FESTUNGSMUSEUM FÜRIGEN: Gefahr droht heute nur noch vom Schimmel

Sie waren Festungswächter aus Leidenschaft, doch dann starb ihr Beruf aus. Dank einem Museum können sie weiter ihrer Passion frönen.

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Karl Weilenmann, ehemaliger Festungswächter, führt durchs Festungsmuseum. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Karl Weilenmann, ehemaliger Festungswächter, führt durchs Festungsmuseum. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Wehe, wenn die Deutschen kommen. Oder die Russen. Feuer frei, hätte es geheissen, damals, zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs bis zum Ende des Kalten Krieges. Feuer frei auf die schmale Verbindung zwischen Hergiswil und Stansstad. Auch Versuche, über den Lopper zu steigen und so in Nidwalden einzufallen, hätten heftigen Artilleriebeschuss zur Folge gehabt. Geschossen worden wäre von der Festung Fürigen in Stansstad. Mit zwei mächtigen Artilleriekanonen hätten die 100 Mann Besatzung versucht, das Eindringen des Feindes ins Reduit, die Schweizer Alpenfestung, zu verhindern.

Der Festung Fürigen kam dabei ein besonderer Stellenwert zu. Denn Militärstrategen fürchteten einen Durchmarsch gegnerischer Truppen von Norden über den Lopper und anschliessend den Brünigpass ins Berner Oberland. Doch dort war der geheime Regierungssitz geplant. Die Festung Fürigen wurde unterstützt durch acht weitere Artilleriefestungen, die mit dem Feuer von 46 Festungsgeschützen wirken konnten.

Fasziniert von der Geschichte
Karl Weilenmann lächelt, wenn er an solche Szenarien denkt. Er kennt sie in- und auswendig. Fast sein ganzes Leben lang hat der 72-jährige Stanser in der Armee gedient, davon einen Grossteil als Festungswächter oder -offizier in der Zentralschweiz. Weilenmann ist jedoch nicht nur ein ausgewiesener Kenner der Festung, die 1988 geschlossen wurde und drei Jahre später als Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Er ist auch Chef der zehnköpfigen Truppe, die das Festungsmuseum in Stand hält und Führungen anbietet. Sie alle arbeiteten als Festungswächter, einem Beruf, den es heute nicht mehr gibt. Mit der Schliessung vieler militärischer Anlagen in der Schweiz verloren die Festungswächter ihre Daseinsberechtigung.

Doch Weilenmann und sein Team, mittlerweile alles Pensionierte, führen die Tradition dieser ausgestorbenen Berufsgattung in ihrer neuen Funktion als Museumsmitarbeiter weiter. «Mich faszinierten die Technik und das Historische an diesem Bau. Es macht Freude, das Geheime von früher der Öffentlichkeit zu zeigen», erzählt Weilenmann. Lächelnd fügt er an: «Man muss schon etwas angefressen sein. Und schliesslich kann man als Pensionierter nicht den ganzen Tag zu Hause der Frau am Rockzipfel hangen.»

Luca Wolf

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Nidwaldner Zeitung.