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Flugplatz Buochs: Der Anwohner-Schutzverband kämpft ums Überleben

Er hat über 400 Mitglieder und ist finanziell gut aufgestellt. Trotzdem steht der Schutzverband der Bevölkerung um den Flugplatz Buochs vor dem Aus. Es fanden sich bisher keine Nachfolger für den Vorstand.
Matthias Piazza
Der Flugplatz Buochs: Nicht alle Anwohner sind glücklich über die Aktivitäten auf den Flugplatz. (Bild: Alexandra Wey/keystone)

Der Flugplatz Buochs: Nicht alle Anwohner sind glücklich über die Aktivitäten auf den Flugplatz. (Bild: Alexandra Wey/keystone)

Es gehe um nicht weniger als um die Zukunft des Schutzverbandes der Bevölkerung um den Flugplatz Buochs (SBFB). Die stehe auf dem Spiel, wie Präsident Paul Mazenauer zu Beginn einer ausserordentlichen Generalversammlung ohne zu beschönigen ausführte. Nur etwa ein gutes Dutzend Mitglieder hatte sich im grossen Saal des Restaurants Eintracht in Oberdorf eingefunden. Die Versammlung war eine Art Krisensitzung. Auf der Traktandenliste am vergangenen Donnerstag standen nicht etwa Themen, die sich um den eigentlichen Kernauftrag des Vereines drehten, wie beispielsweise Flugbewegungen, Betriebsreglement des Flugplatzes Buochs oder Lärmbelästigung.

«Der vierköpfige Vorstand wird an der nächsten ordentlichen Generalversammlung diesen Herbst zurücktreten, wie frühzeitig im Januar 2018 angekündigt», rief Mazenauer in Erinnerung. An der ausserordentlichen Generalversammlung hätte der jetzige Vorstand zu gerne seine Nachfolger zur Wahl vorgeschlagen. «Leider zogen sich die Interessenten kurzfristig zurück, sodass wir nun in einer sehr schwierigen Lage sind.»

Buochs droht «weisser Fleck» zu werden

Als Übergangslösung entschied die Versammlung, dass der Verein auch mit weniger als drei Vorstandsmitgliedern geführt werden könnte (drei stellten bisher die untere Schwelle dar). Für Paul Mazenauer ist aber klar:

«Wenn wir bis im Herbst keine neuen Vorstandsmitglieder finden, müssen wir den Verein wohl oder übel auflösen»

Das dürfe auf keinen Fall passieren. «Buochs darf kein weisser Fleck auf der Karte der Schweizer Flugplatz-Schutzverbände werden», sagt Mazenauer.

Für ihn stehe allerdings fest, dass er im Herbst sein Amt niederlege. «Ich wurde mal gefragt, ob ich meine Vorstandsarbeit im Schutzverband als Lebensaufgabe sehe. Diese Frage verneinte ich. Dass ich den Verband 22 Jahre führe, hätte ich mir nie träumen lassen. Doch nun ist definitiv Schluss, ich habe andere Prioritäten», meinte der 65-jährige Ennetmooser. «Rund ein Vierteljahrhundert habe ich mich mit Dossiers rund um den Flugplatz beschäftigt, und mich für eine hohe Wohn- und Erholungsqualität zu Gunsten der Allgemeinheit eingesetzt. Dabei brauchte ich oft eine dicke Haut», blickte er zurück. Auch seine Vorstandskollegen würden altershalber ihr Amt abgeben.

Mit keinem anderen Schutzverband vergleichbar

Über 400 Mitglieder hat der Schutzverband, der mit einem Vermögen von 60000 Franken auch finanziell gut dasteht. Trotzdem will niemand in den Vorstand. «Im kleinen aviatikfreundlichen Kanton, wo jeder jeden kennt, mit den Pilatus-Flugzeugwerken und der Ruag als wichtige Arbeitgeber, getrauen sich viele nicht, sich aviatisch-kritisch zu exponieren», erklärte sich Paul Mazenauer am Rande der Veranstaltung das Phänomen.

Dass es den Schutzverband brauche, stehe für ihn ausser Frage. «Was wir erreicht haben, ist mit keinem anderen Schutzverband in der Schweiz zu vergleichen.» Er erzählte vom Erfolg vor 20 Jahren, als der Verband vor Bundesgericht habe nachweisen können, dass die Angaben der öffentlichen Auflage punkto Lärmbelästigung falsch gewesen seien. Auch habe der SBFB dazu beigetragen, dass weitere, höchst risikobehaftete und lärmige Akrobatik-Fluganlässe der Uhrenfirma Breitling haben abgewendet werden können.

Für Paul Mazenauer ist darum klar, dass der Schutzverband der Bevölkerung um den Flugplatz Buochs unbedingt erhalten bleiben müsse. «Sonst hätte die Aviatiklobby ein leichtes Spiel.»

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