Flugplatz Buochs: Nach den Schwänen sind die Möwen eine Gefahr

Vorläufig sind auf dem Flugplatz Buochs keine Abschüsse von Schwänen nötig. Das Problem sind derzeit eher Möwen und Rehe.

Philipp Unterschütz
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So sieht es aus, wenn Möwen und andere Vögel auf dem Flugplatz verscheucht werden. (Bilder: Corinne Glanzmannm Buochs, 23. Oktober 2019)

So sieht es aus, wenn Möwen und andere Vögel auf dem Flugplatz verscheucht werden. (Bilder: Corinne Glanzmannm Buochs, 23. Oktober 2019)

Weil die Anzahl der Schwäne die kritische Grösse überschritten hatte und die Tiere wegen der angerichteten Schäden und der Gefahr auf dem Flugplatz immer mehr zum Problem geworden waren, erhielt der Kanton Nidwalden Anfang Jahr vom Bund die Bewilligung zum Abschuss von Schwänen. Damit das rechtskräftig wird, musste die kantonale Abschussverfügung, die fünf Jahre gültig ist, zuerst öffentlich publiziert werden. Dagegen bestand die Möglichkeit der Einsprache. Solche gingen aber laut Justiz- und Sicherheitsdirektorin Karin Kayser innerhalb der Frist keine ein, dafür einige schriftliche Unmutsbekundungen.

Über beides ist die Regierungsrätin nicht überrascht. «Einerseits sind wir mit den interessierten Kreisen immer in einem relativ intensiven Dialog gestanden. Die Bevölkerung hat wohl auch verstanden, dass wir nicht einfach drauflos schiessen, sondern sehr sorgsam vorgehen. Anderseits sind die Unmutsbekundungen nachvollziehbar, vertreten diese Absender ja eine andere Ansicht.» Mit der Verfügung habe sich der Kanton nur die Möglichkeit geschaffen, bei Bedarf unverzüglich handeln zu können. «Wir agieren nur, wenn es unbedingt notwendig ist - und das ist momentan nicht der Fall», sagt Kayser. Das heisst, vorerst werden keine Schwäne auf dem Flugplatz Buochs geschossen, weil der Bestand nicht zu hoch ist. Das könnte sich aber schnell wieder ändern.

Möwen sind momentan auffälliger als Schwäne

Tatsächlich sind es momentan nicht die Schwäne, welche die Mitarbeiter auf dem Flugplatz Buochs auf Trab halten. Die Natur macht sich viel mehr mit Möwen und auch zwei Rehen bemerkbar. «Fast täglich müssen wir vor Landungen oder Starts Möwen, die sich auf oder neben der Piste aufhalten, mit Schreckschüssen vertreiben», erzählt Flugplatzmitarbeiter Andy Jauch.

Die Häufung und die Aufenthaltsorte der Möwen kämen auf die Jahreszeit und auch auf die landwirtschaftlichen Aktivitäten im Flugplatzbereich an. «Der Möwenbestand hat aber zugenommen, sie sind momentan auffälliger als die Schwäne.» Möwen seien allerdings viel leichter zu erschrecken als die Schwäne, die kaum reagierten. So hat es auf dem Flugplatz Buochs nicht nur gefährliche Situationen gegeben wegen der Schwäne. Von der Gefahr her komme es nicht auf die Grösse der Tiere an. «Ein einziger kleinerer Vogel kann ein Triebwerk beschädigen. Bei den Möwen, die oft in Schwärmen auffliegen, ist das Risiko natürlich entsprechend gross, dass es zu Kollisionen kommen kann.»

Auch die Rehe müssen gut beobachtet werden.

Auch die Rehe müssen gut beobachtet werden.

Im Auge behalten Andy Jauch und seine Kollegen auf dem Flugplatz auch zwei Rehe, die sich oft dort aufhalten. «Auch diese müssen wir ab und zu verscheuchen, sie rennen dann davon und legen sich ins Gras, wo sie jeweils längere Zeit bleiben. Meist halten sie sich am gleichen Ort auf.»

Schwäne habe es momentan gegen 15 Stück, die sich eigentlich immer am Pistenende in Richtung Ennetbürgen aufhalten. Auch diese behalten die Flugplatz-Mitarbeiter jederzeit genaustens im Auge.