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FESTIVAL: In Stans dreht die musikalische Welt

Kompakt und vielseitig präsentieren sich die Stanser Musiktage, die am Dienstag beginnen: Ein Jahr nach dem Neustart hat das Festival wieder einen Hauptsponsor.
Der Dorfplatz bleibt das Herzstück der Stanser Musiktage. (Bild: André A. Niederberger)

Der Dorfplatz bleibt das Herzstück der Stanser Musiktage. (Bild: André A. Niederberger)

Pirmin Bossart

kultur@luzernerzeitung.ch

2015 hatten die Stanser Musik­tage pausiert, um sich finanziell zu erholen und angesichts des grossen Aktivitätsvolumens grundsätzlich über die Bücher zu gehen. Nach der erfolgreichen Wiederaufnahme vor einem Jahr hat das Festival für die diesjährige Ausgabe (25. bis 30 April) weitere kleine Retuschen vorgenommen. «Neu gibt es kostenlose Konzerte auf dem Dorfplatz, unserem Festivalzentrum, und eine Stubete im Esszelt Steinmättli», sagt die Co-Leiterin Esther Unternährer.

Das musikalische Menü wird von einer fünfköpfigen Programmgruppe zusammengestellt (Leitung Marc Unternährer). Der Prozess beginnt jeweils schon kurz nach dem Festival. «Die Mitglieder der Programmgruppe sind voll am Recherchieren und haben ihre Listen mit möglichen Acts. Diese riesige Auswahl wird diskutiert und sortiert. So kristallisiert sich in Abstimmung mit unserer Ausrichtung und den verfügbaren Räumlichkeiten mit der Zeit eine ungefähre Programm­linie heraus», so Unternährer.

«Wir legen Wert auf Neuentdeckungen»

Oberstes Kriterium für alle Verantwortlichen sei die Qualität der Musik, egal welcher Kategorie sie zugeordnet werden könne, sagt Esther Unternäher. Stilistisch liegt der Fokus wie bis anhin auf World-Music, Jazz, Pop und Volksmusik. «Wir legen auch Wert darauf und sind stolz, dass wir jedes Jahr Neuentdeckungen präsentieren können. Das sind herausragende Acts, die international auf dem Radar sind, aber bei uns noch nicht wahrgenommen werden.»

Nach zahlreichen Sitzungen, Diskussionen und Agenturanfragen kristallisiert sich dann am Ende ein Gesamtbild heraus, auf das die Musikverantwortlichen ebenso gespannt sind wie später das Publikum. «Die ganze Programmierung ist wie ein Puzzle. Erst am Ende sieht man umfassend die ganze Vielfalt und ihre Farben», sagt Unternährer. Die Co-Leiterin erfreut sich auch dieses Jahr am musikalischen Mix. «Es sind alles authentische Musikerpersönlichkeiten, die richtig gut sind in dem, was sie machen.»

Ein wichtiges Kriterium der Programmation bleibt, dass Band und Bühne zusammenpassen. Welche Musik ist in der Pfarrkirche gut aufgehoben? Welche in der Kapuzinerkirche? Wer spielt im Theater an der Mürg, wer bringt das Chäslager zum Brodeln, wer entfaltet sich im Nachtprogramm? Eine neue Bühne ist im Esszelt Steinmättli entstanden (Länzgi-Bühne). Dort spielen jeden Abend ab 21 Uhr Volksmusikbands im Format einer lockeren Stubete. «Da kann man auch herumgehen, plaudern und tanzen. Es ist nicht streng konzertant.»

Nicht mehr bespielt wird der «Engel»-Saal, der letztes Jahr zum Club umgebaut wurde. Die Nachtschwärmer treffen sich jetzt in der Zivilschutzanlage und neu im wunderschönen Klosterkeller (zwischen Theater an der Mürg und Kollegium St. Fidelis), wo DJs die angesagten Sounds zwischen House, Grime und Hip-Hop auflegen. Am Donnerstag, am Freitag und am Samstag gibt es um 23 Uhr auch noch Konzerte im Kollegi: Famous October mit Band, Islam Chipsy & EEK und Dele Sosimi sind Formationen, bei denen es schwierig ist, stillzusitzen. Danach übernehmen die DJs Harald Seeman (Freitag) und DJ Fett (Samstag).

Ein musikalisch leicht verändertes Gesicht bekommt der Standort Dorfplatz. Für die kostenlosen Konzerte wurden Bands engagiert, die zwei Sets spielen, vor- und nachher begleitet von DJs. Mit anderen Worten: «Auf dem Dorfplatz ist abends auch musikalisch immer etwas los», sagt Unternährer.

250 Kleinsponsoren werden gesucht

Mit dem Absprung des langjährigen Hauptsponsors Credit Suisse drohte das Festival finanziell zu einer Zitterpartie zu werden. Jetzt wurde mit dem Migros-Kulturprozent und dem Länderpark ein neuer Hauptpartner gewonnen. Die Unterstützung fällt zwar finanziell etwas geringer aus, doch ist gleichzeitig auch das Festival schlanker geworden.

Mit dem Projekt «250 pro SMT» haben die Verantwortlichen eine weitere Finanzierungsquelle lanciert: Ziel ist, dass sich 250 Unternehmen und Privatpersonen als Kleinsponsoren für die Stanser Musiktage engagieren und so am Ende gemeinsam einen respektablen Betrag sicherstellen können.

Bereits liegen 179 Zusagen vor. Esther Unternährer: «Wir machen das in enger Zusammenarbeit mit der Pro Wirtschaft Nidwalden/Engelberg. Damit möchten wir nicht zuletzt die Verbindung zwischen der regionalen Wirtschaft und dem grössten Festival in Nidwalden stärken und fördern.»

Geknetetes Plakat

Eine Besonderheit ist das diesjährige Plakat der Stanser Musiktage: Es wurde geknetet! Wer genau hinblickt, erkennt die dreidimensionale Struktur. Ausgeheckt und umgesetzt wurde das Design vom Künstlerduo Lipp & Leuthold.

Die beiden haben ihre Kreativität noch weitergetrieben: Aus Plastilin und anderen Materialien fertigten sie in den letzten Wochen bunte Skulpturen und Kunstwerke, die im Dorfzentrum zu besichtigen sind. Ein Kunstrundgang findet kommenden Samstag um 17.15 Uhr statt. Treffpunkt ist die «Winkelried»-Bar.

Hinweis

Infos und Tickets: www.stansermusiktage.ch

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