GISWIL: Stämme stützen die Panoramastrasse

Die Panoramastrasse ist ab heute wieder für alle Fahrzeuge offen. Mächtige Baumstämme im Erdreich sorgen für die Stabilität.

Adrian Venetz
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Zwei Förster der Korporation Giswil verlegen die Baumstämme unterhalb der Panoramastrasse. (Bild Corinne Glanzmann)

Zwei Förster der Korporation Giswil verlegen die Baumstämme unterhalb der Panoramastrasse. (Bild Corinne Glanzmann)

In den vergangenen Tagen wurde die Panoramastrasse zwischen dem Parkplatz und der Passhöhe Glaubenbielen wieder in Stand gestellt. Der starke Regen hatte zu Rutschungen unterhalb einzelner Strassenabschnitte geführt (Ausgabe vom 7. Juni). Mächtige Baumstämme geben der Strasse nun wieder Halt. Diese sogenannten Holzkastenverbauungen böten verschiedene Vorteile, sagt Ernst Vogler, Leiter baulicher Unterhalt beim kantonalen Strasseninspektorat. «Die Methode ist relativ kostengünstig.» Zudem gewährleiste sie eine hohe Stabilität – besonders in Berggebieten, wo die Strasse immer wieder Unwettern ausgesetzt ist.

Nur neu asphaltieren bringt nichts

Auch das Gebiet entlang der Panoramastrasse ist – wie die ganze westliche Sarnersee-Flanke – geologisch relativ instabil. «Man könnte die Unebenheiten, die durch Rutschungen entstanden sind, einfach wieder mit neuem Asphalt auffangen», sagt Vogler. «Aber das würde nicht viel bringen. In einem Jahr hätte man unter Umständen wieder die gleichen Probleme.» Gerade weil die Panoramastrasse ein beliebtes Ausflugsziel sei, stehe der Kanton in der Pflicht, für gute Strassenverhältnisse zu sorgen.

Der Kanton zahlt

Bei diesen Holzkastenverbauungen wird zuerst unterhalb der Strasse ein Graben ausgehoben. Anschliessend werden ganze Baumstämme in den Boden verlegt, abwechselnd längs und quer, und durch Eisenarmierungen miteinander verbunden. Danach wird der Graben wieder aufgefüllt – erst mit einer erdigen Schicht, in der bei Regen das Wasser abfliessen kann, anschliessend mit festem und frostsicherem Material. Zuletzt wird die Strasse neu asphaltiert.

Für die Arbeiten sind Männer der Korporation Giswil im Einsatz. Das Holz für die Verbauungen stammt aus dem einheimischen Forst. Die Kosten von rund 100 000 Franken trägt der Kanton. Gemäss Vogler ist man im Zeitplan: Ab heute Abend sollten die (noch nicht asphaltierten) Strassenabschnitte wieder für alle Fahrzeuge befahrbar sein. Bis Anfang Juli ist teilweise noch mit Wartezeiten von bis zu 15 Minuten zu rechnen.