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Geplantes Hundeverbot in Hergiswil wirft Wellen

Der Gemeinderat will den neugestalteten Gemeindehausplatz zur hundefreien Zone erklären. Dagegen regt sich Widerstand. Unterschriften werden gesammelt. Das letzte Wort hat der Regierungsrat.
Matthias Piazza
Das Hundeverbot auf dem noch gesperrten Gemeindehausplatz ist schon angebracht. (Bild: Matthias Piazza (Hergiswil, 7. Juni 2018))

Das Hundeverbot auf dem noch gesperrten Gemeindehausplatz ist schon angebracht. (Bild: Matthias Piazza (Hergiswil, 7. Juni 2018))

Der Gemeindehausplatz wurde im vergangenen halben Jahr neu gestaltet. Die Seeufermauer ist einer Flachuferzone mit Kiesstrand gewichen, der Spielplatz und das Parkmobiliar wurden erneuert, es entstanden naturnahe Fusswege, zusätzliche Veloparkplätze und eine Plattform mit Ausblick. Den Hunden soll dieser Platz künftig verwehrt bleiben. Der Gemeinderat will beim Regierungsrat ein Hundeverbot erwirken. Die Rede ist von Nutzungskonflikten und liegen gebliebenen Hundekot (siehe Ausgabe vom 5. Juni). Gemeindevizepräsident Alfonso Ventrone gab damals gegenüber unserer Zeitung schon zu verstehen, dass er mit Widerständen rechnet.

Damit sollte er recht behalten. So sammelt ein Komitee Unterschriften gegen das geplante Verbot. Auf Anfrage wollte es sich gegenüber unserer Zeitung allerdings nicht weiter äussern.

Konkret Stellung bezieht hingegen Heinz Urech, Präsident des Hundesportvereins Unterwalden. «Ich bin generell gegen Hundeverbote. Sie sind hundefeindlich. Hunde brauchen ihre Freiheit, eine Leinenpflicht ist völlig ausreichend.» Die Argumente des Gemeinderates wegen Konflikten zwischen Hunden und anderen Benutzern oder wegen Kots auf der Wiese kann er nicht nachvollziehen. «Die meisten Leute haben ihren Hund im Griff und entsorgen auch den Kot korrekt. Die unrühmliche Minderheit, die sich nicht korrekt verhält, darf kein Grund für den Gemeinderat für eine solch drastische Massnahme wie ein Hundeverbot sein.» Seiner Einschätzung nach sollte darum auch der Regierungsrat im Sinne der Hundehalter entscheiden und das Gesuch des Gemeinderates ablehnen.

Regierung entscheidet voraussichtlich im Juli

Zurzeit läuft die interne Vernehmlassung, bei der sich die Polizei, die Gesundheits- und Sozialdirektion und weitere Amtsstellen dazu äussern können. Anfang Juli wird voraussichtlich der Regierungsrat über das Gesuch befinden. Entscheidet er im Sinne des Gemeinderates, würde das Hundeverbot sofort in Kraft treten. «Gestützt auf die Rückmeldungen wird der Regierungsrat seinen Entscheid fällen, im Bestreben, die verschiedenen Interessen angemessen zu berücksichtigen», sagt Michael Siegrist, Departementssekretär der Nidwaldner Justiz- und Sicherheitsdirektion.

Das Nidwaldner Hundegesetz verbietet explizit das Mitführen oder Laufenlassen von Hunden auf Friedhöfen, auf Spielplätzen und in Strandbädern. Auf Sportplätzen und in Schulhausanlagen müssen Hunde an der Leine geführt werden.

Als weitere Option kann die Regierung weitere Einschränkungen wie Leinenzwang, Maulkorbzwang oder eben hundefreie Zonen anordnen. Dies komme allerdings sehr selten vor. «Ich erinnere mich an keinen vergleichbaren Fall in meiner sechsjährigen Amtszeit», so Michael Siegrist.

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