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«Gestandene Mitarbeiter haben geweint»: Der Schock nach dem tragischen Seilbahn-Unfall am Titlis sitzt tief

Ein langjähriger Mitarbeiter der Titlisbahnen verstarb am Mittwoch bei Revisionsarbeiten an der Gondelbahn von Engelberg nach Trübsee. Bei dem Unfall wurden sechs weitere Personen verletzt, darunter ist auch ein Lehrling.
Franziska Herger
Die von der Polizei abgesperrte Unfallstelle. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)

Die von der Polizei abgesperrte Unfallstelle. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)

Die Fahnen vor dem Hotel Terrace in Engelberg standen auf Halbmast. Mit betroffenen Gesichtern traten Titlis-CEO Norbert Patt und Verwaltungsratspräsident Hans Wicki vor die Medien, flankiert von Garaventa-Chef Arno Inauen, Staatsanwalt Bernhard Schöni und Pikettoffizier Marco Niederberger von der Obwaldner Kantonspolizei. «Das ist der schwärzeste Tag in der Geschichte unseres Unternehmens», sagte Wicki.

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Das sagen die Verantwortlichen zum Seilbahn-Unfall am Titlis

Am frühen Morgen war es bei geplanten Revisionsarbeiten an der Titlis Xpress-Gondelbahn zwischen Engelberg und Trübsee zu einem tragischen Unfall gekommen. Bei der Kürzung des Förderseils der Gondelbahn auf der Gerschnialp löste sich die dafür nötige temporäre Abspannung im Bereich des Seilspleisses, worauf die dazwischen stehenden Arbeiter vom nach oben schnellenden Förderseil sowie vom nach unten fallenden Entlastungsseil getroffen wurden.

Ein Mitarbeiter der Titlisbahnen wurde dabei so schwer getroffen, dass er noch auf der Unfallstelle starb. Zwei weitere wurden schwer verletzt. Sie sowie ein mittelschwer verletzter Mitarbeiter der Thurgauer Drahtseilfirma Fatzer wurden von der Rega ins Spital geflogen. Die beiden Schwerverletzten seien ansprechbar gewesen, sagte Hans Wicki. Drei leicht verletzte Titlis-Mitarbeiter konnten vor Ort behandelt werden. Unverletzt blieben 10 weitere Mitarbeiter der Titlis-Bahnen sowie zwei von der Seilbahnfirma Garaventa. Sie wurden am Berg von einem Care-Team betreut.

Die Übersicht über die geöffneten und geschlossenen Bahnen am Titlis vom Mittwoch zeigt rot markiert auch die Seilbahn von Engelberg nach Trübsee. Diese Bahn befand sich in Revision. (Screenshot www.titlis.ch)

Die Übersicht über die geöffneten und geschlossenen Bahnen am Titlis vom Mittwoch zeigt rot markiert auch die Seilbahn von Engelberg nach Trübsee. Diese Bahn befand sich in Revision. (Screenshot www.titlis.ch)

«Qualifizierte Mitarbeiter mit korrektem Werkzeug»

Die Unfallursache ist Gegenstand von Abklärungen durch Polizei und Staatsanwaltschaft. Die Revisionsarbeiten seien zwar Routine, sagte Norbert Patt, «aber es sind natürlich immer grosse Kräfte da». Es seien immer gefährliche Arbeiten, meinte auch Hans Wicki. «Was das heisst, mussten wir heute mit grossem Schrecken erleben.»

Marco Niederberger, Leiter der Obwaldner Verkehrs- und Sicherheitspolizei, sprach am Rande der Pressekonferenz von einem schrecklichen Anblick, der sich vor Ort bot. «Der Auftrag der Staatsanwaltschaft in Zusammenarbeit mit uns ist es nun, abzuklären, ob es etwa ein Materialbruch war oder ein technisches oder ein menschliches Versagen.» Erst wenn die Unfallursache klar sei, würden je nachdem allfällige strafrechtliche Schritte eingeleitet. Zur Abklärung beigezogen wurden das Forensische Institut Zürich sowie den Unfallversicherer Suva. Zudem werde die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) untersuchen, ob ein Materialfehler vorgelegen habe, sagte Staatsanwalt Schöni.

Inspektion der Unfallstelle. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019) Inspektion der Unfallstelle. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
Ein Mitarbeiter der Titlisbahnen so schwer verletzt, dass er noch auf der Unfallstelle verstarb. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019) Ein Mitarbeiter der Titlisbahnen so schwer verletzt, dass er noch auf der Unfallstelle verstarb. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
Zwei weitere mit den Arbeiten beschäftigte Personen wurden erheblich, eine Person mittelschwer verletzt, wie die Polizei weiter mitteilt. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019) Zwei weitere mit den Arbeiten beschäftigte Personen wurden erheblich, eine Person mittelschwer verletzt, wie die Polizei weiter mitteilt. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
Alle drei Verletzten seien von der Rega zur weiteren Behandlung in ausserkantonale Spitäler geflogen worden. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019) Alle drei Verletzten seien von der Rega zur weiteren Behandlung in ausserkantonale Spitäler geflogen worden. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
Zum Gesundheitszustand dieser Personen könnten keine weiteren Angaben gemacht werden. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)Zum Gesundheitszustand dieser Personen könnten keine weiteren Angaben gemacht werden. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
Der Arbeitsunfall ereignete sich bei der Gerschnialp. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019) Der Arbeitsunfall ereignete sich bei der Gerschnialp. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
Drei Personen seien leicht verletzt und noch vor Ort behandelt worden. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)Drei Personen seien leicht verletzt und noch vor Ort behandelt worden. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
Begehung der Unfallstelle. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)Begehung der Unfallstelle. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
Der Arbeitsunfall ereignete sich bei der Gerschnialp. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)Der Arbeitsunfall ereignete sich bei der Gerschnialp. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
Mitarbeitende des Seilbahn- und des Förderseilherstellers sowie Angestellte der Bergbahnen Engelberg-Titlis arbeiteten morgens auf der Gerschnialp am Förderseil der Gondelbahn, als sich die temporäre Abspannung im Bereich Seilspleisses des Förderseils löste, worauf die Arbeiter vom Förder- wie Entlastungsseil getroffen wurden. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)Mitarbeitende des Seilbahn- und des Förderseilherstellers sowie Angestellte der Bergbahnen Engelberg-Titlis arbeiteten morgens auf der Gerschnialp am Förderseil der Gondelbahn, als sich die temporäre Abspannung im Bereich Seilspleisses des Förderseils löste, worauf die Arbeiter vom Förder- wie Entlastungsseil getroffen wurden. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
Das zu verkürzende Förderseil hängt durch. Ein Seilbahnmast bei der Unfallstelle. (Bild: Keystone/Urs Flüeler, 5. Juni 2019) Das zu verkürzende Förderseil hängt durch. Ein Seilbahnmast bei der Unfallstelle. (Bild: Keystone/Urs Flüeler, 5. Juni 2019)
Ein Seilbahnmast bei der Unfallstelle. (Bild: Keystone/Urs Flüeler, 5. Juni 2019) Ein Seilbahnmast bei der Unfallstelle. (Bild: Keystone/Urs Flüeler, 5. Juni 2019)
Beim tragischen Arbeitsunfall auf der Gerschnialp kam ein Mitarbeiter der Titlisbahnen ums Leben. (Bild: Keystone/Urs Flüeler, 5. Juni 2019) Beim tragischen Arbeitsunfall auf der Gerschnialp kam ein Mitarbeiter der Titlisbahnen ums Leben. (Bild: Keystone/Urs Flüeler, 5. Juni 2019)
Der tragische Unfall wirft einen Schatten auf die Alpidylle auf der Gerschni. (Bild: Keystone/Urs Flüeler, 5. Juni 2019) Der tragische Unfall wirft einen Schatten auf die Alpidylle auf der Gerschni. (Bild: Keystone/Urs Flüeler, 5. Juni 2019)
Absperrband umzäunt den Unfallbereich auf der Gerschnialp oberhalb von Engelberg. (Bild: Keystone/Urs Flüeler, 5. Juni 2019)Absperrband umzäunt den Unfallbereich auf der Gerschnialp oberhalb von Engelberg. (Bild: Keystone/Urs Flüeler, 5. Juni 2019)
Untersuchungen auf der Unfallstelle. (Bild: Keystone/Urs Flüeler, 5. Juni 2019) Untersuchungen auf der Unfallstelle. (Bild: Keystone/Urs Flüeler, 5. Juni 2019)
Abgesperrt: Die Unfallstelle wird derzeit von der Kantonspolizei untersucht. (Bild: Keystone/Urs Flüeler, 5. Juni 2019) Abgesperrt: Die Unfallstelle wird derzeit von der Kantonspolizei untersucht. (Bild: Keystone/Urs Flüeler, 5. Juni 2019)
Ein Fahrzeug der Kantonspolizei Obwalden bei der Unfallstelle. (Bild: Keystone/Urs Flüeler, 5. Juni 2019) Ein Fahrzeug der Kantonspolizei Obwalden bei der Unfallstelle. (Bild: Keystone/Urs Flüeler, 5. Juni 2019)
Nur noch eines von zwei Förderseilen hängt da: Ein Seilbahnmast bei der Unfallstelle auf der Gerschnialp. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019) Nur noch eines von zwei Förderseilen hängt da: Ein Seilbahnmast bei der Unfallstelle auf der Gerschnialp. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
Die Ermittlungen zum Unfallhergang und zur Unfallursache begannen noch vor Ort. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019) Die Ermittlungen zum Unfallhergang und zur Unfallursache begannen noch vor Ort. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
Die Ermittlungen zum Unfallhergang und zur Unfallursache begannen noch vor Ort. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)Die Ermittlungen zum Unfallhergang und zur Unfallursache begannen noch vor Ort. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
Die Ermittlungen zum Unfallhergang und zur Unfallursache begannen noch vor Ort. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019) Die Ermittlungen zum Unfallhergang und zur Unfallursache begannen noch vor Ort. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
Die von der Polizei abgesperrte Unfallstelle. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019) Die von der Polizei abgesperrte Unfallstelle. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
Die von der Polizei abgesperrte Unfallstelle. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)Die von der Polizei abgesperrte Unfallstelle. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
Die von der Polizei abgesperrte Unfallstelle. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)Die von der Polizei abgesperrte Unfallstelle. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
Die von der Polizei abgesperrte Unfallstelle nach einem Unglück bei den Revisionsarbeiten der Gondelbahn zwischen Engelberg und Trübsee. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)Die von der Polizei abgesperrte Unfallstelle nach einem Unglück bei den Revisionsarbeiten der Gondelbahn zwischen Engelberg und Trübsee. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
Der tödliche Unfall ereignete sich während den Revisionsarbeiten an der Gondelbahn zwischen Engelberg und Trübsee. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019) Der tödliche Unfall ereignete sich während den Revisionsarbeiten an der Gondelbahn zwischen Engelberg und Trübsee. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
Augenschein vor Ort: Der CEO der Titlisbahnen, Norbert Patt, bei der Besichtigung der Unfallstelle. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019) Augenschein vor Ort: Der CEO der Titlisbahnen, Norbert Patt, bei der Besichtigung der Unfallstelle. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
Der CEO der Titlisbahnen, Norbert Patt, bei der Besichtigung der Unfallstelle. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)Der CEO der Titlisbahnen, Norbert Patt, bei der Besichtigung der Unfallstelle. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
Die von der Polizei abgesperrte Unfallstelle. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)Die von der Polizei abgesperrte Unfallstelle. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
Die Medienkonferenz im Hotel Terrace in Engelberg beginnt. Am Tisch sitzen (v.l.n.r.) Marco Niederberger von der Kantonspolizei Obwalden; Bernhard Schöni, Staatsanwalt des Kantons Obwalden; Hans Wicki, Verwaltungsratspräsident der Titlisbahnen; Norbert Patt, CEO der Titlisbahnen und Garaventa-Chef Arno Inauen. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019) Die Medienkonferenz im Hotel Terrace in Engelberg beginnt. Am Tisch sitzen (v.l.n.r.) Marco Niederberger von der Kantonspolizei Obwalden; Bernhard Schöni, Staatsanwalt des Kantons Obwalden; Hans Wicki, Verwaltungsratspräsident der Titlisbahnen; Norbert Patt, CEO der Titlisbahnen und Garaventa-Chef Arno Inauen. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
Traurige Gesichter bei den Titlisbahnen: Verwaltungsratspräsident Hans Wicki (links) und CEO Norbert Patt während der Medienkonferenz im Hotel Terrace in Engelberg. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019) Traurige Gesichter bei den Titlisbahnen: Verwaltungsratspräsident Hans Wicki (links) und CEO Norbert Patt während der Medienkonferenz im Hotel Terrace in Engelberg. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
Der Obwaldner Staatsanwalt Bernhard Schöni während der Medienkonferenz im Hotel Terrace in Engelberg. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019) Der Obwaldner Staatsanwalt Bernhard Schöni während der Medienkonferenz im Hotel Terrace in Engelberg. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
Traurige Gesichter bei den Titlisbahnen: Verwaltungsratspräsident Hans Wicki (links) und CEO Norbert Patt während der Medienkonferenz im Hotel Terrace in Engelberg. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019) Traurige Gesichter bei den Titlisbahnen: Verwaltungsratspräsident Hans Wicki (links) und CEO Norbert Patt während der Medienkonferenz im Hotel Terrace in Engelberg. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
Marco Niederberger von der Obwaldner Kantonspolizei während der Medienkonferenz im Hotel Terrace in Engelberg. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019) Marco Niederberger von der Obwaldner Kantonspolizei während der Medienkonferenz im Hotel Terrace in Engelberg. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
Der Nidwaldner Ständerat Hans Wicki, der als Verwaltungsratspräsident der Titlisbahnen amtet, zusammen mit CEO Norbert Patt während der Medienkonferenz im Hotel Terrace in Engelberg. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019) Der Nidwaldner Ständerat Hans Wicki, der als Verwaltungsratspräsident der Titlisbahnen amtet, zusammen mit CEO Norbert Patt während der Medienkonferenz im Hotel Terrace in Engelberg. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Engelberg, 5. Juni 2019)
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Tragischer Seilbahn-Unfall bei Revisionsarbeiten am Titlis fordert ein Todesopfer und mehrere Schwerverletzte

Keine Kenntnis von vergleichbarem Fall

Wicki wie Garaventa-CEO Arno Inauen betonten, dass Sicherheit in ihren Unternehmen oberstes Gebot sei. «Es waren qualifizierte Mitarbeiter mit korrektem Werkzeug im Einsatz», betonte Inauen. Ihm sei in seiner ganzen bisherigen Karriere kein vergleichbarer Unfall bekannt. Sämtliche Titlis-Mitarbeiter, die im Einsatz standen, seien sich Revisionsarbeiten gewohnt gewesen, sagte Hans Wicki. «Heute war allerdings auch einer dabei, der noch nicht so manche Revisionen mitgemacht hat. Aber irgendwann muss man beginnen, sich daran zu gewöhnen.» Wie Staatsanwalt Bernhard Schöni auf Anfrage bestätigte, handelt es sich bei einem Verletzten um einen Lehrling.

Der Verstorbene dagegen habe 32 Jahre für die Titlisbahnen gearbeitet, zuerst als Saisonmitarbeiter, danach als Jahresmitarbeiter, sagte CEO Norbert Patt. Und Hans Wicki ergänzte: «Es ist sehr schmerzhaft, wenn ein Mitarbeiter, der sich für das Unternehmen so eingesetzt hat, bei seiner Tätigkeit sein Leben lassen muss. Er war ein sehr fleissiger Mann, der immer anpackte, wenn Not am Mann war». Er und Patt hätten die Familie des Verstorbenen noch am Morgen besucht, so Wicki. «Sie sagten, ihr Vater habe die Arbeit geliebt, aber immer gewusst, dass auch ein Risiko dabei ist.» Wie Staatsanwalt Schöni auf Anfrage sagte, handelt es sich bei dem Verstorbenen um einen 58-jährigen Nidwaldner.

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Titlis-Präsident Wicki zum tödlichen Arbeitsunfall: «Wir haben versprochen, dies lückenlos aufzuklären»

Der Schock bei den Titlisbahnen sitzt tief

Am Mittwochabend kamen die Mitarbeiter der Titlisbahnen bei der Talstation zusammen. Der Schock sitzt tief. Man wolle ihnen die Möglichkeit geben, zu reden und sich zu informieren, sagte Norbert Patt. «Alle sind sehr betroffen. Gestandene Mitarbeiter haben heute geweint.»

Da sich der Unfall im Rahmen ordentlicher geplanter Revisionsarbeiten ereignete, war der touristische Verkehr nicht betroffen. Die Standseilbahn von Engelberg nach Gerschnialp sowie die ältere Bahn von Gerschnialp nach Trübsee fahren nach dem regulären Fahrplan. Man hoffe, die Gondelbahn aufs Wochenende hin wieder in Betrieb nehmen zu können, sagte Patt. «Es wird wohl keinem der Mitarbeiter egal sein, die gleichen Arbeiten wieder zu machen. Daher müssen wir versuchen, Sicherheit zu geben – und dafür brauchen wir den Bericht über die Unfallursache.»

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