GASTROSZENE: «Faule Eier gibt es in jeder Branche»

Beizensterben in Nidwalden? Viele Betriebe stehen vor Veränderungen oder schliessen für immer. Gastroprofi Herbert Huber kennt die Branche wie kein Zweiter.

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Gastroberater Herbert Huber: «Die Gastronomie ist eine angeschlagene Branche.» (Bild pd)

Gastroberater Herbert Huber: «Die Gastronomie ist eine angeschlagene Branche.» (Bild pd)

Gibt es in Nidwalden zu viele Beizen?
Herbert Huber: Bevor ich Zahlen nenne, möchte ich betonen, dass Nidwalden eine gute bis sehr gute Gastronomie hat. Faule Eier gibt es in jeder Branche. Fakt ist aber: In der Schweiz gibt es immer noch 25 000 Gastbetriebe, das ist ein Drittel zu viel. In Nidwalden dürfte die Beizendichte etwa im schweizerischen Durchschnitt liegen, die Strukturbereinigung ist im Gange.

Die Gastronomie in Nidwalden hat also ein Strukturproblem?
Huber: Ja sicher, wie überall. Es gibt zu viele Beizen, und zu viele bieten das Gleiche an. Was wir brauchen, sind mehr kreative Betriebe. Wer sich spezialisiert, hat auf dem Markt auch in der heutigen Zeit Erfolg. Zu bedenken ist, dass die Ansprüche der Gäste gestiegen sind.

Tut es Ihnen weh, wenn Sie hören, dass diese oder jene Beiz dichtmacht?
Huber: Eigentlich nicht. Ich bin glücklich für die andern Betriebe, welche damit ein grösseres Stück vom verbleibenden Kuchen erhalten.

Wo liegen die Hauptprobleme im Gastgewerbe?
Huber: Ernährungsverhalten und Verpflegungsmentalität haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Entsprechend sind die Wirte stark gefordert, denn sie müssen gegen alle möglichen Formen von Paragastronomie konkurrenzieren. Ein weiteres Problem ist das oft fehlende Know-how. Mit «halbbatziger» Ausbildung kann man im Gastgewerbe keine «Batzen» verdienen. Ausnahme bilden Quereinsteiger, die oft einen hervorragenden Job machen, weil sie das Virus Gastgewerbe unvoreingenommen in sich haben. Weitere Probleme des Gastgewerbes sind die oft zu hohen Pachtzinsen, die Kostenstruktur und die ständig zunehmenden Vorschriften.

Kurt Liembd

Das ausführliche Interview lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Nidwaldner Zeitung.