Generationenwechsel bei den Grünen Nidwalden

Der 32-jährige Landrat Alexander Huser aus Ennetbürgen ist neuer Präsident der Grünen Nidwalden. Er löst den 65-jährigen Leo Amstutz an der Parteispitze ab.

Philipp Unterschütz
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Alexander Huser, der neue Präsident der Grünen Nidwalden.

Alexander Huser, der neue Präsident der Grünen Nidwalden.

Bild: PD/Jonas Riedle

Einstimmig wählte die Generalversammlung am Montagabend im Wohnheim Nägeligasse in Stans ihren neuen Präsidenten. Unter grossem Applaus bestimmten die 35 Anwesenden den vorgeschlagenen Alexander Huser als Nachfolger von Leo Amstutz. Bereits vergangenes Jahr hatte Amstutz bei der Neubesetzung des Vorstands bekanntgegeben, dass er dieses Jahr nach fünf Jahren Präsidentschaft zurücktreten wolle.

Der 32-jährige Alexander Huser sitzt seit zwei Jahren für die Grünen Nidwalden im Landrat, wohnt in Ennetbürgen und arbeitet als Key Account Manager bei der Bio-Familia AG in Sachseln. Mit ihm bekomme der Vorstand der Grünen «eine junge und tatkräftige Unterstützung», schreibt die Partei in einer Mitteilung und bezeichnet den Wahlausgang selber als Generationenwechsel.

Ökologisch nötig und ökonomisch vertretbar

Gemeint sind damit aber nicht nur die über 30 Jahre Altersunterschied zwischen Huser und Amstutz. Man verbinde mit dem Generationenwechsel neue Ideen und auch Herangehensweisen, erklärt der abgetretene Präsident Leo Amstutz auf Anfrage. «Es wird keine neue Politik der Grünen in Nidwalden geben, aber es gibt neue Argumentationslinien.» Während bei der älteren Generation der grünen Politiker der Umweltschutz oft sehr im Vordergrund stehe, gehe es bei der jungen Generation vermehrt darum, was ökologisch nötig und zugleich ökonomisch vertretbar sei.

Alexander Huser, der einen Masterabschluss in Betriebswirtschaft gemacht hat, bestätigt, dass Grünen-Politik die Themen auch aus einem wirtschaftlichen, liberalen Blickwinkel betrachten könne. «Ich möchte, dass wir offener und zugänglicher werden, dass wir unsere Politik quasi vermehrt an die Stammtische bringen können und die Anliegen nicht einfach als utopische Ideen abgetan werden.» Er sei mit seinen 32 Jahren der Zweitjüngste im Landrat, der einen Altersdurchschnitt von 50,7 Jahren habe, sagt Huser, der auch auf eine Signalwirkung hofft. «Politik geht auch Junge etwas an. Sie betrifft uns alle, nicht nur ältere Leute.» Das sei aber nicht nur eine Angelegenheit der Grünen.

Er habe sich nach verschiedenen Gesprächen im vergangenen Jahr und etwas Bedenkzeit ums Jahresende herum entschlossen, sein Interesse anzumelden. «Es ist eine gute Konstellation im neuen Vorstand. Ich freue mich und bin sehr motiviert, die Nidwaldner Politik verstärkt mitgestalten zu können.»

Grüne Themen mehrheitsfähiger machen

Dabei ist sich der neue Parteipräsident bewusst, dass es Grünen-Politik im politisch konservativen Nidwalden nicht leicht hat. Trotz der landesweit erfolgreichen grünen Welle. «Wir haben über 13 Prozent Wähleranteil und wollen als Partei mehr gehört werden. Auch wenn wir vergleichsweise schwach sind, ist unser Fokus trotzdem nicht weniger wichtig.» Er sei sicher, dass die Anliegen der Partei – wie die Klimafragen – zu einem Dauerbrenner würden. Der Klimawandel werde auch in Nidwalden Folgen haben und Massnahmen erfordern, beispielsweise in der Landwirtschaft.

Alexander Huser will die Ideen der Grünen mehrheitsfähiger machen. Als Beispiel erwähnt er den Mittagstisch in Ennetbürgen. Das werde breit diskutiert. Die Leute müssten auch ausserhalb der Parteien an solche Themen andocken können. Es sei deshalb wichtig, dass die Partei weiterhin nahe an den Themen in den Gemeinden und beim Kanton dranbleibe, insbesondere in der Sozialpolitik oder beim Umweltschutz.

Leo Amstutz bleibt der Partei erhalten

Leo Amstutz ist als Präsident der Grünen Nidwalden zurückgetreten.

Leo Amstutz ist als Präsident der Grünen Nidwalden zurückgetreten.

Bild: PD

In ihrer Mitteilung schreiben die Grünen weiter, es sei ein Pluspunkt, dass der neue Präsident auch amtierender Landrat sei. «Damit kann er von der wichtigen persönlichen Vernetzung profitieren», bestätigt Leo Amstutz aus eigener Erfahrung. Nach seinem Rücktritt aus dem Landrat sei er selber nicht mehr so nahe an den Themen dran gewesen. Er freue sich sehr über die Wahl von Alexander Huser. «Ich bin überzeugt, dass er die erfolgreiche Arbeit des bisherigen Vorstands mit einer Mischung aus Kontinuität und neuen Ideen weiterführen wird.»

Leo Amstutz, ein Urgestein der Grünen in Nidwalden, war seit der Gründung der Grünen-Vorgängerpartei Demokratisches Nidwalden (DN) 1982 an vorderster Front dabei und sass von 2006 bis 2018 im Landrat. Er tritt mit der Wahl von Alexander Huser ins zweite Glied zurück. Er werde der Partei natürlich treu bleiben, aber öffentliche Auftritte werde es von ihm nur noch wenige geben. «Ich bin gerne hingestanden und war gerne das Gesicht der Grünen Nidwalden, aber jetzt kann ich genauso gut zurückstehen.» An der Generalversammlung wurde sein Engagement gewürdigt. Leo Amstutz habe die letzten fünf Jahre dafür gesorgt, dass die Umwelt- und Sozialpolitik der Grünen im Kanton wahrgenommen werde.