Ferienpass Nidwalden könnte dieses Jahr so beliebt werden wie noch nie

Auslandreisen fallen wegen der Coronakrise wohl ins Wasser. Mit dem Ferienpass Nidwalden haben die Schüler eine gute Alternative. Dieser findet nämlich auf jeden Fall statt – allerdings ist noch nicht klar, in welcher Form. 

Matthias Piazza
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Wie kommt der Ferienpass Nidwalden dieses Jahr daher? Klar ist: Wegen der Coronakrise findet das beliebte Angebot für Nidwaldner, Engelberger und Seelisberger Schüler bis 14 Jahre während der Sommerferienzeit (6. bis 17. Juli und 3. bis 14. August) mit Abstrichen statt. Ab dem 13. Mai können sich die Kinder für die 38. Ausgabe des Ferienpasses anmelden, auch wenn sie nicht genau wissen, was auf sie zukommt. 

Schüler des Nidwaldner Ferienpasses bestaunen einen Super-Puma der Schweizer Armee.

Schüler des Nidwaldner Ferienpasses bestaunen einen Super-Puma der Schweizer Armee.

Bild: Boris Bürgisser (Alpnach, 10. Juli 2019)

Denn wie gross die Einschränkungen sind, steht voraussichtlich am 27. Mai fest. Beschliesst dann der Bundesrat, dass ab dem 8. Juni unter anderem Sportanlagen, Bergbahnen und kulturelle Einrichtungen wieder eröffnen können und das Verbot von Versammlungen für über fünf Personen aufgehoben wird, freut sich insbesondere Ferienpass-Leiter Ruedi Walpen. Dann kann er nämlich im Auftrag von Pro Kids Nidwalden zusammen mit seinem Organisationskomitee fast den gewohnten Ferienpass anbieten.

Keine Übernachtungen, höchstens 15 Teilnehmer

Allerdings nur fast. «Auf Anlässe mit Übernachtungen werden wir verzichten, auch begrenzen wir die Gruppengrösse auf 15 Teilnehmer, dies in Absprache mit dem kantonalen Gesundheitsamt», erklärt Ruedi Walpen. «Als Begleitpersonen fragen wir zudem vermehrt Eltern von Schulkindern an.» Auch das traditionelle Fest zum Abschluss des Ferienpasses findet dieses Jahr voraussichtlich nicht statt.

Mit wenigen Abstrichen könnten die Schüler unter rund 300 Angeboten auswählen, sich etwa mit der Armbrust als Wilhelm Tell versuchen, Lamas und Esel begleiten, einen eigenen Lautsprecher bauen oder die Helikopterbasis in Alpnach besichtigen. Klassiker der vergangenen Jahre waren Ausflüge und Ateliers, bei denen Tiere oder Sport im Mittelpunkt stehen oder backen. Das dürfte auch dieses Jahr nicht anders sein – sofern der Ferienpass in dieser Form durchgeführt werden kann. 

Minimalangebot als Alternative

Sollte sich der Bundesrat gegen die Lockerungen aussprechen, und insbesondere das Versammlungsverbot für über fünf Personen beibehalten, würde der Ferienpass trotzdem stattfinden – allerdings als Minimalvariante. «Die Kinder könnten über den Ferienpass gratis oder stark vergünstigt rund 30 verschiedene Freizeiteinrichtungen besuchen, beispielsweise den Seilpark auf der Stöckalp, das Sportcenter Rex in Stans, die Eishalle in Engelberg, sofern natürlich die jeweiligen Einrichtungen nicht wegen Corona geschlossen bleiben», erzählt Ruedi Walpen. Allerdings würden die Schüler diese Ausflüge individuell unternehmen, allenfalls mit ihren Eltern, aber nicht in der Gruppe und ohne Ferienpass-Begleitperson. Bastelateliers, die sonst zwei der vier Ferienpass-Wochen ausmachen, wären ganz gestrichen.

Trotz der Ungewissheit: Den Ferienpass mit jährlich über 800 Teilnehmern abzublasen, war für das OK keine Option. «Weil Auslandferien diesen Sommer eher unwahrscheinlich sind, gehen wir davon aus, dass der Ferienpass heuer noch beliebter ist als sonst.» Und weil die aufwendigen Vorbereitungen eben ihre Zeit brauchten, habe man mit dem Anmeldestart nicht bis am 27. Mai zuwarten wollen.

Ferienpass: 6.–17. Juli/3.–14. August. Für Anmeldung und weitere Informationen: www.ferienpass-nidwalden.ch

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