Gemeindeversammlung
Ennetmooser sollen Steuergeschenk erhalten

Der Gemeinderat von Ennetmoos beantragt die Reduktion der Steuern. Reserven seien mehr als ausreichend da.

Richard Greuter
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Die Ennetmooser Bürgerinnen und Bürger können sich freuen. An der Gemeindeversammlung vom kommenden Freitag dürfen sie über eine Reduktion der Steuern um 0,2 Einheiten abstimmen. Ein weiteres Traktandum verspricht ein einmaliges Steuergeschenk von ebenfalls 0,2 Steuereinheiten.

Ohne Reduktion budgetiert die Gemeinde ein Minus von 81'339 Franken. Die Steuerreduktion würde den Fehlbetrag auf 441'339 Franken erhöhen und das zusätzliche Steuergeschenk auf 781'339 Franken. Ein Hauptgrund für die geplanten Geschenke sind die finanzpolitischen Reserven, die auf rund acht Millionen Franken angewachsen sind. «Es ist gut, dass wir Reserven haben. Aber so viel brauchen wir nicht», sagt Gemeindevizepräsidentin Regina Durrer, die für die Finanzen verantwortlich ist.

Diverse Projekte zu hoch budgetiert

Dass es so weit gekommen ist, hat für Durrer einen Grund: «Wir schauen gut zum Geld.» Dabei verweist die Finanzchefin auf die Vergangenheit und erwähnt verschiedene Projekte, die unter dem budgetierten Betrag abgeschlossen werden konnten. Zudem, so Durrer weiter, flossen in den letzten Jahren mehr Grundstückgewinnsteuern in die Gemeindekasse.

Ein weiterer Grund für die guten Finanzlagen sind die Steuereinnahmen. Nach Vorgaben des Kantons, kann die Gemeinde rund 300'000 Franken mehr erwarten als im Vorjahr. Gleichzeitig sinkt der Beitrag aus dem Finanzausgleich um rund 65'000 Franken.

Moderat präsentiert sich die Investitionsrechnung. Seit längerem laufen die Planungsarbeiten für das Hochwasserschutzprojekt Mehl-/Rübibach. Für weitere Planungsarbeiten sind im nächsten Jahr 120'000 Franken vorgesehen. «Diese Hochwasserschutzmassnahmen sind der grösste Brocken, der uns in den nächsten Jahren fordern wird», sagt Gemeindepräsident Stefan von Holzen auf Anfrage. Er gehe von einem Kostenrahmen von rund 16,5 Millionen Franken aus. Einen grossen Teil davon finanzieren Bund und Kanton. Wie hoch der Anteil der Gemeinde Ennetmoos ist, sei noch nicht bekannt. Gleichzeitig beginnen die Planungsarbeiten für die Revitalisierung des Luterbachs, welche 2024 realisiert werden soll.

Neue Wasserleitungen für Gruob und Gotthardli

Insgesamt 585'000 Franken sind für die Sanierung des Reservoirs Hostetten budgetiert. Weitere 100'000 Franken kostet der Ersatz der Wasserleitung Niederhusen. Gemäss Mehrjahresplanung wird mit 176'000 Franken für Unterhaltsarbeiten an Abwasserkanälen gerechnet. Um die Wasserversorgung auch künftig zu gewährleisten, sind weitere Bauvorhaben geplant. 2024 will die Gemeinde die Wasserleitung im Quartier Gruob erneuern und zwei Jahre später die Wasserleitungen in den Quartieren Gotthardli und Löwengrube ersetzen.

Im Bereich St.Jakob sind Anpassungen der Fuss- und Velowege sowie der Bushaltestelle geplant. Die Haltestelle wird dabei hindernisfrei umgebaut. Für die Projektarbeiten sind 46'000 Franken vorgesehen.

Dies alles hat Folgen für den Finanzplan 2023 bis 2026. Im Jahr 2023 rechnet der Gemeinderat mit Investitionen in der Höhe von 746'672 Franken. Im 2024 sind es 3,7 Millionen und ein Jahr später 3,6 Millionen Franken. Im Jahr 2026 sollen sie dann wieder auf 2,6 Millionen Franken sinken.

Höhere Entschädigungen für Kirchenfunktionäre

Neben der Rechnung des Jahres 2020 stimmen die Mitglieder der katholischen Kirchgemeinde über das Budget und den Steuerfuss für das nächste Jahr ab. Zudem möchte der Kirchenrat die Aufwandsentschädigungen erhöhen. Er rechnet mit einer Erhöhung von jährlich 80'500 Franken.

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