Nidwaldner Gewerbler wählen neuen Präsidenten

Claudio Clavadetscher ist neuer Präsident des Nidwaldner Gewerbeverbands. An der GV wurde zudem über Verkehrsprobleme diskutiert.

Kurt Liembd
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René Schuler (links), neues Vorstandsmitglied des Nidwaldner Gewerbeverbandes zusammen mit dem neuen Präsidenten Claudio Clavadetscher. (Bild: Kurt Liembd, Oberdorf, 19. November 2019)

René Schuler (links), neues Vorstandsmitglied des Nidwaldner Gewerbeverbandes zusammen mit dem neuen Präsidenten Claudio Clavadetscher. (Bild: Kurt Liembd, Oberdorf, 19. November 2019)

Der Nidwaldner Gewerbeverband (NGV) ist die bedeutendste Vereinigung kleiner und mittlerer Unternehmer in Nidwalden. Entsprechend gross war der Aufmarsch mit rund 150 Leuten zur 85. Generalversammlung, die am Dienstag in Oberdorf stattfand. Zufrieden äusserte sich Präsident Edi Engelberger (jun.) in seinem Jahresbericht. «Die Wirtschaft in Nidwalden und der Zentralschweiz läuft 2019 zufriedenstellend bis gut.» Die Prognosen für 2020 seien aber etwas zurückhaltend und für die Zentralschweiz eher schlechter als für den Rest der Schweiz.

«In Nidwalden haben wir das Glück, dass die Pilatus Flugzeugwerke sehr gut laufen und der Tourismus nach wie vor boomt». Es gebe in vielen Branchen sehr gut positionierte und innovative KMU. Als Probleme erwähnte er den Fachkräftemangel, der in vielen Branchen herrsche, und dass es oft schwierig sei, Ausbildungsplätze zu besetzen.

Scharfe Kritik am Steuerreferendum

Kritik übte Edi Engelberger an jenen, die in Nidwalden das Referendum gegen die Teilrevision des Steuergesetzes ergriffen haben. «Es geht den Linken und Grünen darum, dass die Unternehmenssteuern zu tief angesetzt sind. Wir sind jedoch der Meinung, dass die Teilrevision ausgewogen ist und Familien und tiefere Einkünfte ebenfalls entlastet werden.»

Mit diesem Jahresbericht verabschiedete er sich nach acht Jahren als Präsident, jedoch bleibt er weiterhin im Vorstand. Als neuer Präsident wurde der 45-jährige Claudio Clavadetscher gewählt. Dieser führt in Dallenwil und Luzern ein Büro für Architektur und Baumanagement und ist zudem Gemeinderat in Oberdorf. Eine weitere Demission ist mit dem Stanser Stefan Flury zu verzeichnen, der acht Jahre im Vorstand wirkte. Als Ersatz wurde neu der Stansstader Landrat René Schuler (35), Geschäftsführer der Elek­tro Schuler AG, gewählt.

Im Anschluss an die GV wartete der Vorstand mit einem Überraschungsgast in der Person von Denise Stöckli auf, welche im August 2019 an den ­Berufsweltmeisterschaften im russischen Kasan teilnahm. Die Bekleidungsgestalterin aus Stans gewann ein Diplom. Bereits 2018 hatte sie an den Schweizer Meisterschaften die Goldmedaille gewonnen. Im Gespräch mit Alt-Landrat Sepp Seppi Durrer erzählte sie von ihren Erlebnissen.

«Sehr grosser Unmut in der Bevölkerung»

Anschliessend stand das Thema «Verkehrsproblematik» auf dem Programm. Einleitend dazu äusserte sich der Nidwaldner Baudirektor Josef Niederberger in einem Kurzreferat über den Stand der Dinge. «Der Unmut in der Bevölkerung ist nach wie vor sehr gross.» Er zeigte vor allem die Probleme auf, ohne aber dafür Lösungen zu haben. So sagte er in seinem Ausblick: «Verkehrsaufkommen und Kollaps nehmen zu.»

Zum Projekt «Bypass» sagte der Baudirektor, dass dies die Verkehrssituation in Nidwalden weiter verschärfen werde. Als kurzfristige Massnahme gab er bekannt, dass nun eine Task Force eingesetzt werde, welche Massnahmen zur Lösung der Verkehrsprobleme erarbeiten soll. In einer kurzen Podiumsdiskussion unter der Leitung von Sepp Durrer gab es kaum neue Aspekte und schon gar keine Lösungen.