Nidwaldner Gemeinden fordern auch einen Plan B gegen A2-Blechlawine

Die Anlagen und Schilder für die vom Kanton Nidwalden angekündigten Massnahmen auf der A2 stehen bereit.

Philipp Unterschütz
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Stau bei der Autobahnausfahrt Buochs und den umliegenden Strassen am vergangenen Sonntag. (Leserbild: Thesi Wallimann)

Stau bei der Autobahnausfahrt Buochs und den umliegenden Strassen am vergangenen Sonntag. (Leserbild: Thesi Wallimann)

Insbesondere mit Schildern und Dosieranlagen wollen Polizei, Kanton und das Bundesamt für Strassen verhindern, dass es auf den Strassen der Nidwaldner Gemeinden wie am vergangenen Sonntag erneut zu einem Verkehrszusammenbruch kommt. Zudem sucht die Polizei nach Möglichkeiten, vermehrt Verkehrsmeldungen über das Radio abzusetzen und sucht ebenso die Zusammenarbeit mit den Herstellern von Navigationsgeräten. Ob damit Touristen auf ihren langen Fahrten vom Versuch abgehalten werden, einen weiteren Stau zu umfahren, wird sich zeigen.

Wie Richard Kocherhans, Filialchef Zofingen des Bundesamts für Strassen Astra, auf Anfrage bestätigt, seien die nötigen Schilder und Anlagen auf das Wochenende hin bereit. Man werde zu den Dosieranlagen an allen fünf Autobahnausfahrten zusätzliche Wechseltextanzeigen platzieren, um die Verkehrsteilnehmer auf der Autobahn zu halten. Vielleicht spielt den Behörden auch in die Hände, dass die Erhebungen des Astra zudem gezeigt haben, dass der Ferienrückreiseverkehr nun kontinuierlich abnehme.

Gemeindepräsidenten begrüssen Massnahmen

Die Umfrage bei den Präsidien der fünf Gemeinden entlang der Autobahn zeigt, dass die Massnahmen begrüsst werden, welche die Dörfer vor der erneuten Blechlawine bewahren sollen. Helene Spiess (Buochs), Bruno Käslin (Beckenried) und Gregor Schwander (Stans) betonen, dass insbesondere eine gute Information der Verkehrsteilnehmer wichtig sei: «Ich hoffe, dass die Massnahmen funktionieren», sagt Helene Spiess stellvertretend für ihre Kollegen. Bereits jetzt müsse man aber auch beginnen, einen Plan B mit weiteren Massnahmen vorzubereiten.

Eher pessimistisch ist der Stansstader Gemeindepräsident Beat Plüss. «Es gibt vermutlich gar keine Lösung, um das Problem völlig zu beheben.» Er wolle nun dieses Wochenende abwarten. «Wenn es wieder so wird wie das vergangene, dann fordern wir, dass weitere Massnahmen wie die teilweise Sperrung der Autobahnausfahrten in Betracht gezogen werden.» In einem persönlichen Gespräch mit dem Polizeikommandanten habe er diesem die Erwartungen von Stansstad mitgeteilt und auch, dass man sich in Stansstad überlege, die Dorfstrasse für Stau-Umfahrer selbstständig zu sperren.

Seit Jahren sehr betroffen vom Umfahrungsverkehr ist Hergiswil. Und seit langem kämpft Gemeindepräsident und FDP-Landrat Remo Zberg schon für eine Sperrung der Autobahnausfahrt. Für ihn ist klar: «Wer von Rimini nach Kopenhagen fährt, bleibt auf der Autobahn. Von mir aus gesehen, ist die Sperrung die einzige wirklich wirksame Massnahme, um Umfahrungsverkehr von der Kantonsstrasse fernzuhalten».

Sperrung bleibt als letzte Möglichkeit im Spiel

Remo Zberg findet es zwar gut, dass der Kanton nun Massnahmen einleitet, die eine Entschärfung der Verkehrssituation bringen können. «Ich bin aber nicht sicher, ob sie der Weisheit letzter Schluss sind.» Er habe ein konstruktives Gespräch mit Landammann Alfred Bossard und Polizeikommandant Jürg von Gunten geführt. Diese hätten Verständnis für die nur schwer erträgliche Situation besonders der Gemeinden Hergiswil und Stansstad. Man habe ihm versichert: «Sollte sich die Situation trotz der getroffenen Massnahmen nicht als zweckmässig erweisen, will man am Montag sofort weitere Massnahmen erörtern. Dazu könnte als ‹Ultima Ratio› auch eine Sperrung der Autobahnausfahrten gehören», so Remo Zberg. Er habe in diesem Gespräch auch eingebracht, dass die Verkehrsproblematik in Nidwalden, besonders aber in Hergiswil, auch langfristig angegangen werden müsse – und zwar kantonsübergreifend.