Kolumne
Ich mache einen grossen Bogen um die Fussball-WM

Redaktor Martin Uebelhart schreibt in seiner Kolumne «Blitzlicht» über sein Schicksal, der Fussball-Weltmeisterschaft (fast) nicht entrinnen zu können.

Martin Uebelhart
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Redaktor Martin Uebelhart.

Redaktor Martin Uebelhart.

Sie ist in vollem Gange und man kommt kaum um sie herum – selbst wenn man möchte: die Fussball-Weltmeisterschaft. Spiel um Spiel wird in Russland abgespult und auf unzähligen Fernsehsendern live übertragen. Wenn man will sogar in Super-Mega-Auflösung, bei der man fast jeden einzelnen Grashalm erkennen kann.

Ich möchte mehr oder weniger um diesen Anlass herumkommen. Das ist aber gar nicht mal so einfach. Schon Wochen vor dem Fussball-Event liessen sämtliche Sponsoren die Zuschauer in jedem zweiten Werbespot wissen, dass sie WM-Sponsoren sind, und dass man das ultimative WM-Feeling folglich nur mit ihren Produkten erleben und geniessen kann. Zum Glück kann man im Digitalzeitalter die Werbung einfach hinter sich lassen.

Es folgten epische Spekulationen, in welcher Mannschaft wohl welche Spieler daheim bleiben müssen. Bis dann – welch grosse Erleichterung – endlich feststand, wer mitreisen darf. Nicht fehlen dürfen natürlich auch Berichte über die Hotelanlagen, in denen die Spieler während der WM residieren und ausgedehnte Reportagen aus den diversen Trainingscamps.

Zugegeben, die Spiele der Schweizer Mannschaft schaue ich mir an. Allerdings ohne mir vorher, in der Pause und nachher das Spiel von Experten zerreden zu lassen. Ansonsten versuche ich, einen Bogen um die WM zu machen. Auch wenn das nicht ganz einfach ist: Es gibt einfach zu viele offene Wohnzimmerfenster in meiner Umgebung, aus denen mehr oder weniger regelmässig Torjubel ertönt...