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FESTIVAL: Pirmin Huber und das Ländlerorchester eröffnen die Stanser Musiktage

Am Dienstagabend eröffneten Pirmin Huber und das Ländlerorchester die Stanser Musiktage. Sie würzten ihren Ländler mit zahlreichen neuen Impulsen.
Pirmin Huber (rechts) und zwei Vertreter seines Ländlerorchesters. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 25. April 2017))

Pirmin Huber (rechts) und zwei Vertreter seines Ländlerorchesters. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 25. April 2017))

Michael Graber
michael.graber@luzernerzeitung.ch

Wie vielfältig die Stanser Musiktage sein können, sieht man häufig erst im Kontrast. Während im letzten Jahr die grellen Mbongwana Star mit sphärisch-wuchtigem Sound aus dem Kongo das Festival im Kollegi eröffneten, wurde diese Ehre diesmal dem Ländlerorchester und Pirmin Huber zuteil.

Das sind eben Pirmin Huber am Kontrabass und seine Mitmusiker Andreas Gabriel (Geige), Nicola Romano (Cello), Mathias Landtwing (Klarinette), Andreas Ambühl (Klarinette, Saxofon), Lukas Gernet (Flügel), Joel Kuster (Gitarre), Fränggi Gehrig (Akkordeon), Chrigi Zünd (Perkussion, Samples), Lorenz Mühlemann (Zither) und Beny Betschart (Jodel). Sie präsentierten in Stans das Werk «Feeling», das Huber im letzten Jahr für das Festival «Stubete am See» geschrieben hat. Es passte wunderbar ans Weltmusikfestival nach Stans. Huber und sein Orchester versetzen Urchiges mit viel Groove, unterfüttern das Volkstümliche mit reichlich Jazz und bleiben trotzdem immer hörbar in der Tradition verwurzelt.

Sägesse als Perkussionsinstrument

Vor allem die kurzen und intensiven Jodel- und Juchzpassagen von Betschart nahmen ein. Ebenfalls eindrucksvoll ist der Einsatz der Sägesse als Perkussionsinstrument. Erstaunlich, was man dem landwirtschaftlichen Gerät für unterschiedliche Töne entlocken kann – alles zudem in grosser Präzision gespielt. Da merkt man immer, welch gute Musiker da am Werk sind. Die 50 Minuten sind unterhaltend – nur in wenigen Momenten hätte man sich etwas mehr «Pfupf» gewünscht.

Gerade die stets mitschwingende Schwermut war ein starkes Element im Konzert der Formation, das durch wuchtige Einscheller-Klänge ein- und ausgeläutet wurde. Das war eindrucksvoll gespielte neue Volksmusik, die eben längst auch Weltmusik geworden ist und sich nicht vor Einflüssen von ennet den Alpen verschliesst. Vor dem Konzert schlenderten wir durch die zahlreichen Zelte, die dem nicht ganz so zahlreichen Publikum Schutz vor dem Regen boten. Sowieso hat sich der Regen zu einer dummen Konstanten an den Stanser Musiktagen entwickelt. Das ist äusserst schade und irgendwie auch wahnsinnig ungerecht – ein solch liebevolles Festival verdiente eigentlich durchgehenden Sonnenschein. Mindestens.

Sei’s, wie’s ist. Und sowieso: Auch so machten die Anwesenden das Beste draus. Auf dem Dorfplatz wurde zu den Klängen der Los Orioles bereits kräftig getanzt, und die Dichte an Trägern von Festivalabzeichen (gibt’s für 10 Franken) war erfreulich hoch.

Sogar mit eigener Wurst

Einmal mehr erfreulich ist auch das Essensangebot. Von Griechenland bis Afrika findet man diverse Verpflegungsmöglichkeiten. Dieses Jahr zum ersten Mal gibt es auch eine «Stanser Musiktage»-Wurst (erhältlich auf dem Dorfplatz): eine lohnende Investition, wie wir nach einem Testbiss sagen können. Mindestens so gut wie die Wurst war allerdings auch der spezielle Senf.
Vielleicht schliesst sich hier der Kreis auch wieder zum Konzert von Pirmin Huber und dem Ländlerorchester. Immer wieder, wenn es zu gewöhnlich zu werden drohte, würzte der Bandleader mit neuen Impulsen das Angerichtete neu. Auch in ruhigen Passagen streute er plötzlich musikalische Brüche ein, die dafür sorgten, dass das Konzert stets ein Genuss blieb. Das ist eine reife Leistung.

Kaum war das Konzert fertig, sah man draussen die wolkenverhangenen Berge. Es war ein eindrückliches Schlussbild für einen eindrücklichen Auftakt. In den restlichen Festivaltagen wird zudem noch für viel musikalischen Kontrast gesorgt.

Pirmin Huber (links) und das Ländlerorchester eröffnen die Stanser Musiktage (Bild: Corinne Glanzmann/LZ)

Pirmin Huber (links) und das Ländlerorchester eröffnen die Stanser Musiktage (Bild: Corinne Glanzmann/LZ)

Los Orioles spielen auf dem Dorfplatz (Bild: Corinne Glanzmann/LZ)

Los Orioles spielen auf dem Dorfplatz (Bild: Corinne Glanzmann/LZ)

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