«‹Grindä› gefallen uns», finden zwei Obwaldner Schwestern

Vera Bonetti und Heidi Wehrli setzten schon viele Sujets für die Fasnacht um. Dieses Jahr waren sie als Dick und Doof unterwegs.

Richard Greuter
Hören
Drucken
Teilen
Sie stecken unter den berühmten Köpfen: Vera Bonetti (links) und ihre Schwester Heidi Wehrli.

Sie stecken unter den berühmten Köpfen: Vera Bonetti (links) und ihre Schwester Heidi Wehrli. 

Bild: Izedin Arnautovic (Giswil, 23. Februar 2020)

Seit 20 Jahren geniessen die Schwestern Vera Bonetti und Heidi Wehrli gemeinsam die Fasnacht. Und von Anfang an immer maskiert. Dieses Jahr trafen wir sie am Giswiler Fasnachtsumzug als Dick (Heidi) und Doof (Vera). Fein gekleidet in einem schwarzen Anzug marschierten im Umzug mit, gingen auf die Leute zu und genossen das Bad in der Menge.

Heidi Wehrli (66) wohnt immer noch in Alpnach ihre Schwester Vera Bonetti (73), Mutter von zwei Söhnen, lebt mit ihrem Mann in Ettenhausen im Kanton Thurgau. Doch während der Fasnacht ist Veras Wohnsitz bei ihrer Schwester in Alpnach. Aber was heisst schon Wohnsitz: In Alpnach übernachten die beiden quirligen Frauen nur, tagsüber sind sie an den Fasnachts-Umzügen oder anderen Veranstaltungen unterwegs. Und das ohne Alkohol, sagte Heidi Wehrli. Gemeinsam nahmen sie an diversen Umzügen teil. Nur am Freitag hatten sie einen freien Tag.

In Obwalden gibt es kaum noch Masken

«Mir gefällt die Fasnacht mit ‹Grindä›, wie wir sie früher kannten», sagte Heidi. Allerdings habe sich in den letzten Jahren einiges verändert. Früher habe man in den Restaurants noch intrigieren können, doch heute gebe es in Obwalden kaum noch Masken, beklagten beide. Viele sind nur noch bemalt. Dies merkten die beiden letzten Samstag an einem Ball in Luzern. Die Besucher waren ältere Leute, doch kaum jemand trug Masken. So war es nicht erstaunlich, dass sie mit Dick und Doof den ersten Preis gewannen. Anders war es am Nachmittag in den Luzerner Gassen. Da sieht man viel Kreatives», meinte Heidi. «Das ist das, was uns gefällt», meinte Vera.

Bereits im vergangenen August trafen sich die Schwestern bei einem Maskenbildner aus Sursee. Er schuf die beiden Masken Dick und Doof. Die Kostüme hatten sie von einem Theaterverleih. Damit sie echt wirken, haben sie einen Tanz der beiden Figuren aus einem Videoclip einstudiert.

Jedes Jahr sind sie mit einem Motto unterwegs. Einmal als dicke Brasilianerinnen, dann als Queen Elizabeth und Prinz Philip, einmal als Teufelsbräute oder auch Kakadu. Die schönste Erinnerung haben sie an die Figuren vom Büchsenmacher-Sepp mit seiner Rosi. Sepp trug ein Gitter mit Hühnern am Rücken und Rosi war mit einem ausgestopften Lamm unterwegs. Dies gefiel den Leuten. «Doch das Schönste ist immer das Zusammensein», sagte Vera. Im letzten Jahr pausierten sie erstmals, da besuchten sie den Karneval in Nizza. Aber für beide war klar: «Wir vermissten die Innerschweizer Fasnacht.»