FELSENWEG, BÜRGENSTOCK: Stans stösst die Stiftung vor den Kopf

Stans will der Stiftung Felsenweg kein Geld mehr geben. Der Kanton springt zwar in die Bresche. Doch die Stiftung zeigt sich befremdet.

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«Man sieht Stans von dort aus auch nicht»: Der Felsenweg muss künftig ohne Stanser Finanzspritzen auskommen. (Archivbild Urs Flüeler/Neue NZ)

«Man sieht Stans von dort aus auch nicht»: Der Felsenweg muss künftig ohne Stanser Finanzspritzen auskommen. (Archivbild Urs Flüeler/Neue NZ)

Der Luzerner CVP-Grossrat Guerino Riva ist derzeit nicht besonders gut auf die Gemeinde Stans zu sprechen. «Würden sich alle Gemeinden so verhalten wie Stans, wäre das katastrophal», sagt er unverblümt. Guerino Riva ist Projektleiter der Stiftung Felsenweg und hier nimmt der Groll seinen Anfang.

Stans hat sich entschieden, aus der Stiftung Felsenweg auszutreten und damit kein Geld mehr an den Unterhalt des Felsenwegs am Bürgenstock zu zahlen. Gemeindepräsidentin Beatrice Richard sagt: «Der Felsenweg grenzt nicht an Gemeindegebiet, und man sieht Stans von dort aus auch nicht.»

«Ein absolut falsches Signal»
Warum hat sich Stans überhaupt der 1990 gegründeten Stiftung angeschlossen? Man habe dies damals in der Meinung getan, nur einen einmaligen Beitrag von 15'000 Franken leisten zu müssen, schreibt Gemeinderat Peter Steiner. Als falsch habe sich die Überzeugung erwiesen, der Unterhalt des Weges lasse sich aus den Erträgen des Stiftungskapitals und Beiträgen der gebietsmässig involvierten Gemeinden des Kantons Luzern und der Bürgenstock-Betriebe bestreiten. Zur Sanierung des Felsenwegs nach dem Sturm «Lothar» beispielsweise wurde Stans von der Stiftung mit 20'000 Franken zur Kasse gebeten.

Alles andere als begeistert ist nun auch die Stiftung. «Das ist ein absolut falsches Signal gegenüber den andern Stiftungsmitgliedern», sagt Guerino Riva. Gemäss Riva müsste Stans der Stiftung künftig 4400 Franken pro Jahr bezahlen. (2 Prozent an den Betrag von 100'000 Franken für die Erneuerung des Felsenwegs und 2 Prozent an 120'000 Franken für den Unterhalt). «So viel ist das nun auch wieder nicht.»

Die Stanser Gemeindepräsidentin Beatrice Richard macht dagegen geltend, dass Stans der Stiftung bereits insgesamt gegen 100'000 Franken gegeben habe. «Irgendwann muss man einen Schlussstrich ziehen.»

Es herrscht zurzeit Unruhe in der Stiftung
Zumindest finanziell wird die Stiftung vom Austritt der Gemeinde insofern kaum zu leiden haben, als sich der Kanton Nidwalden bereit erklärt hat, die nun fehlenden Beiträge aus Stans zu übernehmen. Hanspeter Schüpfer, Sekretär der Volkswirtschaftsdirektion Nidwalden erklärt, der Kanton habe das Zugeständnis, die Beiträge von Stans zu übernehmen, vor allem deshalb gemacht, um «Ruhe und Kontinuität in die Stiftung zu bringen».

Momentan werde nämlich diskutiert, wer das Präsidium der Stiftung übernehme und ob der Geschäftssitz nach Nidwalden verlegt werden solle. Er hoffe nicht, dass andere Gemeinden nun auch aus der Stiftung austreten wollten, so Schüpfer.

Adrian Venetz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Nidwaldner Zeitung.