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Gigathleten erobern im Sommer Ob- und Nidwalden

Vom 28. bis 30. Juni führt der Gigathlon – erstmals – quer durch die beiden Kantone. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. Erwartet werden mindestens 2500 Teilnehmer.
Marion Wannemacher
Der Swiss Olympic Gigathlon 2013 endete am zweiten Tag in Nidwalden. Die Sportler stiegen nach der Nauenfahrt nochmals für den Endspurt auf das Bike. (Bild: Corinne Glanzmann)

Der Swiss Olympic Gigathlon 2013 endete am zweiten Tag in Nidwalden. Die Sportler stiegen nach der Nauenfahrt nochmals für den Endspurt auf das Bike. (Bild: Corinne Glanzmann)

«Für viele Teilnehmer ist das eine Region, die man nicht auf den ersten Blick kennt. Diesen Geheimtipp wollen wir den Athleten zeigen. Die Landschaften sind sehr schön mit dem Vierwaldstättersee, dem Sarnersee, dem Jochpass in Engelberg und der Melchsee-Frutt», schwärmt Severin Furter von Gigathlon Switzerland für den Anlass im Sommer in Ob- und Nidwalden. Furter ist Projektleiter der Zürcher Firma invents.ch, die den Grossanlass organisiert. Zum ersten Mal wird dieser von einem Hauptort in der Zentralschweiz ausgehen. Die Gigathleten werden in Sarnen untergebracht und von dort auch starten. Die Strecken führen die Sportler hauptsächlich durch Ob- und Nidwalden.

«Die Standortgemeinden und Regionen haben den Wunsch geäussert, dass der Gigathlon in Ob- und Nidwalden stattfinden könnte», berichtet Furter. An Infrastruktur brauche es eine grosse weite Fläche für den temporären Zeltplatz sowie eine Halle für die Verpflegung, Parkplätze und die Zusage, dass die Infrastruktur durch die Gastgeber-Gemeinde getragen werde. Als lokale Partner vor Ort haben die beiden Kantone Ob- und Nidwalden und die betroffenen Standortgemeinden ihre Unterstützung zugesichert. Grundsätzlich habe man bereits sehr positive Erfahrungen in Ennetbürgen, Engelberg und Sarnen mit den lokalen Organisationskomitees gemacht, mit den Vertretern von Behörden und Sportvereinen. «Sie sind sehr motiviert und unterstützen uns sehr», lobt Projektleiter Furter.

«Ereignis von nationaler Ausstrahlung»

Für den Kantonshauptort von Obwalden erklärt Jürg Berlinger, Gemeindepräsident von Sarnen, der sich als OK-Präsident für den Anlass engagiert: «Der Gemeinderat hat ein sehr grosses Interesse daran, mit Sportveranstaltungen und Angeboten im kulturellen Bereich von überregionaler Beachtung breite Bevölkerungsschichten anzusprechen.» Der Gigathlon sei ein «Ereignis von nationaler Ausstrahlung», hält Berlinger fest.

Er hofft und erwartet, dass das Areal Seefeld in Sarnen bei Athleten und Zuschauern einen bleibenden Eindruck hinterlassen werde. Im Seefeld wird eine Zeltstadt mit rund tausend Zelten entstehen, in denen die Sportler untergebracht werden. Der Flugplatz in Kägiswil werde zum Parkplatz umfunktioniert, verpflegt werden die Athleten in der Dreifachturnhalle von Sarnen. Insgesamt geht Jürg Berlinger von rund 700 Einsatztagen aus, das entspreche einem Bedarf von rund 350 Helfern.

Die Strecken auf der Karte eingezeichnet:

Kosten von 120000 bis 14000 Franken

In Ob- und Nidwalden werden am kompletten Gigathlon rund 800 Helfereinsätze geleistet. An der Organisation sind Obwalden Tourismus, Gemeinde Sarnen und Kanton mit Kantonspolizei und Zivilschutz beteiligt. Insgesamt rechnet der OK-Präsident mit Kosten von 120 000 bis 140 000 Franken für Gemeinde und Kanton. Diese bestehen hauptsächlich aus Dienst- und Sachleistungen beziehungsweise Infrastrukturkosten. Der Kantonsanteil wird über den Swisslos-Fonds gedeckt. Ein grosser Anteil des insgesamt 1,2 Millionen Franken teuren Events wird von den Teilnehmern geleistet. Als Besonderheit hat sich Jürg Berlinger ausgedacht, dass am Freitag vor dem Prolog der Athleten die Sarner Schüler einen Kinder-Gigathlon austragen werden. Die Schule hat bereits ihre Teilnahme zugesagt.

Vorfreude ist auch in Nidwalden gross

Auch in Ennetbürgen-Buochs freut man sich auf den Anlass: Dort wird sich eine «Wechselzone» befinden, in der die Gigathleten mehrfach die Disziplin und damit die Ausrüstung wechseln werden. «Das bedeutet, wir sind verantwortlich dafür, die gesamte Logistik und Ressourcen bereitzustellen», erklärt Peter von Flüe. Dazu gehört die Infrastruktur für die Installation von Wasser und Elektrizität. Der Vizepräsident der Gemeinde Ennetbürgen ist Präsident des dafür zuständigen OKs. «Bei uns wird es den ganzen Samstag, an dem alle Sportler nach Ennetbürgen kommen, von morgens 7 Uhr bis 18 Uhr Betrieb geben».

Derzeit steht vor allem eins auf dem Programm: genügend Helfer zu rekrutieren. Keine leichte Aufgabe, denn Vereine sind dieses und kommendes Jahr bereits von der Iheimisch, vom Kantonalschwingfest und vom Turnfest der Jugi absorbiert. Insgesamt rechnet von Flüe beim Gigathlon mit einem Bedarf von rund 100 Helfern. Die Schützenvereine von Buochs und Ennetbürgen haben bereits die Organisation der Festwirtschaft zugesagt. Aus Sicht von Peter von Flüe lohnen die Mühen: «Der Gigathlon hat einen Mehrwert, er ist eine Werbeplattform für unsere Region.»

Bislang haben sich knapp 1600 Teilnehmer in 415 Teams angemeldet. Viele kommen aus der Zentralschweiz, aus Zürich, dem Aargau, vor allem aus der Deutschschweiz und auch aus Europa. Bis Ende Februar rechnen die Organisatoren mit weiteren 800 Teilnehmern. Als Ziel werden mindestens 2500 Teilnehmer angestrebt.

Lange auf den Gigathlon in Obwalden spekuliert

Mit dabei ist sicher auch wieder das Läuferpaar Anja und Markus von Rotz aus Alpnach. «Es war ein Herzenswunsch von mir, teilzunehmen, wir haben schon lange darauf spekuliert, wann der Gigathlon mal hier in Obwalden stattfindet», erzählt die Alpnacherin. Bereits drei Mal sind beide als «Couple» gestartet. «Ich finde es spannend, als Ehepaar ein solches Projekt vorzubereiten und viel zusammen unterwegs zu sein», freut sie sich. Seit Dezember stehen für sie darum Velofahren, Schwimmen und Krafttraining auf dem intensiven Vorbereitungsprogramm. Die 57-Jährige hat nur eine Ambition: «Unser Ziel ist anzukommen.»

8500 Höhenmeter in 3 Tagen

Insgesamt 362 Kilometer werden die Teilnehmer an den drei Tagen in den Disziplinen Schwimmen, Laufen, Rennvelo, Mountainbike und neu wieder Inline zurücklegen und dabei an die 8500 Höhenmeter machen. Gestartet wird als Single, Couple (Paar) oder im Fünferteam.

Freitag: Swim-Run-Prolog mit 1,5 Kilometer Schwimmen und 4 Kilometern Laufen, 80 Höhenmeter.

Samstag: Unter dem Motto «vom Wasser in die Berge zu den Gletschern und zurück zum Wasser» geht es per Velo um den Vierwaldstättersee samt Seelisberg. Es gibt zwei Schwimmrunden im See in Ennetbürgen, im Läufertenue geht es durch Stansstad, Stans, Oberdorf, ­Buochs und Ennetbürgen oder per Inline zweimal um den Flugplatz Buochs, es folgt ein Trailrun die Engelberger Aa hinauf nach Engelberg, eine Biketour auf den Jochpass und von da durchs Melchtal bis zum Sarnersee: Velo, 95 Kilometer, 900 Höhenmeter; Schwimmen, 2 Kilometer; Laufen, 16 Kilometer, 300 Höhenmeter; Berglauf, 27 Kilometer, 1200 Höhenmeter; Bike, 42 Kilometer, 1600 Höhenmeter.

Sonntag: Der dritte Tag bringt zwei Runden Schwimmen im Sarnersee und einen Halbmarathon drum herum und einen Aufstieg via Bike ins hinterste Grossschlierental in Alpnach sowie eine Passfahrt über den Glaubenberg mit dem Velo und via Sörenberg und Panoramastrasse bis nach Sarnen. Zum Abschluss ein Trailrun nach Flüeli-Ranft: Schwimmen, 2 Kilometer, Sarnersee; Laufen,
21 Kilometer, 200 Höhenmeter (Halbmarathon um den Sarnersee); Bike, 40 Kilometer, 1500 Höhenmeter); Velo, 85 Kilometer, 2100 Höhenmeter; Berglauf, 18 Kilometer, 550 Höhenmeter. (mw/pd/mvr)

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