GEMEINDERAT: Papierberge gehören in Wolfenschiessen der Vergangenheit an

Das Tablet hat auch beim Wolfenschiesser Gemeinderat Einzug gehalten. Sämtliche Unterlagen, die für die Sitzungen notwendig sind, sind elektronisch abrufbar.

Matthias Piazza
Drucken
Teilen
Elektronische Sitzung (von links): Thomas Vetterli, Pius Schuler, Urs Odermatt, Darja Christen, Remigi Zumbühl und Gemeindepräsident Wendelin Odermatt. Es fehlt Eugen Dornbierer. (Bild: PD)

Elektronische Sitzung (von links): Thomas Vetterli, Pius Schuler, Urs Odermatt, Darja Christen, Remigi Zumbühl und Gemeindepräsident Wendelin Odermatt. Es fehlt Eugen Dornbierer. (Bild: PD)

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Berge von Papier verschlang ­früher die Führung des Wolfenschiesser Gemeinderates. Ein einzelnes Gemeinderatsgeschäft verbrauchte rund vier Seiten Protokoll. Bei 18 Geschäften waren das rund 70 Seiten. Nun musste das Protokoll mindestens achtmal ausgedruckt werden, für alle Gemeinderäte und den Gemeindeschreiber. Das ergab gegen 600 Blatt Papier pro Sitzung. Der Gemeinderat tagt in der Regel jeden zweiten Montag, in «heissen» Phasen, wenn etwa das Budget oder die Finanzplanung ansteht, finden wöchentlich Sitzungen statt. Hinzu kamen die vielen Unterlagen über zahlreiche zu behandelnde Gemeinderatsgeschäfte, ebenfalls alles in Papierform.

Diese Zeiten sind seit Anfang Jahr vorbei. Jeder Gemeinderat und der Gemeindeschreiber wurden mit einem iPad, also einem flachen, tragbaren Mini-PC, ausgerüstet. «Wir haben die elektronische, papierlose Sitzungsführung eingeführt, das läuft sehr gut und ermöglicht beispielsweise auch die Online-Anmeldung von Wortbegehren», sagte Gemeinderatspräsident Wendelin Odermatt an der vergangenen Gemeindeversammlung. Im Übrigen habe sich das Team «sehr gut gefunden, wir haben sehr lebhafte Sitzungen».

Mit dem neuen System haben die Räte während der Sitzung Zugriff auf sämtliche Unterlagen, ohne dass sie Berge von Akten mitschleppen müssen. «So sind wir viel flexibler, können nicht nur auf alle Dokumente zugreifen, sondern bei Bedarf auch direkt Anpassungen vornehmen», erläutert Wendelin Odermatt im Gespräch mit unserer Zeitung. Zudem entfalle auch der Weg ins Gemeindehaus, um nach oder vor einer Sitzung Dokumente abzuholen. Auch der Sitzungsablauf sei effizienter. Wortbegehren zu den einzelnen Geschäften werden im Internet über einen geschützten Bereich im Voraus angemeldet. «Vor der Sitzung kategorisieren wir die Geschäfte und wissen darum schon, welche Geschäfte einer Diskussion bedürfen und welche nicht.» Unter die Kategorie A fallen Geschäfte, deren Traktandierung nur Formsache ist. Das sind beispielsweise Baugesuche, die vorgängig schon behandelt worden sind. B-Geschäfte werden im Rat diskutiert. Geschäfte mit einer C-Kennzeichnung sind eher informativer Natur.

«Sich gut mit dem System angefreundet»

Wendelin Odermatt zieht nach rund fünf Monaten Betrieb eine äusserst positive Zwischenbilanz: «Nach einer Angewöhnungszeit haben wir uns gut mit dem neuen System angefreundet. Ich kann das jedem Rat wärmstens empfehlen.» Mit rund 8000 Franken für die Anschaffung der acht iPads rechnet sich die Investition laut Odermatt, «zumal wir dadurch Berge von Papier einsparen, was sich auf jeden Fall mit sinkenden Kosten in der Jahresrechnung der Gemeinde bemerkbar machen wird», ist er überzeugt.

Ganz neu ist das System für Odermatt nicht. Den papierlosen Betrieb hat er auch früher schon gekannt, als Vorstandsmitglied bei Bio Suisse.