Gemeinde Engelberg rechnet 2021 mit einem Defizit

Weniger Steuereinnahmen und höhere Zahlungen in den Finanzausgleich führen zu roten Zahlen im Budget.

Martin Uebelhart
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Zum ersten Mal seit vielen Jahren rechnet die Gemeinde Engelberg in der Erfolgsrechnung wieder mit einem Minus. Das schreibt der Einwohnergemeinderat in der jüngsten Gemeinde-Info. Er hat das Engelberger Budget kürzlich zuhanden der Talgemeinde am 24. November verabschiedet. Bei Ausgaben von gut 28,4 Millionen Franken beträgt das Defizit 708'400 Franken. Der Personalaufwand sowie der Sach- und Betriebsaufwand hätten im Vergleich zu den vergangenen Jahren stabil gehalten und teilweise reduziert werden können. Hingegen müsse die Gemeinde ein starkes Wachstum des Transferaufwands in Kauf nehmen. «Insbesondere die Beiträge Engelbergs an den Finanzausgleich sind grosse Posten», sagt Statthalter und Finanzchef Seppi Hainbuchner. 1,7 Millionen Franken zahlt die Gemeinde in den innerkantonalen Ausgleich, 900’000 Franken fliessen als Beitrag an den Kanton für den NFA auf schweizerischer Ebene. Seit diesem Jahr müssen sich die Obwaldner Gemeinden aufgrund eines Kantonsratsbeschlusses daran ebenfalls beteiligen.

Auch die Gesundheitskosten für die Restfinanzierung in der Pflege rechnet die Gemeinde mit Mehrausgaben. Leicht zunehmen dürften laut Voranschlag wegen der Situation mit dem Coronavirus auch die Aufwendungen für die wirtschaftliche Sozialhilfe.

Sechs Prozent weniger Steuereinnahmen

«Die Coronakrise wird sich auch auf der Einnahmeseite auswirken», sagt Hainbuchner. Sowohl bei den natürlichen als auch bei den juristischen Personen geht die Gemeinde von tieferen Steuererträgen aus. «Insbesondere bei den Firmen dürften die Gewinne zurückgehen», glaubt Hainbuchner. «Gerade der für Engelberg wichtige Tourismus dürfte an dieser Situation noch etwas länger zu beissen haben.» Dabei budgetiert Engelberg etwas pessimistischer als der Kanton. Während der Kanton in Hochrechnungen von 4 Prozent weniger Steuereinnahmen ausgeht, rechnet die Gemeinde mit 6 Prozent weniger.

Für das laufende Jahr sehe es ebenfalls nicht so gut aus wie geplant, macht Hainbuchner einen Ausblick: «Wir werden 2020 deutlich schlechter abschliessen als budgetiert.» Unter anderem hätten dabei die Bilanzwerte der Aktien in Gemeindebesitz – insbesondere von Tourismusunterneh-
men – einen Einfluss.

In der Investitionsrechnung werden Nettoinvestitionen von knapp 3 Millionen Franken erwartet. Dieser Wert ist laut der Gemeinde-Info tiefer als in den Vorjahren. Die grössten Projekte sind die Sanierung von Dach und Fassade des Musikschulhauses, diverse Investitionen beim Sporting Park, der Buswendeplatz Pfistermatte, der Ausbau des Bike-Trails, diverse Strassensanierungen sowie die Weiterführung des Hochwasserschutzprojektes Engelberg. Einzelne dieser Projekte müssen noch von der Talgemeinde genehmigt werden, bevor diese realisiert werden können.

Der Sporting Park rechnet mit einem Ertragsüberschuss von 14'390 Franken, also praktisch mit einem ausgeglichenen Budget 2021.

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