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Stützpunktfeuerwehr Stans liebäugelt mit neuem Standort

Der direkte A2-Anschluss war vor 20 Jahren ein Riesenvorteil. Die Stützpunktfeuerwehr muss schnell im ganzen Kanton vor Ort sein. Doch in die Jubiläumsfreude über den Umzug aus dem engen Spritzenhaus mischt sich der Wunsch nach einem neuen Standort.
Matthias Piazza
Der Ob- und Nidwaldner Feuerwehrinspektor Toni Käslin im 20-jährigen Depot der Stützpunktfeuerwehr Stans. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 23. Mai 2018))

Der Ob- und Nidwaldner Feuerwehrinspektor Toni Käslin im 20-jährigen Depot der Stützpunktfeuerwehr Stans. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 23. Mai 2018))

Die 108 Feuerwehrmänner und 10 Feuerwehrfrauen der Stützpunktfeuerwehr Stans sind die Spezialisten. Sie rücken nicht nur aus, wenn es in Stans brennt, sondern eilen den übrigen Nidwaldner Ortsfeuerwehren bei Bedarf auch zu Hilfe, zum Beispiel mit einem mobilen Grossventilator, um Gebäude von Rauch zu befreien, leisten Einsatz bei einem Unfall auf der Autobahn oder bei der Zentralbahn oder wenn Chemikalien in die Umwelt geraten.

Bis vor 20 Jahren war dies noch ganz anders. Die Stanser Feuerwehr rückte vom Spritzenhaus im Dorf aus, wo sie seit 1902 untergebracht war, und hatte lediglich den Status einer Ortsfeuerwehr. Die Werkhoffeuerwehr des Kantons rückte bei Ereignissen auf der Autobahn aus. Sie wurde aufgelöst, man suchte Alternativen. Doch nicht nur deswegen beschloss die Kantonsregierung, die Feuerwehr und alle ihre Aufgaben in ganz Nidwalden neu zu organisieren. Das Spritzenhaus beim Tellenmatt-Schulhaus platzte aus allen Nähten, die Aufgaben der Feuerwehr wurden komplexer, und die Autobahn und die Kantonsstrassen wurden ausgebaut, grosse Werkhallen und der Länderpark entstanden.

Auf der grünen Matte war viel Platz vorhanden

Am 2. Juni 1998 wurde das neue Feuerwehrlokal in der Spichermatt bezogen. In der 48 Meter langen und 20 Meter breiten Einstellhalle stehen die Fahrzeuge zum Einsatz bereit. Kommando- oder Ausbildungsräume haben im zweigeschossigen Lokal ebenfalls Platz. Am Samstag wurde das Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür gefeiert.

Feuerwehrinspektor Toni Käslin.

Feuerwehrinspektor Toni Käslin.

Der Ob- und Nidwaldner Feuerwehr-Inspektor Toni Käslin verbindet das Spritzenhäuschen mit seinen alten Pumpen mit nostalgischen Erinnerungen – und ist froh um die zeitgemässe Infrastruktur am jetzigen Ort. «Die zwei Standorte waren nicht miteinander zu vergleichen.» Dass sich Kanton und Nidwaldner Sachversicherung (kantonale Gebäudeversicherung) für die Spichermatt entschieden, überrascht aus damaliger Sicht nicht. Auf der grünen Matte war reichlich Platz vorhanden, das Gebiet grösstenteils unbesiedelt, und die Feuerwehr konnte direkt über die Autobahn ausrücken. Damit lassen sich auch die Zeitvorgaben einhalten, die besagen, dass die Stützpunktfeuerwehr innert 20 Minuten ganz Nidwalden und Seelisberg erreichen muss.

Viele Feuerwehrleute wohnen nebenan

Auch nach 20 Jahren seien das Gebäude und die Infrastruktur immer noch auf der Höhe der Zeit. «Glücklicherweise hat man damals weitsichtig genug geplant und grosszügig gebaut, sodass wir auch heute noch nicht an unsere Kapazitätsgrenzen stossen», sagt Käslin. Mittlerweile ist auf der damals noch unbebauten grünen Matte ein dicht besiedeltes Wohnquartier entstanden – mit einem gewichtigen Vorteil. Viele der rund 120 Feuerwehrleute wohnen in einem der benachbarten Quartiere und sind so bei einem Alarm innert zwei Minuten im Depot.

108 Einsätze mit Blaulicht in der Tempo-30-Zone

Trotzdem ist Käslin nicht ganz glücklich, dass der Feuerwehrstützpunkt nun mitten in einem dicht besiedelten Gebiet liegt. 108 Einsätze leistete die Stanser Feuerwehr im vergangenen Jahr. Vielfach brausen die Einsatzfahrzeuge über die mit Tempo 30 signalisierte Quartierstrasse los. «Für sogenannt dringliche Fahrten, also um die Verkehrsregeln umgehen zu können, müssten wir Martinshorn und Blaulicht einschalten. Aus Rücksicht auf die Nachbarn verzichten wir aber öfters auf das Horn», erklärt Toni Käslin das Dilemma. Würde das Feuerwehrauto ohne Signalhorn Tempo 30 und die Vortrittsrechte ignorieren, würde sich die Feuerwehr in einem rechtlichen Graubereich bewegen.

«Wollen uns rechtzeitig in die Diskussion einbringen»

Ob die Stanser Stützpunktfeuerwehr auch in zehn oder zwanzig Jahren noch in der Spichermatt zu Hause sein wird, ist für Toni Käslin darum alles andere als klar. «Wir halten die Augen offen für einen alternativen Standort», sagt er mit Blick auf die Feuerwehren von Buochs-Ennetbürgen und Ennetmoos, welche ihre Depots ebenfalls von den Siedlungen an die Peripherie verlegten.

Zum Thema könnte das Areal Kreuzstrasse werden, wo die Kantonspolizei Nidwalden, die Staatsanwaltschaft und das Verkehrssicherheitszentrum angesiedelt sind. Dieser Standort unmittelbar neben dem Autobahnanschluss Stans Süd ist in der Regierung in der Diskussion für eine zentralisierte Verwaltung. Auch wenn der Leidensdruck zurzeit nicht hoch sei: «Wir wollen uns rechtzeitig in die Diskussion einbringen. Denn wenn wir nicht frühzeitig unser Interesse bekunden, riskieren wir, dass die Parzellen weg sind, wenn wir sie brauchen», so Käslin.

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