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Halb Ennetbürgen erhält Heizenergie aus Stans

Die Genossenkorporation Ennetbürgen investiert in den kommenden drei Jahren über 5 Millionen Franken in den Bau eines Fernwärmenetzes. Davon profitieren sollen auch die Umwelt und die Wirtschaft.
Christian Hug

Das Fernwärmeprojekt in Ennetbürgen wird konkret. Nachdem das Vorhaben an der Genossengemeinde vom 31. März dieses Jahres abgesegnet worden ist, wird nun die Realisierung vorbereitet. Im Winter soll der Ausbau des Wärmeverbunds Stans-Ennetbürgen beginnen. Die Genossenkorporation Ennetbürgen investiert dafür in den nächsten drei Jahren insgesamt 5,3 Millionen Franken

Dass sich die Genossenkorporation Ennetbürgen an den Wärmeverbund der Genossenkorporation Stans anschliesst, wurde schon länger diskutiert. Denn unter dem Strich ergeben sich damit sowohl für die beiden Korporationen als auch für die Wärmebezüger Vorteile: Die Genossenkorporation Stans kann die Wärmeproduktion in ihrer Holzschnitzelanlage bei der Holzverstromung in Oberdorf problemlos steigern, und die Genossenkorporation Ennetbürgen muss keine eigene Anlage bauen, sondern braucht lediglich das Leitungsnetz zu erstellen. Das wiederum macht die Wärmeenergie für die Ennetbürgerinnen und Ennetbürger günstiger. Im Sommer 2017 begannen die Spezialisten der Oeko Energie AG in Attinghausen konkret mit der Planung.

Angedockt an den Stanser Wärmeverbund wird direkt auf der Gemeindegrenze beim Firmengelände der Ruag, die ihrerseits vor sechs Monaten an das Stanser Fernwärmenetz angeschlossen wurde und mit der Heizperiode 2019/20 ihren Betrieb aufnehmen wird.

Von hier wird das Ennetbürger Fernwärmenetz in vier Etappen bis zum See gebaut (siehe Grafik). Die Feinplanung der vierten Etappe wird aber erst in Angriff genommen, wenn die ersten drei Strecken erstellt sind.

Ausbau bis zum Bürgenberg denkbar

Das sollte spätestens Anfang 2021 der Fall sein. «Danach ist sogar ein Ausbau zu den Häusern am Hang des Bürgenbergs denkbar», sagt Albert Gabriel, Präsident der Genossenkorporation Ennetbürgen. «Doch dazu müssten dann eine Netztrennung und Druckpumpen eingerichtet werden, mit denen das heisse Wasser den Hang hinauf befördert wird.»

Schon der Bau der ersten drei Etappen mit 5 Kilometern Rohre ist ein grosses Unterfangen: Dort können rund 200 Objekte angeschlossen werden, womit Wärmetauscher gemeint sind – vom einfachen Gerät in einem Einfamilienhaus bis zur umfassenden Heizzentrale in der Neuüberbauung Hirsacher, die 89 Wohnungen mit Wärme versorgen wird.

«Insgesamt können wir in den Etappen eins bis drei rund 500 Wohnungen mit Heizwärme beliefern.»

Gabriel ist stolz, wenn er über die Dimensionen des Projekts spricht: «Das entspricht etwa einem Viertel aller Ennetbürger Haushalte.» Ist die vierte Etappe vollendet, wird es wohl ein Drittel sein.

Damit leistet die Genossenkorporation Ennetbürgen einen grossen Beitrag zur Nachhaltigkeit, auch wirtschaftlich. Denn das Holz für die Feuerung in Oberdorf stammt aus dem Kanton Nidwalden oder zumindest aus der Region, womit auch die Wertschöpfung grösstenteils im Kanton bleibt. Ein Rechenbeispiel: Von hundert Franken, die für den Einkauf von Heizöl ausgegeben werden, fliessen 59 Franken ins Ausland. Bei Holz aus einheimischen Wäldern sind es nur 5 Franken. Was bedeutet, dass 95 Franken in der Region bleiben. So können unsere Wälder gepflegt werden, und Arbeitsplätze im Forst bleiben erhalten.

Preis soll moderat sein

Der Preis für die Wärmeenergie wird moderat bleiben, erklärt Gabriel: «Für uns als Genossenkorporation steht Gewinnmaximierung nicht an erster Stelle. Deshalb werden wir unsere Wärmeenergie nahe am Selbstkostenpreis abgeben. Wir verstehen das auch als einen Beitrag an die Infrastruktur und an das Gemeinwohl von Ennetbürgen.»

Bis jetzt haben die Besitzer von über 70 Objekten dem erweiterten Wärmeverbund eine Zusage gemacht. Umgerechnet können dereinst alleine mit diesen Anschlüssen jährlich gegen 400 000 Liter Heizöl eingespart werden. Weitere Verhandlungen mit potenziellen Abnehmern laufen und sind auf bestem Wege.

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