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HANDBALL: Eklat beim BSV Stans – Ming tritt zurück

Markus Ming, der Präsident des BSV Stans, ist per sofort zurückgetreten. Der Einfluss aus dem Vereinsumfeld war zu gross geworden.
Stephan Santschi
«Das fällt mir sehr schwer. Ich verspüre einen grossen Trümmerhaufen in mir.» Markus Ming, Präsident BSV Stans. (Bild: pd)

«Das fällt mir sehr schwer. Ich verspüre einen grossen Trümmerhaufen in mir.» Markus Ming, Präsident BSV Stans. (Bild: pd)

Markus Ming hat genug. Sein zweites Amtsjahr als Präsident des BSV Stans wird bereits das letzte sein. «Ich stehe dem Vorstand nicht mehr im Tagesgeschäft, sondern nur noch in beratender Funktion zur Verfügung. An der GV im Juni trete ich offiziell ab. Das fällt mir sehr schwer. Ich verspüre einen grossen Trümmerhaufen in mir», erklärt der 43-jährige Buochser seinen Entscheid mit emotionalen Worten. Der Grund? «Das ist persönlich, darüber will ich eigentlich keine Auskunft geben», blockt Ming ab. Der leidenschaftliche Handballfan, der während zehn Jahren mit viel Herzblut Vorstandsarbeit für den Nidwaldner Traditionsverein verrichtete, hält aber fest, dass «der Rücktritt allein mein Entscheid ist. Aufgrund der aktuellen Konstellation ging es nicht mehr anders. Zu viele Entscheidungen standen an. Ein weiteres Hin und Her wäre nicht mehr zielführend gewesen.»

Keller soll(te) Trainer werden

Konkret ging es um die Anstellung des neuen Trainers für die 1.-Liga-Mannschaft der Männer. Bekanntlich wird Mirko Funke aus beruflichen Gründen Ende Saison nach nur einem Jahr wieder abtreten. Ming strebte neu das Engagement eines hauptberuflichen Trainers an, der mit einem 60- bis 80-Prozent-Pensum zusätzliche Akzente in der Nachwuchsarbeit setzen sollte. Favorit für diese Stelle war Burkhard Keller, der ehemalige NLA-Trainer des HC Kriens (2007/08) und des KTV Altdorf (2013/14). Zudem wollte Ming Noch-Trainer Funke als Sportchef installieren und damit den Mangel an sportlicher Kompetenz in der Vereinsführung beheben. «Endlich standen wir vor Lösungen. Der Vorstand war sich über die Personalien einig. Leider entstand aus dem Umfeld aber eine Opposition, deren Gewicht ich nicht igno­rieren konnte», sagt Ming und ergänzt: «Es gibt drei Möglichkeiten, wie man zusammenarbeiten kann: Man tut es gemeinsam, das wäre ideal. Man macht nichts, das wäre nicht gut. Oder man arbeitet gegen eine Lösung, das ist inakzeptabel.» Letzteres war aus seiner Sicht der Fall.

Aussprache führt zur Demission

Namen nennt er keine. Fakt aber ist, dass letzte Woche eine Aussprache stattgefunden hat. Mit Markus Ming, Sekretärin Kasi Sollberger und vier Personen, die nicht dem Vorstand des BSV angehören: Erich Thoma, Präsident der Gönnervereinigung, Ehrenmitglied Sepp Kuster, U-19-Trainer Benno Lussi und Goalietrainer Kurt Mathis. Der Strategie­wechsel und die Finanzierung des zukünftigen Trainers der ersten Männer-Mannschaft, der generelle Mangel an Übungsleitern, die sinkenden Zuschauerzahlen, der fehlende sportliche Erfolg – «das alles drückt auf die Stimmung. Es läuft nicht, wie wir uns das vorstellen. Deshalb wollten wir eine Auslegeordnung machen», erklärt Thoma. Er verrät, dass man in der Aussprache nicht vom Fleck gekommen sei. Thoma betont aber auch: «Wir haben keinen Druck ausgeübt und schon gar keinen Rücktritt gefordert. Der Vorstand steht in der Verantwortung, wir nehmen keinen Einfluss auf seine Arbeit.»

Druck hin, Einfluss her – zumindest das Vertrauen in seine Arbeit hat Markus Ming von einflussreichen Personen nicht mehr gespürt und daher trotz einstimmiger Unterstützung im Vorstand demissioniert. Ming, der nach eigenen Angaben bis zu 30 Stunden wöchentlich in den BSV investiert hat, schien sich am Ende aufgerieben zu haben. Hinter vorgehaltener Hand wird ihm vorgeworfen, dass er sich aufgrund der Vakanz des Sportchefs zu viel Arbeit aufbürdete und sich mit kritischen Voten eher schwertat. Mirko Funke zog daraus seine Konsequenzen, indem er für das Amt des Sportchefs absagte. «Mit Markus Ming hat eine für mich sehr wichtige Ansprechperson aufgehört», erklärt Funke, der sich aber bereiterklärt, bis Ende Saison Trainer zu bleiben, sofern man dies wolle.

Zwei Ex-Präsidenten werden aktiv

Im Vorstand sind derweil zwei Task-Forces gegründet worden. Die eine widmet sich unter der Leitung des Technischen Leiters Thomas Wagner den präsidialen Aufgaben, wie etwa der Suche nach einem neuen Präsidenten und einem Sportchef. Die andere kümmert sich um die Trainersuche und die Gespräche mit den Spielern und wird von Finanzchefin Isa Kuster geführt. Unterstützt werden sie von den beiden erfah­re­nen Ex-Präsidenten Erich Thoma (1993–1998) und Sepp Kuster (1998–2008). Thoma sagt, zur Zukunft befragt: «Wir wollen nach vorne schauen. Zunächst wird es etwas holpern, doch wir zeigen den Mitgliedern mit unserem Engagement, dass es weitergeht.»

Stephan Santschi

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