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Drei Ferrari-Raser sind in Nidwalden verurteilt worden

Drei junge Männer rasten 2016 in einem gemieteten Ferrari mit bis zu 182 Kilometern pro Stunde über die Kantonsstrasse zwischen Oberdorf und Dallenwil. Dafür setzte es jetzt bedingte Freiheitsstrafen ab.
Franziska Herger

Es war Ende Juni 2016: Mit bis zu 182 Stundenkilometern befuhren fünf junge Männer in einem gemieteten Ferrari 458 Italia die Kantonsstrasse zwischen Oberdorf und Dallenwil. Dank Hinweisen aus der Bevölkerung konnte die Polizei die Täter schnappen, wie sie damals meldete. Drei von ihnen wurden am Mittwoch vom Kantonsgericht Nidwalden verurteilt.

Sie hatten die Höchstgeschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde auf der Kantonsstrasse um teilweise über 100 Kilometer pro Stunde überschritten. Als Raser gilt, wer diese Höchstgeschwindigkeit um mindestens 60 Kilometer pro Stunde überschreitet. Ein heute 21-jähriger Zürcher und sein 24-jähriger Kollege, ebenfalls aus Zürich, wurden als Mittäter wegen qualifiziert grober Verkehrsregelverletzung verurteilt, da sie sich laut Anklageschrift während mehrerer Stunden mehrmals als Lenker und Beifahrer abwechselten, das Leistungspotenzial des Autos auf die Strasse zu bringen versuchten und sich dabei gegenseitig anfeuerten. Durch die massiven Geschwindigkeitsüberschreitungen hätten sie das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern zumindest in Kauf genommen, heisst es weiter.

In einem Fall Verfahren eingestellt

Der dritte junge Mann wurde der Gehilfenschaft zu der Tat der anderen schuldig gesprochen, da der 23-jährige Zürcher diese durch seine Begeisterung, Zwischenrufe und als Beifahrer während einiger Fahrten gefördert habe. Das Verfahren gegen einen vierten Mann wurde eingestellt, er wurde jedoch am Mittwoch der qualifiziert groben Verkehrsregelverletzung wegen einer ähnlichen Tat in Wallisellen im Februar 2016 schuldig gesprochen. Dabei hatte der 22-jährige Einheimische die Grenze zum Raser mit einem gemieteten Lamborghini Huracan um nur einen Kilometer pro Stunde überschritten.

«Es spielt keine Rolle, wer wann wie schnell fuhr»

Bei den Einvernahmen hatte keiner der drei Täter seine Schuld eingestehen oder sie einem Kollegen zuschieben wollen, wie Staatsanwalt Alexandre Vonwil ausführte. Sie anerkannten jedoch und gestanden ein, dass zwei von ihnen als Mittäter und der Dritte als Gehilfe gehandelt hatten. Da die Tatbeiträge von Mittätern untereinander zugerechnet werden, «spielt es keine Rolle, wer genau wann wie schnell gefahren ist», so Vonwil. Unter anderem aus diesem Grund konnte das abgekürzte Verfahren Anwendung finden: Eine Beweisaufnahme fand an der Hauptverhandlung am Mittwoch nicht statt, die Beschuldigten erklärten sich mit dem Urteilsvorschlag der Staatsanwaltschaft einverstanden.

Zwischen 12 und 22 Monaten bedingt

Sie alle beteuerten, die Chance einer bedingten Strafe nutzen zu wollen und keine ähnlichen Taten mehr begehen zu wollen. «Es war ein Fehler und tut mir zutiefst leid», sagte der 21-jährige Mittäter. Sein 24-jähriger Kollege meinte, es habe sich um eine Jugendsünde gehandelt. «Man muss daraus lernen, jeder Mensch verdient eine zweite Chance.»

Das Gericht folgte der Staatsanwaltschaft und verurteilte den ersten Mittäter, der den Ferrari mit einem Lernfahrausweis ohne erforderliche Begleitperson gelenkt und sich unter anderem auch der Gehilfenschaft zur Tat in Wallisellen schuldig gemacht hatte zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten. Diese wird bei einer Probezeit von drei Jahren aufgeschoben. Der zweite Mittäter erhielt 20 Monate Gefängnis, ebenfalls bedingt, sowie 200 Franken Busse. Er hatte zusätzlich zur Stanser Tat unter anderem im November 2016 in Winterthur einen Audi gelenkt, obwohl ihm die Nidwaldner Polizei Ende Juni den Führerausweis entzogen hatte.

Der Gehilfe erhielt eine bedingte Freiheitsstrafe von 12 Monaten. Zusätzlich zur Gehilfenschaft hatte er unter anderem ohne Führerausweis den Ferrari in einer Testfahrt auf dem Kiesplatz beim Schiessstand Oberdorf gelenkt. Der Vierte erhielt für seine Tat in Wallisellen 14 Monate Gefängnis bedingt. Die Verurteilten tragen die Verfahrenskosten, die der amtlichen Verteidigung trägt vorläufig der Kanton. Das Urteil ist aufgrund des abgekürzten Verfahrens kaum anfechtbar.

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