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HANDBALL: «Ein mentales Problem»

Die Stanserinnen verlieren zu Hause gegen Aufsteiger Goldach-Rorschach mit 23:24. Der Spielverlauf deckt das dünne Nervenkostüm des Teams deutlich auf.
Stephan Santschi
Die Stanserin Nadja Fellmann erzielt sieben Tore, für den Sieg reicht es dennoch nicht. (Bild: Pius Amrein (Stans, 27. Mai 2017))

Die Stanserin Nadja Fellmann erzielt sieben Tore, für den Sieg reicht es dennoch nicht. (Bild: Pius Amrein (Stans, 27. Mai 2017))

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Nach Spielschluss sass er konsterniert auf einem Stuhl, die Wangen waren gerötet. Kurz zuvor hatte Vicente «Ike» Cotrina Cabal, der neue Trainer der Stanser Frauen, die Taktiktafel gereinigt, nun machte er sich gerade daran, die bittere Niederlage in seinem Heimdebüt zu verdauen. 23:24 hatte sein Team verloren, und der 35-jährige Spanier brauchte nur zwei Worte, um das Geschehen auf den Punkt zu bringen: «Mentales Problem.» Der unnötige Abstieg der letzten Saison aus der SPL1, der Verlust von routinierten Spielerinnen in der Sommerpause und die Auftaktschlappe in der Vorwoche beim LC Brühl II (25:34) haben in den Köpfen der Spielerinnen tiefe Spuren hinterlassen.

Wie anders ist es zu erklären, dass sie ein Spiel wie jenes von gestern Sonntag gegen Goldach-Rorschach noch aus den Händen geben. In der 41. Minute führten die Nidwaldnerinnen mit 20:16, und obwohl bis dahin längst nicht alles in Ordnung war, so schienen sie das Geschehen doch unter Kontrolle zu haben. «Dann kam die Angst vor dem Sieg. Und wir haben aufgehört anzugreifen», stellte Cotrina fest. Die Negativspirale entsprang dabei einem vermeintlichen Vorteil. Beim Stand von 20:17 trat Alina Berchtold zum Penalty an. Ausgerechnet sie, mit Jahrgang 2002 die Jüngste des Teams, weil sich nach zwei verschossenen Siebenmetern keine andere mehr getraute. Auch Berchtold scheiterte, und das anschliessende Überzahlspiel für Stans ging mit 0:2 verloren. «Wir haben dem Gegner die Chance gegeben, dieses Spiel noch zu gewinnen», bemerkte Cotrina. Und der Gegner hat diese Chance genutzt.

Inspiration in Halbzeit eins, Blockade nach der Pause

23:24 hiess es am Ende, und es passte zum Gesamteindruck, wie der BSV sogar noch beide Punkte verlor. Roger Bertschinger, der Trainer der Gäste, erhielt für sein ständiges Reklamieren 77 Sekunden vor Schluss eine Zweiminutenstrafe aufgebrummt. Wieder nutzte das Heimteam die günstige Ausgangslage nicht, kassierte mit einer Frau mehr das 23:24 und verschenkte den letzten Angriff mit einem Fehlpass. «Wir waren blockiert», haderte Cotrina, dessen Team letztlich sogar vier Penaltys verworfen hatte. In der zweiten Halbzeit erzielten die Stanserinnen nur noch fünf Tore, was im krassen Gegensatz zu den ersten 30 Minuten stand. Da hatten sie mit Inspiration und Ausgewogenheit 18-mal getroffen, was einer Dreitoreführung zur Pause gereichte (18:15). Herausragend gewesen war Nadja Fellmann, die sechs Mal traf. Und Flavia Kuster sorgte für ein Highlight, als sie einen Freiwurf über die Mauer hinweg im langen Eck versenkte, nachdem die Zeit in der ersten Halbzeit bereits abgelaufen war. Hätte Stans so konsequent und aggressiv verteidigt, wie es sein Trainer gefordert hatte, wäre die Partie wohl bereits zu diesem Zeitpunkt entschieden gewesen.

So aber blieb es eng, zu eng für die Stanserinnen, die in der Schlussphase völlig die Nerven verloren. «Vielleicht hätte ich wechseln sollen, um im Angriff für etwas Frische zu sorgen», sinnierte Cotrina. Nur hatte er wegen Verletzungen auf der Bank kaum Alternativen für den Rückraum zur Verfügung. Das Kader ist dünn, und es ist vor allem sehr jung. Stans steht nach dem Umbruch am Anfang eines Neuaufbaus, «die Mannschaft wächst, braucht mehr solcher Spiele, um Erfahrungen zu sammeln», weiss Cotrina. Vor allem aber benötigt sie «mentale Power». Könnte der neue Trainer die Köpfe doch nur so einfach sauber wischen, wie er es kurz nach Spielschluss mit der Taktiktafel tat.

Stans – Goldach-Rorschach 23:24 (18:15)

Eichli. – 185 Zuschauer. – SR Bieri/Glanzmann. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Goldach-Rorschach. – Stans: Hofstetter/Schoch (ab 14.); Schardt (5), Kuster (3), Kretz (1), Fellmann (7/1), Grandjean (2), Jonsdottir (2); Lussi (1), Rossi, Ferwerda (1), Berchtold (1). – Bemerkungen: Meyer pariert Penaltys von Schardt (22./13:10), Fellmann (37./19:16) und Berchtold (44./20:17). Schardt wirft Penalty an Pfosten (58./22:23).

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