99 Prozent der Schulabgänger in Obwalden und Nidwalden haben eine Anschlusslösung

Die männlichen Schulabgänger in Ob- und Nidwalden haben aus einer breiteren Berufspalette ausgewählt als ihre Kolleginnen. Rund ein Viertel tritt in eine weiterführende Schule über.

Martin Uebelhart
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Für 370 (Vorjahr: 399) Jugendliche in Nidwalden und 376 (356) Jugendliche in Obwalden ist im Juli die obligatorische Schulzeit zu Ende gegangen. 366 Jugendliche in Nidwalden – das entspricht 99 Prozent – und 374
Jugendliche in Obwalden (99.5 Prozent) haben nach der obligatorischen Schulzeit eine Anschlusslösung gefunden. Dies ergibt die Schulenderhebung, die jährlich von der Berufs- und Studienberatung Nidwalden und der Berufs- und Weiterbildungsberatung Obwalden durchgeführt wird. Die Zahlen seien sehr erfreulich, schreiben die beiden Kanone in einer gemeinsamen Medienmitteilung. «Diese Quoten bewegen sich im Rahmen der früheren Jahre», sagt Sandra Portmann, Leiterin Berufs- und Weiterbildungsberatung Nidwalden, auf Anfrage.

Allfälliger Einfluss von Corona zeigt sich erst

Der Übergang von der obligatorischen Schulzeit in die nachobligatorische Bildung sei durch die Coronapandemie nicht beeinträchtigt worden, so die Mitteilung weiter. Ob die Coronakrise allenfalls in kommenden Jahren Einfluss auf die Angebote der Unternehmen für die Berufsausbildung habe, könne man noch nicht sagen, so Sandra Portmann. «Das wird sich erst noch zeigen.» Erste Hinweise könnte die Zwischenbefragung der Schülerinnen und Schüler im Januar bringen, die im Kanton Nidwalden in der dritten Klasse der Orientierungsschule durchgeführt wird. «Diese Resultate sind wertvoll für uns, da wir sehen, wer allenfalls noch keine Lösung gefunden hat», sagt Sandra Portmann. So könne man mit diesen Schülerinnen und Schülern Kontakt aufnehmen und sie beim Finden einer passenden Anschlusslösung unterstützen.

Wie in den Vorjahren starten in beiden Kantonen knapp zwei Drittel aller Schulabgängerinnen und Schulabgänger eine 2-, 3- oder 4-jährige berufliche Grundbildung. Mehrheitlich haben sowohl die Nidwaldner als auch die Obwaldner Schulabgängerinnen und Schulabgänger eine Lehrstelle im eigenen Kanton gefunden. 30 Prozent der Nidwaldner und 24 Prozent der Obwaldner werden ihre Berufslehre ausserkantonal antreten.

Männliche Schulabgänger wählen unter mehr Berufen

Die Vielfalt der Berufswahl ist bei den weiblichen Jugendlichen deutlich weniger ausgeprägt als bei den männlichen. Während die Schulabgängerinnen zwischen 29 (Nidwalden) respektive 38 (Obwalden) verschiedenen Berufen gewählt haben, entschieden sich die Nidwaldner Schulabgänger für 51, die Obwaldner Schulabgänger für 45 verschiedene Berufe. Am beliebtesten sind nach wie vor die kaufmännischen Berufe sowie die Gesundheits-, Detailhandels- und Elektroinstallationsberufe. Zu den selten gewählten Berufslehren zählen unter anderem Anlagen- und Apparatebauerin und Apparatebauer, Fachkauffrau und Fachmann, Bewegungs- und Gesundheitsförderung oder Fassadenbauerin und Fassadenbauer.

Rund ein Viertel tritt in eine weiterführende Schule über, wobei die weiblichen Jugendlichen sowohl in Obwalden (65 Prozent) als auch in Nidwalden (57 Prozent) die Mehrheit bilden.

Der grösste Anteil der Übertritte entfällt mit rund 90 Prozent auf das jeweilige kantonale Gymnasium. Die übrigen Übertritte erfolgen an eine Fachmittelschule, ein ausserkantonales Kurzzeitgymnasium, eine Privatschule oder an die Sportmittelschule Engelberg.

Etwas mehr als 10 Prozent der Jugendlichen absolvieren nach der obligatorischen Schulzeit ein Zwischenjahr. In beiden Kantonen besuchen je die Hälfte davon das kantonale Brückenangebot. Die anderen Schulabgängerinnen und -abgänger haben sich für private Angebote wie Sozialjahr, Sprachaufenthalte, Agri-Prakti (Hauswirtschaftsjahr) oder Au-pair-Jahr oder für den gestalterischen Vorkurs entschieden. Auffallend oft wählen Schulabgängerinnen private Zwischenlösungen, die einen hohen Praxisanteil beinhalten.

Nur einzelne Jugendliche wussten zum Zeitpunkt der Erhebung noch nicht, wie es für sie nach dem Sommer weitergeht. In Nidwalden sind es vier, in Obwalden deren zwei. Diese Jugendlichen stehen noch im Bewerbungsverfahren für eine Lehrstelle oder eine weiterführende Schule. In beiden Kantonen sind aktuell zahlreiche offene Lehrstellen verfügbar und Lehrverträge können noch bis Ende Oktober abgeschlossen werden.

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