«Gefährliche Situationen» beim Bahnübergang in Oberdorf: Immer wieder bleiben Autofahrer auf dem Gleis stecken

Trotz Warnschildern halten Autofahrer auf der Wilstrasse in Oberdorf auf dem Gleis der Zentralbahn an. Dies führt zu Zugsbehinderungen. Nun werden die Vortrittsregeln temporär geändert.

Julian Spörri
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In Zukunft werden die von links auf der Wilstrasse herannahenden Lenker Vortritt gegenüber den Fahrzeugen auf der Engelbergstrasse haben.

In Zukunft werden die von links auf der Wilstrasse herannahenden Lenker Vortritt gegenüber den Fahrzeugen auf der Engelbergstrasse haben.

Bild: PD

Seit Anfang Mai 2020 finden auf der Kantonshauptstrasse vom Kreisel Wil bis zum Ortsausgang Oberdorf Sanierungsarbeiten statt. Weil dieser Streckenabschnitt nur einspurig befahrbar ist, wurde für den Verkehr in Richtung Engelberg eine temporäre Umleitung vom Kreisel Wil via Wilstrasse – Engelbergstrasse eingerichtet.

Nun ist es bei der Einmündung Wilrank in letzter Zeit immer wieder zu «gefährlichen Situationen» gekommen, heisst es in einer Mitteilung der Kantonspolizei Nidwalden vom Mittwoch. Weil Fahrzeuge, die von der Wilstrasse her kommen, keinen Vortritt haben, bildete sich bei erhöhtem Verkehrsaufkommen schnell ein grosser Rückstau. Unachtsame Verkehrsteilnehmer hielten dabei trotz aufgestellten Warnschildern auf dem Gleis der Zentralbahn an. Dies sei insbesondere am Auffahrtswochenende der Fall gewesen, als viele Autos in Richtung Engelberg fuhren, präzisiert Pius Bernasconi, stellvertretender Leiter der Verkehrs- und Sicherheitspolizei, auf Anfrage. Wie viele solche Vorfälle es gegeben habe, könne er nicht sagen. Die Kantonspolizei sei von Anwohnern und der Zentralbahn über die Situation informiert worden.

Züge werden gewarnt und bremsen frühzeitig ab

Die Zentralbahn bestätigt auf Anfrage, dass diese Vorfälle seit Inbetriebnahme der Umleitung «oft» vorgekommen seien. Dies habe zu Verspätungen im Zugverkehr geführt. «Befindet sich ein Fahrzeug auf dem Bahnübergang, wird dieser nicht geschlossen», erklärt Ramon Gassmann. «In diesem Fall wird der Lokführer zum einen visuell durch das Blinklicht gewarnt, zum andern wird der Zug über die Zugsicherung automatisch abgebremst.»

Wegen der dichten Kolonne konnten gewisse Fahrzeuglenker jedoch weder vorwärts noch rückwärts fahren, so Pius Bernasconi. «Einige von ihnen haben dadurch Panik bekommen.»

Nun haben die Gemeinde Oberdorf, das Amt für Mobilität und die Kantonspolizei entschieden, das Vortrittsrecht an dieser Stelle zu ändern. Neu haben die Verkehrsteilnehmer auf der Wilstrasse Vortritt gegenüber den auf der Engelbergstrasse verkehrenden Fahrzeugen. Die Signalisation wird voraussichtlich am 12. Juni angebracht. Laut Bernasconi werden die Vortrittsregeln rückgängig gemacht, sobald die Umfahrung aufgehoben wird. Dies sollte gemäss aktuellstem Stand Ende des Jahres der Fall sein.