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Grundwasser-Pumpwerke sind auch in Nid- und Obwalden unter Beobachtung

Landwirtschaft, Strassenverkehr oder Siedlungen können eine Gefahr für das Trinkwasser darstellen. Die Behörden sind sensibilisiert – und haben reagiert.
Matthias Piazza
Trinkwasser: Geschätzt, aber in gewissen Gebieten gefährdet.Symbolbild: Florian Arnold

Trinkwasser: Geschätzt, aber in gewissen Gebieten gefährdet.Symbolbild: Florian Arnold

Ein Grundwasserpumpwerk in Rapperswil-Jona musste vor einem Jahr für einige Tage vom Netz genommen werden. Schuld daran war ein Bauer, der Gülle in ein Naturschutzgebiet und in einen Bach geleitet hatte, wie das Bundesamt für Umwelt (Bafu) in einem Bericht schreibt, den SRF publiziert hat. Ein solcher Verschmutzungsfall sei zwar nicht Alltag, doch das als Trinkwasser genutzte Grundwasser werde in der Schweiz weit weniger geschützt, als man meinen könnte.

Das Bafu schreibt von erheblichen Defiziten beim Schutz der Trinkwasserfassungen. Es stützt sich dabei auf eine Umfrage bei den kantonalen Gewässerschutzfachstellen. Damit gemeint sind Situationen, bei denen sich verschiedene Nutzungen und der Grundwasserschutz in die Quere kommen. So wird etwa in Schutzzonen Landwirtschaft betrieben, oder es hat dort Gebäude, Schienen oder Strassen.

Grundwasser-Pumpstation in gefährdetem Gebiet

Ein ähnliches Szenario wie eingangs erwähnt könnte sich auch im Kanton Obwalden abspielen: Ein Tanklaster mit Heizöl kippt beispielsweise auf der Kantonsstrasse in der Nähe des Kantonsspitals in Sarnen um. Unmengen von Heizöl laufen aus und versickern im Boden. Das verschmutzte Erdreich muss aufwendig abgetragen und entsorgt werden – ausgerechnet in einem Gebiet mit einer Grundwasser-Pumpstation. Diese versorgt einen Teil der Sarner Haushalte und Betriebe mit Trinkwasser.

Angst vor verschmutztem Trinkwasser müsse man aber nicht haben, beruhigt Alain Schmutz, Leiter der Abteilung Umwelt des Kantons Obwalden. «Wir hätten genug Zeit zum Reagieren und um die Pumpstation vorsorglich vom Netz zu nehmen.» Die Trinkwasserversorgung würde durch andere Quellen sichergestellt. Trotzdem: Heute wäre eine solche Grundwasserfassung mit der grossen Nähe zu Strasse, Bahn, Industrie und Spital wohl nicht mehr zulässig, wie Alain Schmutz anfügt. «Die ersten Schutzzonen wurden zwar bereits bei der Erstellung des Pumpwerks in den 1970er Jahren ausgeschieden, allerdings waren die gesetzlichen Anforderungen damals weit weniger streng als heute. Weil das geförderte Grundwasser stets eine gute Qualität aufweist, ist der Betrieb des Pumpwerks aber auch nach der geltenden Gesetzgebung noch zulässig.»

Untätig ist der Kanton aber trotzdem nicht. «Wir überprüfen die Schutzzonen periodisch, um bestehende Nutzungskonflikte zu erkennen und zu minimieren, zudem verfügen wir die notwendigen Auflagen bei Bau- und Umbauvorhaben in den Schutzzonen.»

Im Kanton Nidwalden sollten die Nutzungskonflikte bei den drei betroffenen öffentlichen Grundwasserfassungen in wenigen Jahren behoben sein, wie Fidel Hendry, Leiter Abteilung Gewässer beim Kanton Nidwalden, auf Anfrage sagt. Spätestens Mitte 2020 wird die Grundwasserfassung Zug zwischen Stans und Stansstad durch jene im Gebiet Ober Milchbrunnen in Stans abgelöst. Eine Anlage in Beckenried wird bereits heute nur noch während kurzzeitiger Notsituationen (beispielsweise bei einer Betriebsstörung) benutzt. Und in Ennetbürgen laufen laut Fidel Hendry Abklärungen zu möglichen Varianten.

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