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Kolumne

Fleischschau andersrum

Oliver Mattmann schreibt im «Blitzlicht» über eine besondere Verbindung.
Oliver Mattmann
Oliver Mattmann.

Oliver Mattmann.

Beim Einkauf letzthin schlenderte ich an einer Metzgerei vorbei. Mein Blick wanderte durchs Schaufenster auf die wunderbare Fleischauslage. In diesem Moment kamen schlagartig Erinnerungen an einen kürzlichen Städte-Trip hoch: Amsterdam! Im Rotlicht-Viertel der niederländischen Metropole gibt es auch Schaufenster, viele Schaufenster. Drinnen wartet ebenfalls «Fleisch». Lebendiges, auf zwei Beinen. Mit eindeutigen Gesten buhlen leicht bekleidete Frauen um Laufkundschaft – im wahrsten Sinne des Wortes. Und das mitten im Stadtzentrum, als ob es das Normalste auf der Welt wäre, gleich neben einer Kirche.

«Jesses Gott!», schoss es mir durch den Kopf. Diese Szenerie wäre bei uns unvorstellbar. Den neckischen Gedanken, dass sich solche Schaufenster am Stanser Dorfplatz für manch einen besser machen würden als die seit einer Ewigkeit angebrachten Holzbretter an den alten Abbruchobjekten in der Nähe der Pfarrkirche, verwarf mein innerer Moralapostel sogleich wieder.

Apropos Moral: Prostitution ist allgegenwärtig, sie «verstecken» zu wollen, wäre falsch. Wie sich aber die Frauen in Amsterdam öffentlich zur Schau stellen und dies fast noch zelebrieren, ist schon etwas grenzwertig – guter Verdienst hin oder her. Da bleibe ich doch lieber beim Fleisch aus der Metzg, das ich bedenkenlos geniessen kann – auch wenn dessen Konsum natürlich ebenfalls als moralisch verwerflich ausgelegt werden kann. Zumindest muss ich mich nicht mit heruntergezogenem Cap vor den Blicken anderer wehren, wenn ich wieder aus der «Fleischhandlung» komme...

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