FASNACHT: Ihr Markenzeichen ist der grosse Hut

«Lö Schapos» nennen sie sich. Und das nicht ohne Grund, wie unschwer zu erkennen ist. Die übergrossen Hüte sind der gemeinsame Nenner.

Matthias Piazza
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«Lö Schapos»: Dieses Jahr als Köche und Ratten. (Bild: André A. Niederberger / Neue NZ)

«Lö Schapos»: Dieses Jahr als Köche und Ratten. (Bild: André A. Niederberger / Neue NZ)

Matthias Piazza

«Sie sind unser Markenzeichen, so erkennen wir uns auch im Fasnachtsgetümmel – und danach richten wir auch unser Motto aus», erklärt Christian Gabathuler alias Gaba am Montag beim Einreihen in der Nägeligasse für den Stanser Kinderumzug. Ihrem Leitsatz sind sie auch an der diesjährigen Fasnacht treu geblieben, an der sie erstmals mit einem selbst gebauten Wagen dabei sind.

Ratten und Chatze(-Muisig)

Und zwar mit einer Küche auf Rädern, wo die Köche die übergrossen Kellen schwingen und der Nachwuchs ihnen als Ratten die Rezepte einflüstert – ganz wie im Film «Ratatouille». Hinter dem aufwendigen und auffälligen Sujet stehen sechs Nidwaldner Familien. Der harte Kern setzt sich aus ehemaligen Mitgliedern der Chatzemuisig Buochs zusammen. Doch auch nach dem Austritt aus der Guuggenmusig wollte man der Fasnacht treu bleiben. «So gründeten wir halt eine Fasnachtsclique», erzählt Pesche. Mit der Zeit stiess auch der fasnachtsbegeisterte Anhang dazu. Mittlerweile besteht die Gruppe aus rund einem Dutzend Fasnächtlern – der Jüngste war erst an der letztjährigen Fasnacht auf die Welt gekommen, der älteste ist 39 Jahre alt.

Familienkompatible Fasnacht

Mit der wilden Gruppe habe man eine familienkompatible Fasnachtsform gefunden, sind sich alle einig. Sie schätzen den ungezwungenen Rahmen und die Flexibilität der Kleingruppe. Denn auch an die Kleinsten wird gedacht. «In der Schlafbox, die wir im Wagen eingebaut haben, können sich die Kinder ausruhen, so müssen wir mit ihnen nicht nach Hause gehen, wenn sie müde sind», ergänzt Peter Odermatt alias Pesche. Das Konzept scheint aufzugehen, alle Generationen sind in bester Fasnachtslaune. Nicht nur am Stanser, auch am Ennetbürger Kinderumzug und am Schmutzigen Donnerstag stiess die Gruppe mit ihrem Auftritt auf grossen Anklang. Und durfte etwa Fragen übers Menü beantworten.

Basteln ist gesellig

Logisch, dass dahinter viel Arbeit steckt – vom Mottohöck im Sommer bis zum glanzvollen Auftritt während der närrischen Tage. Das sei aber das halbe Vergnügen, wie Pesche erklärt: «Die vielen Stunden, die wir fürs Basteln aufwenden, machen Spass. Man ist beisammen, hats lustig, verbindet die Arbeit auch noch mit einem Essen.» Auch mit familiären Verpflichtungen: Ohne Fasnacht gehts nicht, sind sich alle einig: «Man kann während fast einer Woche den Alltag vergessen, anders sein als sonst. Dafür muss man sich nicht betrinken, sondern kann die Fasnacht auch kreativ ausleben. Und dies wollen wir auch unseren Kindern auf diese Art weitergeben», sagt Pesche.
 

Matthias Piazza