Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Flugplatz Buochs: Nun ist die Bevölkerung gefragt

Ab sofort liegen der angepasste Sachplan des Bundes, der geänderte kantonale Richtplan und das Umnutzungsgesuch mitsamt Betriebsreglement für den künftigen Flugplatz Buochs öffentlich auf. Einsprachen wären alles andere als überraschend.
Oliver Mattmann
Der Flugplatz Buochs: Bisher militärisch, nun folgt die Umwandlung in ein ziviles Flugfeld. (Bild: Corinne Glanzmann (Buochs, 23. August 2017))

Der Flugplatz Buochs: Bisher militärisch, nun folgt die Umwandlung in ein ziviles Flugfeld. (Bild: Corinne Glanzmann (Buochs, 23. August 2017))

Seit die Nidwaldner Stimmbevölkerung vor knapp einem Jahr grünes Licht gegeben hat, dass sich der Kanton mit 10 Millionen Franken an der Modernisierung beteiligen kann, ist es in der Öffentlichkeit eher ruhig geworden um den Flugplatz Buochs. Hinter den Kulissen jedoch ist der Wechsel vom bisherigen Militärflugplatz mit ziviler Mitbenutzung zum privaten Flugfeld weiter vorangetrieben worden.

Nun ist ein Etappenziel erreicht: Der angepasste Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL), der kantonale Richtplan sowie das Umnutzungsgesuch der Airport Buochs AG (Abag) sind vom Bund vorgeprüft worden und liegen ab sofort zur öffentlichen Mitwirkung in den Standortgemeinden Buochs, Ennetbürgen und Stans sowie auf der Baudirektion auf. Heute informiert der regierungsrätliche Ausschuss zusammen mit Vertretern der Abag und des Bundesamtes für Zivilliftfahrt (Bazl) die interessierte Bevölkerung darüber (siehe Hinweis).

Das sind die wesentlichsten Punkte:

Sachplan Infrastruktur Luftfahrt:Dieser ist sozusagen das Raumplanungsinstrument für die Luftfahrt. Einer neuen Fassung bedarf es, weil aus dem bisher zivil mitgenutzten Militärflugplatz Buochs ein rein zivil genutztes Flugfeld wird. Im Sachplan festgehalten sind zum Beispiel die jährlich maximal 20000 Flugbewegungen. Eine der grössten Änderungen ist die Reduktion des Flugplatzperimeters, sprich der Fläche, die für den Flugbetrieb effektiv benötigt wird. Grund: Innerhalb diesesPerimeters gilt die luftfahrtrechtliche Hoheit, sprich Gesuche etwa für neue Bauten müssen über den Bund laufen. «Die Gemeinden und Genossenkorporationen erhalten dank der Reduktion mehr Mitspracherecht», sagt Marc Blöchlinger, Verwaltungsratspräsident der Abag. Wenn etwa eine neue Gewerbezone entlang des Flugplatzes ausgeschieden werden soll, bleibt das ganze Verfahren vor Ort und kann schneller abgewickelt werden. Aus ähnlichem Grund wurden die Pilatus Flugzeugwerke und die Ruag aus dem Perimeter genommen. Am Ende muss der Bundesrat den neuen Sachplan (SIL)genehmigen.

Richtplan: Weil der Bund bisher die Verantwortung über den Flugplatz hatte, gibt es über das Areal auch keinen Richtplan. Militärische Anlagen sind raumplanerisch nicht erfasst. Dies ändert sich mit den neuen Verhältnissen und dem geplanten Gewerbe- oder Industriegebiet. «Es ist ein Gebiet, das wir neu aufnehmen müssen», sagt Regierungsrat Josef Niederberger. Wesentliche Punkte sind dabei Siedlung, Verkehr und öffentliche Anlagen. Seit längerem ist bekannt, dass der Kanton dort einen sogenannten Entwicklungsschwerpunkt «Arbeiten» vorgesehen hat. «Ein grösserer Teil befindet sich heute in der Landwirtschaftszone, diese Flächen müssen noch eingezont werden. Das dürfte für die Korporation Buochs ein grösserer Kraftakt werden», prognostiziert Josef Niederberger. Was den Richtplan selbst angeht, hat der Baudirektor indes keine Bedenken, dass es Widerstand geben könnte. «Vieles ist bereits im Rahmen der Volksabstimmung im Vorjahr definiert worden.» Das letzte Wort haben die Buochser Stimmbürger und der Bund.

Umnutzungsgesuch: Die Abag muss den Nachweis erbringen, dass die bestehenden und künftig genutzten Anlagen auf dem ehemaligen Militärflugplatz auch den zivilen Anforderungen etwa punkto Gewässerschutz genügen. «Wir haben für jedes Objekt eine Liste erstellt und geprüft, ob es den Vorschriften entspricht oder ob wir es nachbessern müssen, um es in einen konformen Zustand zu bringen», erklärt Abag-Verwaltungsratsvizepräsident Markus Kälin. Eine aufwendige Angelegenheit, welche die Abag total rund eine halbe Million Franken gekostet hat. «Deshalb wird das Defizit vorübergehend etwas grösser», folgert Marc Blöchlinger. Eine Anpassung betrifft die militärische visuelle Anflughilfe, die durch ein System ersetzt wird, das den zivilen Vorschriften entspricht.

Betriebsreglement: Dieses ist Bestandteil des Umnutzungsgesuchs, das vom Bazl bewilligt werden muss. Nach Übergangslösungen ist ein komplett neues Betriebsreglement erstellt worden. Was besonders interessieren dürfte: die Betriebszeiten. Markus Kälin dazu: «Wir können nur von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang fliegen.»Alsovon 6 bis maximal 22 Uhr, wobei sich diese Zeitspanne in den Wintermonaten massiv verkleinert. Grundsätzlich werde zwischen 7.30 (am Sonntag 10 Uhr) und 12 Uhr sowie 13.15 und 18 Uhr geflogen, die Rand- oder Mittagszeiten seien mit maximal 2000 Flugbewegungen kontingentiert, davon gehen 500 auf das Konto der Segelfluggruppe. Ferner ist dem Betriebsreglement zu entnehmen, dass Abflüge nach Instrumentenflugregeln in Richtung Brunnen ermöglicht werden sollen, um die Route über Willisau zu entlasten. Befürchtungen über mehr Fluglärm über Brunnen entgegnet Marc Blöchlinger: «In einer Überflughöhe von knapp 2000 Metern wird man die Flieger kaum noch wahrnehmen.» Überhaupt könne man mit dem neuen Betriebsreglement die Belastungsgrenzwerte für den Lärm von zivilen Flugplätzen problemlos einhalten. Dennoch gehen die Abag-Verantwortlichen davon aus, dass Einsprachen eintreffen und sich das Verfahren in die Länge ziehen wird. «Wir rechnen mit einem Entscheid des Bazl im dritten Quartal 2019», so Kälin.

Infoveranstaltung zur öffentlichen Mitwirkung rund um den Flugplatz Buochs: Freitag, 26. Oktober, 19 Uhr, im Pestalozzisaal in Stans.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.