Grosse Solidarität mit dem abgesetzten Generalvikar Martin Kopp

Die Petition «Solidarität mit Martin Kopp: Wir distanzieren uns vom Entscheid von Peter Bürcher», ist von 3865 Personen unterschieben worden. Die Petitionäre organisieren eine Pilgerreise nach Chur, wo sie die Petition an Bischof Peter Bürcher übergeben werden.

Martin Uebelhart
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3865 Menschen haben eine Onlinepetition unterschrieben und sich damit von der Absetzung von Generalvikar Martin Kopp distanziert. Der Seelsorger war von Bischof Peter Bürcher, dem Apostolischen Administrator des Bistums Chur, im März seines Postens enthoben worden.

«Wir sind überwältigt», sagt Eugen Koller im Gespräch mit unserer Zeitung. Der in Luzern wohnhafte Redaktor des «Pfarreiblattes Uri Schwyz» gehört zu jener Gruppe Theologinnen und Theologen, die unmittelbar nach Kopps Absetzung die Onlinepetition lanciert hatten.

Wallfahrt nach Chur für die Unterschriftenübergabe

Am 18. Juni sollen die Unterschriften in Chur Bischof Bürcher übergeben werden. Für diese Übergabe liessen sich die Initianten etwas Spezielles einfallen. Einige von ihnen wollen ab dem 13. Juni in fünf Etappen eine Wallfahrt nach Chur unternehmen, wie sie in einer Medienmitteilung schreiben. Bürcher habe inhaltlich auf die Petition bisher nicht reagiert. Die Petition solle ihm übergeben werden, weil diese Unterschriften ein Auftrag an Bischof Bürcher und die Amtsträger in Chur sind, zuzuhören, die Petitionärinnen und Petitionäre ernst zu nehmen und Entscheidungen transparent, nachvollziehbar und verhältnismässig zu treffen. «Die Idee zur Wallfahrt kam von Veronika Jehle», so Koller. «Sie hatte ursprünglich auch die Petition angestossen.»

Im Rucksack werden die Petitionäre nicht nur die fast 4000 Unterschriften haben, sondern auch das Anliegen, für die Bischofswahl zu beten. Das wollen sie am Morgen des 18. Juni in der Churer Kathedrale machen. «Wir wollen für das grosse und gewichtige Anliegen beten, dass ein Mensch gefunden werden kann, der das Bistum endlich, endlich in die richtigen Bahnen lenkt und ein Brückenbauer ist. Der das Bistum Chur geistlich und menschlich zu leiten vermag», sagt Koller.

Anschliessend möchten die Wallfahrer die Unterschriften Bischof Bürcher übergeben. «Wir sind dabei, die Kontakte
zu knüpfen», hält Koller fest. «Sollte Bischof Bürcher selber verhindert sein, hoffen wir doch, dass eine Bistumsvertretung unsere Unterschriften in Empfang nimmt.»

Dank an Martin Kopp für sein Wirken

An jenem Tag wird auch Martin Kopp in Chur anwesend sein. «Wir wollen ihm danken für sein langjähriges Wirken als Priester der Diözese und als Generalvikar.» Dies laut der Mitteilung auch stellvertretend für Frauen und Männer, die wegen ihrer Persönlichkeit, ihrer Meinung oder ihres Wirkens aus einem kirchlichen Dienst ausgeschlossen wurden und werden.

Die Petition, die ohne Anstoss von Martin Kopp auf den Weg gebracht worden sei, sowie die zahlreichen Reaktionen und ausführlichen Kommentare interpretiert Koller als hoffnungsvolles Zeichen. «Menschen haben in vielfältiger Form ihre Meinung an die Bistumsleitung kundgetan. Und das in einer Heftigkeit, die wir nicht
erwartet und noch kaum je erlebt haben.»

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