Gehen uns die Hausärzte aus?

Ein Stanser Hausarzt muss seine Praxis schliessen, weil er keinen Nachfolger findet. Er wird nicht der letzte sein, befürchten Experten.

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Balz Wolfisberg. (Bild: Adrian Venetz/Neue OZ)

Balz Wolfisberg. (Bild: Adrian Venetz/Neue OZ)

Seit 29 Jahren arbeitet Balz Wolfisberg als Hausarzt in Stans. Ende Februar muss er seine Praxis schliessen - unfreiwillig. Denn trotz langer Suche hat der 65-jährige Wolfisberg niemanden gefunden, der seine Praxis übernehmen möchte. Er freue sich zwar auf die Pensionierung, sagt er. Aber dass die Praxis zugehe, mache ihm schon zu schaffen.

Erste Gedanken zur Nachfolge hatte sich Balz Wolfisberg schon vor über drei Jahren gemacht. Auf entsprechende Inserate in Fachzeitschriften - auch im Ausland - meldeten sich nur etwa zehn Personen. «Erst hoffte ich, aus einer Reihe von Interessenten jemanden auswählen zu können, der am besten in die Praxis und zu meinen Patienten passt.» Bald aber merkte Balz Wolfisberg, dass er froh sein kann, wenn er überhaupt jemanden findet. Als er im Herbst 2010 noch immer keinen Nachfolger hatte, beschloss er schweren Herzens, die Praxis zu schliessen.

Auch unter Wert verkauft
Am Preis lag es nicht. «Ich hätte die Praxis auch zur Hälfte vom geschätzten Wert verkauft, wenn ich jemanden gefunden hätte», sagt er. Letztendlich aber bekam Balz Wolfisberg das zu spüren, was vielen Allgemeinpraktikern in der Schweiz grosse Sorgen macht: Junge Mediziner zieht es nicht mehr in den traditionellen Beruf des Hausarztes, sondern in spezielle Fachrichtungen. Eine Rolle spielen auch Prestige und Geld. Ein Augenarzt oder ein Radiologe verdient fast doppelt so viel wie ein Allgemeinpraktiker.

Adrian Venetz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Nidwaldner Zeitung.