Grüne besorgt über Wohnungsverkauf im Bürgenstock-Resort

Die Grünen Nidwalden wollen genau prüfen, ob mit dem Verkauf von Suiten und Villen nicht die Lex Koller umgangen wird.

Simon Zollinger
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Blick aufs Bürgenstock Resort.

Blick aufs Bürgenstock Resort.

Bild: PD

Das Bürgenstock Resort verkauft derzeit Villen und Suiten und umgeht damit möglicherweise die Lex Koller. Dies berichtete das «Regionaljournal Zentralschweiz» von SRF Anfang Woche, nun melden auch die Grünen Nidwalden in einer Medienmitteilung vom Mittwoch ihre Besorgnis über die jüngste Entwicklung an.

Es geht um bisher nicht verkaufte Suiten und Villen auf dem Bürgenstock, die nun reichen (ausländischen) Interessenten angeboten werden sollen. Die Leitung des Bürgenstock Resorts will diesen Verkauf nun vorantreiben unter Zuhilfenahme des umstrittenen «Betriebsstättenmodells», nach dem Interessenten für Residences und Villen auf dem Areal des Resorts künftig auch bestimmte hoteleigene Dienstleistungen und Services in Anspruch nehmen müssten – vertraglich geregelt und äusserst kostspielig.

«Es ist anzunehmen», schreiben die Grünen Nidwalden weiter, «dass die betreffenden Immobilien als Zweitwohnungen genutzt würden. Zusätzlich sind die Suiten und Villen nicht vollständig ausgebaut worden, sie befinden sich im Edelrohbau (ohne Küche, WC etc.) und sind somit nicht bezugs­bereit, infolgedessen erschwerte logischerweise dies die Vermietung in der Vergangenheit.»

Gewollte Abschwächung der Lex Koller

Das Betriebsstättenmodell wurde 2010 von Bund und Kanton genehmigt, was eine vom Gesetzgeber gewollte Abschwächung der Lex Koller darstelle. Somit entsteht nach Ansicht der Grünen Nidwalden der Eindruck, dass dieses Vorhaben bereits 2010 bestanden hat. Der Regierungsrat erwähnt zwar, dass mit dem Betriebsstättenmodell Pflichten mit dem Käufer einhergehen wie beispielsweise die Nutzung des Wäscheservice. Wie diese Pflichten aussehen, ist bisher aber unbekannt. Diesen Pflichtenkatalog werden die Grünen Nidwalden politisch einfordern, wie Grüne­Nidwalden-Präsident Alexander Huser bestätigt. Zudem sei zu prüfen, ob und wie stark sich die Zweitwohnungsinitiative auf das Betriebsstättenmodell und den Verkauf der Immobilien des Bürgenstock Resorts auswirke. In Andermatt wurde die Lex Koller seinerzeit vom Bundesrat für die «Chedi»-Gebäude ausser Kraft gesetzt.