Fernwärmenetz Ennetbürgen: Arbeiten sind gestartet

Entlang der Stanserstrasse von der Ruag nach Ennetbürgen scheinen derzeit grosse Maulwurfshügel zu wachsen: Der Bau des Fernwärmenetzes in Ennetbürgen hat begonnen.

Christian Hug
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Abschnitt um Abschnitt: Mit dem neuen Wärmeverbund kann die Genossenkorporation Ennetbürgen bald mehr als das halbe Dorf Ennetbürgen mit Heizwärme versorgen.

Abschnitt um Abschnitt: Mit dem neuen Wärmeverbund kann die Genossenkorporation Ennetbürgen bald mehr als das halbe Dorf Ennetbürgen mit Heizwärme versorgen.

Bild: PD

Ennetbürgen Die Genossenkorporation investiert über einen Zeitraum von drei Jahren 5,3 Millionen Franken in die Erstellung eines Fernwärmenetzes, das von der Gemeindegrenze bis zum Zentrum reichen soll. Die Wärme bezieht Ennetbürgen vom Wärmeverbund der Genossenkorporation Stans, die in Oberdorf eine Holzschnitzel-Verbrennungsanlage betreibt und deren Netz bis zum Ruag-Gelände reicht, wo das Fernwärmenetz andockt.

Gleich an drei Stellen sind vor knapp zwei Wochen die Bagger aufgefahren: bei der Ruag, beim Schützenhaus und vor dem Restaurant Nidair. Die ersten Rohre sind bereits unter dem Boden. Mit einer Länge von 2,3 Kilometern ist dieser erste Abschnitt des Ennetbürger Fernwärmenetzes das längste Teilstück bis zum See.

Albert Gabriel, Präsident der Genossenkorporation Ennetbürgen, ist mit dem Verlauf der Bauarbeiten sehr zufrieden: «In diesem Bereich beginnt teilweise bereits in einem Meter Tiefe das Grundwasser, deshalb sind wir auf Komplikationen gefasst. Aber bis jetzt gab es zum Glück keinerlei Schwierigkeiten.»

Während die Bagger die ersten Rohre verlegen, läuft in den Ingenieurbüros die Planung für die Feinverteilung der Wärme auf Hochtouren. Die Linienführung für jeden Hausanschluss wird vor Ort aufgenommen, um die Installationen für die neuen Fernwärme-Unterstationen vorzubereiten. Hierfür laufen weitere Bauprojektauflagen, diese sind öffentlich publiziert.

«Wertschöpfung bleibt in unserer Region»

Dank einer hohen Nachfrage nach CO2-neutraler Heizwärme aus einheimischem Wald könne das Fernwärmenetz in Ennetbürgen in seiner ursprünglich geplanten Ausdehnung gebaut werden, erklärt Albert Gabriel. Besitzer von Liegenschaften würden sich spürbar intensiver mit ökologisch sinnvolleren Alternativen zum Heizöl auseinandersetzen. «Mit der Heizwärme aus einer Holzschnitzelanlage, die mit Holz aus heimischem Wald betrieben wird, wird nicht nur der Umgang mit natürlichen Ressourcen sparsamer», sagt Gabriel. «So bleibt auch die Wertschöpfung in unserer Region.»

Der erste Abschnitt des Ennetbürger Fernwärmenetzes soll bis im Mai fertig erstellt sein, in der Wintersaison 20/21 soll ein grosser Teil des Netzes in Betrieb genommen werden. Im Endausbau können rund ein Drittel aller Haushalte mit Wärme aus einheimischem Holz beheizt werden.