Forum
So würde den Anwohnenden viel Gutes getan

Zum Artikel «Nidwaldner Landrat soll für mehr Sicherheit sorgen» vom 24. November.

Drucken

Das letzte Abstimmungswochenende hat es wieder gezeigt: Verkehr im Kanton Nidwalden ist irgendwie kompliziert. Man weiss, man will etwas, aber nicht genau, was und was nicht. Das Gesamtverkehrskonzept ist in Arbeit, aber auch hier weiss ich als Bürger nicht so genau, was und was nicht. So besteht nun Hoffnung, dass nach dem Nein vom Wochenende nochmals gründlich über die Bücher gegangen wird und dann etwas Gutes herauskommt, bei dem dann eben alle wissen, was wir gemeinsam wollen.

Kommenden Mittwoch tagt der Landrat unter anderem zum Fuss- und Veloweg KH2 und dort auch über die Sicherheitsoptimierungen bei der Strassenüberquerung Wisstürli am Dorfeingang von Oberdorf. Das Projekt ist an sich eine sehr gute Sache und hilft meines Erachtens allen Verkehrsteilnehmern gleichermassen. Somit wäre doch alles klar, oder?

Die Strassenüberquerung Wisstürli soll aber nach Wunsch der Kommission Bau, Planung, Landwirtschaft und Umwelt ohne Verschwenkung gebaut werden. So soll die Möglichkeit, eine zukünftige Temporeduktion überhaupt zu ermöglichen, von vornherein verhindert werden. Die Kommission weiss also genau, was sie will: nämlich möglichst schnell Richtung Engelberg oder von dort zurück.

Dass aber zwischen Autobahnausfahrt und Engelberg noch ein paar Gemeinden liegen, wo Bürger wohnen, welche nicht nur mit dem Auto unterwegs sind, geht mir bei diesem Wunsch irgendwie vergessen – obwohl es sich ja eigentlich um ein Fuss- und Velowegprojekt handelt. Die Bürger möchten eben nicht nur schnell zu ihrem Wohnort, sondern auch sicher zu Fuss oder Velo unterwegs sein.

Wer nun nur den Blick auf den schnellen (Durchgangs-)Verkehr hat, dem möchte ich noch einen weiteren und zudem kostenlosen Pluspunkt einer zukünftigen möglichen Temporeduktion liefern, welcher besonders auch der ansässigen Bevölkerung zugutekommen würde: Als direktbetroffener Anwohner der Kantonsstrasse stören mich die Autofahrer, die schon lange vor der Dorfausfahrt meinen, sie müssen ihre Motoren hochtourig auf die Runde bringen, damit sie dann schon bei der Geschwindigkeitstafel mit 80 oder gar 90 Stundenkilometern Richtung Engelberg fliegen können. Durch einen verlängerten 60-Stundenkilometer-Bereich würde den vielen Anwohnenden – vor allem auch in der Nacht – viel Gutes getan.

Die Menge des Verkehrs können wir wohl nicht so schnell ändern, die negativen Auswirkungen wären aber mit einer Temporeduktion um einiges erträglicher. So frage ich mich schliesslich: Sind die paar Sekunden Zeitersparnis wirklich höher zu gewichten als die Sicherheit und die Gesundheit der Anwohner? Ich hoffe sehr, dass man diesen Aspekt bei der endgültigen Entscheidung bei diesem grundsätzlich sehr guten Vorhaben auch miteinbezieht.

Benny Flühler, Oberdorf