. So könnte die Anschlussleistung des Hauses nicht mehr ausreichen, so Infanger. «Abhilfe kann ein Lastmanagementsystem schaffen, das den Bedarf der Fahrzeuge über die Zeit besser verteilt.» Das EWN setze solche Systeme ein und entwickle laufend neue Lösungen. Erste Projekte würden noch in diesem Jahr abgeschlossen.