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FESTIVAL: Musik voll wilder Ideen

Stans hat sie wieder, die Musiktage. Was in dem Jahr Pause gefehlt hat, machte bereits der Eröffnungsabend deutlich.
Mbongwana Star aus dem Kongo eröffneten gestern die Stanser Musiktage. (Bild Nadia Schärli)

Mbongwana Star aus dem Kongo eröffneten gestern die Stanser Musiktage. (Bild Nadia Schärli)

Michael Graber

Er habe so was noch nie gehört, sagt ein Konzertbesucher. Gemeint sind die Klänge von Mbongwana Star, die gestern die Stanser Musiktage eröffneten. Es ist ein treibendes, einlullendes, sphärisches und doch unerhört rockiges Gemisch, das die sechs Musiker aus dem Kongo im Kollegi präsentierten. Die beiden Sänger Coco Ngambali und Theo Nzonza – beide wegen Kinderlähmung in einem Rollstuhl – setzen immer wieder vokale Farbtupfer, auch mal im Duo-Sprechgesang. Das ist im Kern unverkennbar afrikanische Musik, aber unglaublich modern interpretiert und ohne jede falsche Rücksicht auf Tradition.

Während die Musik auf der Platte elektronisch durchsetzt ist, hat sie live deutlich mehr Gitarre und Rock intus. Und während sie auf der CD klarer kanalisiert sind, wirken Mbongwana Star auf der Kollegi-Bühne bisweilen fast schon etwas chaotisch. Die Songs nehmen zahlreiche unerwartete Wendungen, und von Stillstand bis zu Vollgas werden alle Tempi mal durchgemacht. Die Musik steckt voller Ideen, und man ist nie ganz sicher, ob sich die Musiker manchmal fast selbst etwas überraschen.

Die Kurve gefunden

Kurzum: Mbongwana Star war ein klassisches Konzert, das die Stanser Musiktage, mittlerweile in der 21. Ausgabe, auszeichnet. Irgendwie Weltmusik, irgendwie Neuentdeckung und irgendwie eben ungewohnt für die Ohren – aber etwas, was man gerne entdeckt. Mit der Dauer drohte der Sound zwar etwas zu sehr repetitiv zu werden, aber meist fand er die Kurve wieder.

So wie auch die Stanser Musiktage. Nach einem Jahr Pause (die elenden Finanzen) meldete sich das Festival wieder zurück. Etwas umgestaltet und etwas abgespeckt, aber immer noch unverkennbar im Charakter. Das Essen aus aller Herren Ländern findet man zwar mittlerweile an einem anderen Ort, aber lecker ist es deswegen immer noch. Und das Zelt war bereits am Eröffnungsabend rappelvoll.

Auf dem Dorfplatz steht neu ein Zelt zum Verweilen und Trinken, in dem auch kleinere Konzerte stattfinden. Und dahinter wird in einer Kunstinstallation von Thaïs Odermatt munter getanzt, erfreulicherweise zeigten sich die Besucher ohne jede Hemmungen und machten eifrig mit.

Etwas schräg

Der Eröffnungsabend bewies auch, wie sehr die Musiktage gefehlt haben. Sie gehören zu den feinsten Festivals der Schweiz und haben auch keine Angst, etwas Ungewohntes aufs Programm zu setzen. Das mag für gewisse Ohren manchmal etwas schräg und unbekannt klingen. Aber ganz ehrlich: Es wäre ja schampar langweilig, wenn man immer nur das Gleiche hören würde.

Hinweis
Die Stanser Musiktage dauern noch bis am kommenden Sonntag. Programm und Tickets: www.stansermusiktage.ch

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