Sie helfen Gigathleten bei Verletzungen

In Obwalden und Nidwalden wurde am Wochenende der Gigathlon ausgetragen. Beim Strandbad Buochs-Ennetbürgen hatten sich Ärzte und Rettungssanitäter eingerichtet.

Martin Uebelhart
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Die Rettungssanitäter Michael Müller, Esther Schildknecht und Dominik Zimmermann (von links) mit Arzt Walter Kistler beim Sanitätszentrum des Gigathlon in der Wechselzone beim Strandbad Buochs-Ennetbürgen. (Bild: Martin Uebelhart, Ennetbürgen, 29. Juni 2019)

Die Rettungssanitäter Michael Müller, Esther Schildknecht und Dominik Zimmermann (von links) mit Arzt Walter Kistler beim Sanitätszentrum des Gigathlon in der Wechselzone beim Strandbad Buochs-Ennetbürgen. (Bild: Martin Uebelhart, Ennetbürgen, 29. Juni 2019)

Am Samstag nach dem Mittag ist der grosse Run in der Wechselzone des Gigathlon beim Strandbad Buochs-Ennetbürgen vorbei. Tröpfchenweise kommen die Schwimmerinnen und Schwimmer von ihrer Runde im See wieder ans Land um anschliessend den Trail-Run nach Engelberg in Angriff zu nehmen. Am Morgen haben vor allem die Velorennfahrer das Gelände frequentiert.

Einen ruhigen Moment vor dem Sanitätszelt mit einer Bratwurst geniessen auch die St. Galler Rettungssanitäter. Sie hätten es vor allem mit kleineren Verletzungen zu tun gehabt, die bei einem solchen Anlass zu erwarten seien, meint Dominik Zimmermann. «Schürfungen und Quetschwunden zum Beispiel». Eben kommt eine Athletin vorbei und fragt nach Blasenpflastern. Die sind zwar ausgegangen, doch im Fundus der Sanitäter findet sich etwas, mit der ihr ebenfalls geholfen werden kann.

Schwerere und leichtere Zwischenfälle

Neben dem Zelt steht ein Ambulanz-Fahrzeug. Dieses sei nicht in erster Linie dazu gedacht, Patienten ins nächste Spital zu fahren, sagt der Arzt Walter Kistler, der das 30-köpfige Sanitätsteam am Gigathlon leitet. In dem Fahrzeug hätten die Sanitäter alles, was sie für ihre Aufgabe bräuchten.

Es sei relativ ruhig, sagt der Chefarzt Innere Medizin und Leiter der Sportmedizin am Spital Davos im Gespräch mit unserer Zeitung. Es habe den einen oder anderen Unfall mit dem Rennvelo gegeben, doch seien es wenig für eine Veranstaltung wie den Gigathlon. «Im Gegensatz etwa zur Tour de Suisse sind die Wettkampfstrecken nicht abgesperrt und die Rennvelofahrer und Mountainbiker müssen sich an die Verkehrsregeln halten, also zum Beispiel an einem Rotlicht anhalten.» Kistler weiss aber auch von etwas schwereren Vorfällen: Bei Meggen hat ein Rennvelofahrer einen Schlüsselbeinbruch erlitten und ganz in der Nähe der Wechselzone hat sich ein anderer einen Bruch im Beckenbereich zugezogen und musste nach Luzern ins Spital gebracht werden. «Und am Vormittag habe ich einer Inline-Skaterin in der Kaverne neben der letzten flugfähigen Mirage eine Riss-Quetschwunde genäht. Sie hat das Rennen anschliessend fortgesetzt.»

In der Wechselzone Engelberg und im Gigathlon-Hauptort Sarnen seien auch die lokalen Samaritervereine integriert. «Hier in Buochs-Ennetbürgen sind vor allem Rettungsdienst-Profis am Arbeiten», sagt Walter Kistler. Das habe vor allem mit der Schwimmdisziplin zu tun, die hier abgehalten werde. «Wir hatten schon zwei, drei Fälle von Atemnot», erzählt er. Es könne auch die Gefahr eines Lungenödems auftreten. «Das Schwimmen kann sehr gefährlich werden», so Kistler. «Wenn man beim Laufen einen Schwächeanfall hat, dann setzt man sich einfach hin. Das geht beim Schwimmen nicht.»

Der Gigathlon ist auch für die Sanitäter anstrengend

Die Rettungssanitäter und Ärzte vor Ort werden durch die Rettung St. Gallen unter Leitung von Günter Bildstein und Joachim Krump organisiert. Die St. Galler leisteten diese Einsätze für den Gigathlon schon seit Jahren – wie er selber auch. «Wir brauchen da Leute, die genau wie die Sportler ein wenig Freaks sind.» Denn normale Arbeitszeiten kennen sie nicht. «Ich bin seit heute um 6 Uhr auf Achse und das wird wohl bis nach Mitternacht gehen. «Am Sonntag geht es um 5 Uhr wieder los.» Für den Rettungsdienst sei es auch deswegen eine Herausforderung, weil an diesem Wochenende auch noch das St. Galler Open Air stattfinde. Den Rettungsspezialisten stehen drei Ambulanzen, ein Quad, drei weitere Motorräder, ein Notarztfahrzeug sowie Logistikfahrzeuge zur Verfügung.

Zusammenarbeit sei alles betont Kistler. Sie seien eng vernetzt mit der Kantonspolizei und dem Sanitätsnotruf 144.

Peter von Flüe ist Gemeindevizepräsident von Ennetbürgen und Präsident des lokalen Organisationskomitees. Jetzt werde es langsam etwas ruhiger beim Strandbad, meint er. Am Morgen früh sei es losgegangen mit den Rennvelofahrern, den Schwimmern und den Inline-Skatern. «Es war gut, das zuerst die Einzelläufer und Paare gekommen sind», sagt er. Mit den 300 Sportlern seien auch die Begleiter nicht gerade in Scharen gekommen, sagt er. «Wir waren über den ganzen Tag gut aufgestellt», hält von Flüe fest. «Wir hatten genügend Personal.» Neben den Supportern der Wettkämpfer seien auch viele Sportfans aus der Region zum Strandbad gekommen. «Viele waren erstaunt, welche Leistungen die Athleten erbringen», habe er in Gesprächen herausgespürt.

Ein neuralgischer Punkt sei die Einmündung vom Strandbad her in die Hauptstrasse zwischen Buochs und Ennetbürgen gewesen. «Dort haben sich die Rennvelofahrer und die Inline-Skater, aber auch der normale Verkehr gekreuzt. So sei es zu einigen brenzligen Situationen gekommen.