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Fast 800 Pfähle tragen die Verbreiterung der A2 in Hergiswil

Die Arbeiten an der Autobahn laufen auf Hochtouren. Die Baustelle erstreckt sich über zweieinhalb Kilometer.
Martin Uebelhart
Die A2 in Hergiswil verläuft mitten durchs Dorf. Entsprechend nahe kommen die Bauarbeiten den Häusern. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 17. September 2019)Die A2 in Hergiswil verläuft mitten durchs Dorf. Entsprechend nahe kommen die Bauarbeiten den Häusern. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 17. September 2019)
Die Platzverhältnisse sind eng. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 17. September 2019)Die Platzverhältnisse sind eng. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 17. September 2019)
Für fast 800 Betonpfähle müssen die Löcher gebohrt werden. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 17. September 2019)Für fast 800 Betonpfähle müssen die Löcher gebohrt werden. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 17. September 2019)
Die Armierungseisen für die Betonpfähle liegen bereit. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 17. September 2019)Die Armierungseisen für die Betonpfähle liegen bereit. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 17. September 2019)
Die Autobahn wird um rund zwei Meter verbreitert. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 17. September 2019)Die Autobahn wird um rund zwei Meter verbreitert. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 17. September 2019)
Die Baustelle zieht sich über zweieinhalb Kilometer hin. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 17. September 2019)Die Baustelle zieht sich über zweieinhalb Kilometer hin. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 17. September 2019)
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Die Arbeiten auf der A2-Baustelle in Hergiswil laufen auf Hochtouren

Am auffälligsten sind auf der A2-Baustelle in Hergiswil derzeit die vier grossen Pfahlbohrmaschinen, die über die zweieinhalb Kilometer lange Baustelle verteilt sind. «Damit bohren wir die Löcher für die Betonpfähle. Diese brauchen wir als Fundament, um die Autobahn seeseitig um zwei Meter verbreitern zu können», erklärt Otto Steiner, Projektleiter beim Bundesamt für Strassen (Astra), bei einer Baustellenbesichtigung. Die Vorarbeiten auf der Baustelle begannen im Frühling. Dank der Verbreiterung wird es nach Ende der Bauarbeiten möglich sein, den Pannenstreifen bei Bedarf – etwa bei hohem Verkehrsaufkommen – als dritte Spur in Richtung Luzern zu verwenden. Knapp 800 Pfähle mit 90 Zentimetern Durchmesser und einer Gesamtlänge von knapp 6 Kilometern werden erstellt.

«Das Gebiet ist bautechnisch anspruchsvoll», hält Steiner fest. Der ganze Hang sei ein Schuttausläufer des Pilatus, das Material sehr heterogen. Um die Bewegungen zu überwachen, habe man bei verschiedenen Liegenschaften vermessen und Messpunkte gesetzt. In Bohrungen in die Tiefe – so genannten Inklinometern – messe man allfällige Bewegungen in der ganzen Höhe. An anderen Orten auf der Baustelle wird an den Unterführungen der Gemeindestrassen gearbeitet. Diese müssen wegen der Verbreiterung der A2 verlängert werden.

Seit Juli sind die alten Schallschutzwände an der Autobahn demontiert. Otto Steiner beschönigt nicht: «Die Anwohnerinnen und Anwohner sind heute stark belastet, einerseits wegen des Lärms, anderseits kommen wir mit der Baustelle sehr nahe an die Häuser.» An einer Stelle müsse gar ein Hausdach zurückgeschnitten werden, damit die neue Lärmschutzwand Platz habe. «Wenn diese steht, haben die Leute einen besseren Schutz, auch vor dem Baulärm.»

Wenige Rückmeldungen zum Baulärm

Die aktuelle Bauphase dauere noch bis im Mai 2020. «Die Lärmschutzwände sollten schon etwas früher fertig sein.» Zum Lärm habe das Astra nur wenige Rückmeldungen erhalten, sagen Otto Steiner und Esther Widmer, die Kommunikationsbeauftragte der Astra-Filiale Zofingen. Auf einzelne konkrete Meldungen habe man laut dem Projektleiter direkt reagieren können: «Wir haben in einer Unterführung mit Wasserhochdruck Beton abgebaut. Das verursachte grossen Lärm. Die Unterführung wird auch als Schulweg genutzt und darum haben wir die lautesten Arbeiten nicht mehr dann ausgeführt, wenn Schulkinder unterwegs waren.»

Das Astra erhalte auch positive Rückmeldungen. Die Leute sähen, es werde gearbeitet. «Wir nutzen die möglichen Zeiten von 7 bis 19 Uhr mit Mittagspause und weiteren Einschränkungen für besonders lärmintensive Arbeiten aus», erklärt Steiner. Das Astra schreibe in der Regel Arbeit im Zweischichtbetrieb vor. «Das ist hier kein Thema.»

Eine besondere Herausforderung für die Bauarbeiter ist auch die Logistik. «Alles, was wir für die Bauarbeiten brauchen, wird über die Autobahn angeliefert und was weg muss, wird über die Autobahn abtransportiert.» Eine Ausnahme stellen die Bauarbeiten an den Unterführungen dar: «Diese erschliessen wir über die Gemeindestrassen.»

Das Material etwa, das die Pfahlbohrer aus dem Boden holen, wird zunächst von einem Bagger auf einen Haufen in der Nähe geschaufelt. Später kommt alles auf einen Lastwagen und wird weggebracht. Es gibt neun Baustelleneinfahrten von der Normalspur auf der ganzen Länge. Diese wandern mit den Pfahlbohrmaschinen mit. Mitarbeiter eines Verkehrsdienstes lotsen an diesen Stellen die Autos und Lastwagen zurück auf die Autobahn – wenn denn die Lücke genug gross ist. In den Verkehr eingreifen dürfen sie nicht.

Bauarbeiten dauern bis im Oktober 2021

Steiner windet den beteiligten Bauunternehmen ein Kränzchen: «Wir haben ein straffes Terminprogramm vorgegeben und die Firmen arbeiten sehr gut zusammen.» Rund 150 Leute arbeiten in Spitzenzeiten auf der Baustelle. Als Nächstes wird dann die Überholspur in Richtung Norden saniert, die im Moment als Normalspur dient. «Dann ist die Bergseite an der Reihe», erklärt Steiner den weiteren Plan. «Wir sanieren insbesondere auch die Galerie, die Schäden aufweist. Zudem müssen wir sie wegen des Erdbebenschutzes verstärken.»

Abgeschlossen sein dürften die Arbeiten auf dem A2-Abschnitt Hergiswil im Oktober 2021, der Bund rechnet mit Kosten von 121 Millionen Franken.

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