GESUNDHEIT: Gemeinsame Pflege von Demenzkranken

In den Kantonen Nid- und Obwalden wird sich die Anzahl der Demenzkranken bis ins Jahr 2030 verdoppeln. Deshalb soll nun die Betreuung verbessert werden.

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Eine Pflegerin begleitet eine demenzkranke Person zum Essen (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Eine Pflegerin begleitet eine demenzkranke Person zum Essen (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Im Kanton Obwalden leben 440, im Kanton Nidwalden 490 Demenzkranke. Diese Zahlen stammen aus dem Jahr 2010. Die Kantone rechnen bis ins Jahr 2030 mit 780 bzw. 870 Demenzkranken. Grund dafür ist die demografische Entwicklung. «In den nächsten Jahren wird das Segment der Altersgruppe der über 65-Jährigen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung spürbar steigen», schreiben die Kantone in einer Mitteilung.

Die Kantone Ob- und Nidwalden haben den Handlungsbedarf erkannt und reagieren. Das Ziel: Die Betreuung von Demenzkranken soll in den beiden Kantonen verbessert werden. Unter anderem soll die Versorgung von Demenzkranken erweitert und neue Angebote geschaffen werden (siehe Box). Die Regierungen haben vom Konzept Kenntnis genommen und die Direktionen beauftragt, eine Analyse vorzunehmen und allfällige Massnahmen zu erstellen.

So sieht die Strategie aus:

  • Sicherstellung einer optimalen, auf die individuelle Lebenssituation abgestimmte Versorgung, um den Verbleib in der sozialen Umgebung zu gewährleisten (Massnahmen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit)
  • Die Verbesserung der Versorgung (Vernetzung, frühzeitige Diagnose-Stellung, regionales Diagnostikzentrum, Kompetenzteam für Ärzte, Pflegeheime und Spitex)
  • Bedarfsgerechte und flexible Entlastungsangebote und Unterstützungsdienstleistungen für Angehörige (Tages- und Nachtplätze und Ferienbetten in Pflegeheimen, Tages-Betreuungsplätze in den Gemeinden, Finanzierung der Angebote, Beratung, Informati-on, Kompetenzbildung im Bereich der Freiwilligenarbeit, Wissensvermittlung)
  • Ausbau einer bedarfsgerechten und flexiblen ambulanten Versorgung (Palliative Care, Brückenangebote)
  • Stationäre Versorgungsstrukturen, die auf die wachsende Zielgruppe angepasst sind (Demenzgerechte Wohnformen, Infrastrukturen, Personal, demenzspezifische Aus- und Weiterbildung)

pd/rem