Gesundheit

Corona-Impfungen: So sieht die Situation in der Zentralschweiz aus

Am 23. Dezember hat sich im Kanton Luzern die erste Person gegen Corona impfen lassen. Wie sieht es bei den anderen Zentralschweizer Kantonen aus? Wir liefern die Übersicht.

Salome Erni und Pascal Studer
Drucken
Teilen
Der Impfstoff von Pfizer/Biontech wird in einem Pflegeheim im Kanton Luzern vorbereitet.

Der Impfstoff von Pfizer/Biontech wird in einem Pflegeheim im Kanton Luzern vorbereitet.

Bild: Urs Flüeler
(23. Dezember 2020)

Die Coronapandemie hat auch die Zentralschweiz fest im Griff. Eine Erfolgsmeldung war daher, als Swissmedic am 19. Dezember den Impfstoff von Pfizer/Biontech zugelassen hatte. Gesundheitsminister Alain Berset sprach von einem «Game-Changer». Eine Übersicht zeigt: Während in einigen Zentralschweizer Kantonen bereits erste Personen geimpft wurden, laufen bei anderen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

Luzern: Bis Mittwoch sind 1200 Personen geimpft

Eine über 90-jährige Bewohnerin eines Luzerner Pflegeheims war die erste Person in der Schweiz, welche sich gegen Covid-19 impfen liess. Bis Mittwochabend erhalten gemäss David Dürr, Leiter Dienststelle Gesundheit und Sport, rund 1200 Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeitende von Alters- und Pflegeheimen die erste Impfdosis. Dürr führt zudem aus: «Bis Mitte Januar sollen gemäss Vorgabe des Gesundheits- und Sozialdepartements sämtliche Bewohnerinnen und Bewohner und Mitarbeitende von allen Luzerner Alters- und Pflegeheimen, die sich impfen lassen wollen, mit der ersten Dosis geimpft werden.»

Auf die Frage, ob innerhalb der Luzerner Bevölkerung ein Widerstand gegen das Impfen bemerkbar sei, sagt Dürr. «Aktuell ist das Interesse an der Covid-19-Impfung sehr gross. Hier beim Kanton Luzern sowie auch in Hausarztpraxen und Apotheken gibt es zahlreiche Anfragen von Luzerner Einwohnerinnen und Einwohner, die sich impfen lassen wollen.»

Über den genauen Stand bei den Impfungen informiert die Gesundheitsdirektion am Dienstag ausführlicher. Klar ist jedoch, dass bis Ende Juni 200'000 Luzernerinnen und Luzerner geimpft sein sollen. Ort des Geschehens sind die Impfzentren, die Hausarztpraxen und Apotheken. Zudem stehen mobile Impfequipen im Einsatz. Der breiten Öffentlichkeit steht der Schutz erst zur Verfügung, wenn genügend Impfdosen vorhanden sind.

Urner Impfkampagne startet am 4. Januar

Der Sonderstab Covid-19 des Kantons Uri hat sich am Montag zu einem Lagerapport getroffen. Wie die Behörden in einer Mitteilung schreiben, verlaufen die Vorbereitungen für den Impfstart plangemäss. Dieser erfolgt am 4. Januar 2021. Dabei sollen in einer ersten Phase Personen ab dem Alter von 75 Jahren sowie Erwachsene mit chronischen Krankheiten mit höchstem Risiko – also beispielsweise Herzerkrankungen, Atemwegserkrankungen oder Nierenerkrankungen –unabhängig vom Alter geimpft werden.

Impfwillige aus diesen Gruppen können sich ab dem 4. Januar telefonisch beim Impfzentrum des Kantonsspitals Uri melden (041 875 50 70), um einen Impftermin zu vereinbaren. Ob in der Bevölkerung Widerstand gegen das Impfen vorhanden ist, könne noch nicht abgeschätzt werden, sagt Adrian Zurfluh, Informationsbeaufragter Sonderstab Covid-19: «Sobald die Impfung begonnen hat, wird sich zeigen, wie hoch die Impfbereitschaft ist.»

100 Vollzeitstellen für das Impfzentrum Zug

Am 23. Dezember wurde die erste Person im Kanton Zug geimpft. Da mit 250 Impfdosen nur wenige Stücke vorhanden seien, spricht die Gesundheitsdirektion von «Einzelimpfungen» für besonders gefährdete Personen und medizinisches Personal. Die erste Lieferung ging direkt an ein Pflegeheim, wo der Heimarzt das Schutzmittel den Bewohnern und Bewohnerinnen verabreichte. Eine weitere Lieferung erhielt das Kantonsspital.

In der ersten Woche des neuen Jahres soll die eigentliche Impfaktion starten. Gemäss Mitteilung laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Dann nimmt das Impfzentrum auf dem Spinnereiareal in Baar seinen Betrieb auf. Es steht unter der Leitung des Zuger Kantonsspitals und der Hirslanden Andreas Klinik. Der Betrieb des Impfzentrums benötigt 100 Vollzeitstellen, der Kanton ist am Rekrutieren von Fachpersonen.

Auch die Heimärzte und Heimärztinnen stehen gemeinsam mit dem Rettungsdienst Zug im Einsatz. So organisiert letzterer ab Anfangs 2021 eine mobile Impfequipe, damit Personen in Heimen und anderen Institutionen den Weg ins Impfzentrum nicht auf sich nehmen müssen. Arztpraxen und Apotheken werden zu einem späteren Zeitpunkt in die Impfaktion eingebunden. Wie man sich für eine Impfung anmelden kann, wird der Kanton Zug zu einem späteren Zeitpunkt kommunizieren.

Nidwalden: Im Frühjahr 2021 soll die Impfung für alle verfügbar sein

Der Kanton Nidwalden startete bereits am 23. Dezember mit den Impfungen. Bereits am ersten Tag kamen 100 betagte Personen an die Reihe. Mit Erhalt der weiteren Impfdosen anfangs Januar wollen die Behörden mit der eigentlichen Impfaktion beginnen, schrieb der Kanton Nidwalden in einer Mitteilung.

In Nidwalden laufen die Impfungen in einer ersten Phase über die Hausärzte. Später erfolgt zudem eine Zusammenarbeit mit den Apotheken und dem Kantonsspital. Diese Partner werden gemäss Kanton besonders dann von Bedeutung sein, wenn die Impfung allen erwachsenen Personen zur Verfügung steht. Dies trifft ein, sobald genügend Impfdosen bereitstehen, was im Frühjahr 2021 der Fall sein soll. Im Moment werden nur Bewohner und Bewohnerinnen von Alters- und Pflegeheimen geimpft. In zweiter Priorität wird das Gesundheitspersonal an die Reihe kommen, dann Personen, die mit besonders gefährdeten Menschen zusammenleben.

In Obwalden laufen die Vorbereitungen für den Impfstart

Spätestens am 4. Januar soll in Obwalden die erste Person geimpft werden. «Wir müssen die anspruchsvollen Abläufe und Anforderungen möglichst sauber aufbereiten, bevor wir mit den Impfungen beginnen», heisst es aus dem Obwaldner Gesundheitsamt. Das Kontingent an Impfstoff sei gemäss Mitteilung in Obwalden sehr gering, weshalb anfänglich nur wenige Personen eine Spritze erhalten können. Dazu zählen insbesondere Personen über 75 Jahren. Auch in Obwalden gilt, dass sich ein breiterer Personenkreis frühestens im Frühjahr impfen kann, wenn weitere Impfdosen eintreffen.

Auch in Schwyz wurde bereits geimpft

Der Kanton Schwyz hat ebenfalls bereits vor Weihnachten mit dem Impfen begonnen. Die ersten Impfungen wurden gemäss einer Mitteilung des Kantons durch den Rettungsdienst Lachen im Alters- und Pflegeheim Obigrueh in Schübelbach durchgeführt. Weitere Impfungen folgen als nächstes im Zentrum für aktives Alter Frohsinn in Oberarth.

Prioritär geimpft werden besonders gefährdete Personen, das heisst, ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen. Auch die Mitarbeitenden der Pflegeheime erhalten gleichzeitig die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Die Impfungen sind auch im Kanton Schwyz freiwillig und kostenlos.