HANDBALL: «Gute Antwort» bringt keine Punkte

20:26-Niederlage gegen Thun – trotz Steigerung verlieren die Stanserinnen auch das dritte Spiel des Jahres. Die Situation im Abstiegskampf spitzt sich zu.

Stephan Santschi
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Die Stanserin Flavia Kuster beim Abschluss: Sie musste viel auf der linken Seite aushelfen. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 21. Januar 2017))

Die Stanserin Flavia Kuster beim Abschluss: Sie musste viel auf der linken Seite aushelfen. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 21. Januar 2017))

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Ralf Stojan war nach Spielschluss bemüht, die positiven Aspekte herauszustreichen. «Wir haben gegen ein Top-4-Team mithalten können, und das nicht nur während zehn Minuten. Die Mädels haben eine gute Antwort auf zwei recht schlechte Leistungen gegeben. Darauf können wir aufbauen», sagte der Stanser Trainer. 20:26 unterlag seine Auswahl am Samstag zu Hause den Thunerinnen, nachdem man bereits die ersten SPL1-Partien des Jahres in Kreuzlingen (21:25) und Basel (19:25) verloren hatte. Diese Niederlagen in Duellen mit direkten Konkurrenten im Abstiegskampf waren weitaus schmerzhafter gewesen, «das Team war mit dem Kopf jeweils nicht beim Spiel», stellte Stojan fest.

Gegen RW Thun war vieles also wieder besser. Die Körpersprache, die Beweglichkeit und die Aggressivität in der Abwehr zeigten von Beginn weg, dass sich die Nidwaldnerinnen steigern wollten. Und doch gerieten sie gegen die Gäste aus dem Berner Oberland früh ins Hintertreffen – nach 12 Minuten lautete das Skore bereits 3:8. Das lag am ungenügenden Auftritt im Angriff, vor allem Flavia Kuster reihte Fehler an Fehler, was ihr aber nur bedingt vorgeworfen werden konnte. Die routinierte Flügelspielerin musste aufgrund der personellen Probleme im linken Aufbau aushelfen. Doch dazu später mehr.

Beeindruckend war danach, wie sich die Stanserinnen ins Spiel zurückkämpften. Angeführt von Topskorerin Barbara Schiffmann und Goalie Daniela Kaiser, die nach schlechtem Start vermehrt Präsenz markierte, glichen sie das Geschehen bis zur 22. Minute wieder aus (9:9). Die Angriffe wurden etwas variabler vorgetragen, Überzahlsituationen konsequent ausgenutzt, auch Gegenstösse funktionierten nun. Zur Pause stand es 11:11, und als Stans in der 38. Minute sogar erstmals in Führung ging (15:14), schien es an der Überraschung zu schnuppern. Allerdings sollte es das einzige Mal bleiben, dass die Nidwaldnerinnen vorne lagen.

Bis zur 46. Minute und dem Stand von 17:17 bewegten sie sich immerhin noch auf Augenhöhe mit Thun, dann verliessen sie zusehends die Kräfte. Womit wir wieder bei den personellen Problemen wären: Mit Nadja Fellmann, Lea Krummenacher und Gina Perlangeli muss der BSV derzeit wegen Verletzungen auf drei Leistungsträgerinnen verzichten. Die 5:1-Deckung mit der starken Melanie Achermann als vorgestellter Verteidigerin funktionierte gut, kostete aber auch viel Energie. Und die fehlte dann im Angriff, wo es ohne Perlangeli und Fellmann ohnehin schon an Qualität und Alternativen mangelte.

Der Trainer sagt die Angriffe an

Trainer Stojan sagte nun an der Seitenlinie sogar die Angriffe an, um sein Team zu unterstützen. Trotzdem gelang im Positionsangriff nicht mehr viel, die 6:0-Defensive der Thunerinnen blockte viele Würfe, die Konzentrationsmängel wurden eklatanter und mündeten schliesslich in eine recht deutliche 20:26-Niederlage. «Schade, am Ende kann in der Tabelle jedes Tor entscheidend sein», ärgerte sich Stojan. Der Vorsprung auf Schlusslicht Basel beträgt nach dem Fehlstart ins Jahr 2017 nur noch zwei Punkte. Der Abstiegskampf spitzt sich zu.

Stans - Thun 20:26 (11:11)

Eichli. – 135 Zuschauer. – SR Castiñeiras/Zwahlen. – Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Stans, 4-mal 2 Minuten gegen Thun. – Stans: Kaiser (1); Muff (1), Schiffmann (7/4), Seerup (3), Kuster (3), Grandjean (1), Achermann (2); Kretz (2), Kadric, Schardt. – Thun: Korenic/Peronino; Jordi (2), Berger (5), Zumstein (1), Ferfolja (6), Ganz (4), Hostettler (4), Wyer (2); Schmied (2/2), Leuthold, Marjanac. – Bemerkungen: Stans ohne Perlangeli, Krummenacher, Fellmann (alle verletzt). Schiffmann wirft Penalty neben das Tor (20./7:9).