HANGRUTSCH: Keine erhöhte Gefahr trotz starkem Regen

Die Hänge in Sarnen und Beckenried rutschen weiterhin: Experten behalten die Lage im Auge.

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Die Lage im Rutschgebiet am Bodenberg bei Beckenried ist unverändert. (Bild: PD/Turi Käslin)

Die Lage im Rutschgebiet am Bodenberg bei Beckenried ist unverändert. (Bild: PD/Turi Käslin)

Im Rutschgebiet Hintergraben bei Stalden konnte trotz der intensiven Regenfälle der letzten Tage kein beschleunigter Abgang des Erdreichs festgestellt werden. Der Hang bewege sich täglich mit rund 10 Zentimetern talabwärts, sagt Gemeinderat Jürg Berlinger auf Anfrage. Die Verwerfungen seien von blossem Auge sichtbar: «Die Strasse sieht immer schlimmer aus.» Sie werde nur noch rudimentär aufrechterhalten.

Sepp Kathriner auf dem Bauplatz für das neue Zuhause. Hinter seinem Rücken und dem Hügel liegt die Gefahrenzone. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
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Bild: Pius Amrein / Neue LZ
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Bild: Gemeinde Sarnen
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Bild: Corinne Glanzmann / Neue OZ
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Der Kernbereich der Rutschung rot, das Notstandsgebiet gelb. (Bild: PD)

Sepp Kathriner auf dem Bauplatz für das neue Zuhause. Hinter seinem Rücken und dem Hügel liegt die Gefahrenzone. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Besonders die Anrissstelle gelte es, im Auge zu behalten. Grössere Steine lösten sich und drohten den Abhang hinunter zu rollen. «Der Baustellenverkehr und die Betroffenen vor Ort sollen das Gebiet aufmerksam beobachten», mahnt Berlinger. Richtig schnell könnten die Steine aber nicht werden, da der Hang nicht steil genug sei und im Bereich Brend ein Graben quasi als Auffangtrichter diene.

Holz wird ausgeflogen

Die Lage im Rutschgebiet am Bodenberg bei Beckenried ist unverändert: «Der Hang bewegt sich mit rund 15 bis 20 Zentimetern am Tag», erklärt Gemeinderat Urs Christen. Wohnhäuser oder das darunterliegende Dorf befänden sich ausser Reichweite der aktuellen Abbruchzone. Betroffen ist vielmehr der Lielibach: Um zu verhindern, dass dieser durch mitrutschende Bäume verstopft wird und das Geschiebe nicht mehr abtransportieren kann, wird die betroffene Flanke abgeholzt. «Der Helikopter stand den ganzen Tag im Einsatz und flog das Holz aus», so Christen.

Mit Helikopter werden im Rutschgebiet des Lielibachs in Beckenried Baumstämme ausgeflogen. (Bild: Christian Perret)
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Im Gebiet Bodenberg oberhalb Beckenried sind Bachsperren am Lielibach durch den ständigen Druck ramponiert worden. Die treppenartigen Verbauungen sind für die Stabilisierung des Bachs verantwortlich. (Bild: Christian Perret)
Auf einer Breite von rund 20 Metern seien die Erdmassen über 50 Meter tief in den Lielibach abgerutscht. (Bild: Turi Käslin / PD)
Dabei sind auch darauf stehende Bäume mitgerissen worden. (Bild: Turi Käslin / PD)
Die aktuelle Abbruchzone befindet sich nicht in unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern (Bild: Turi Käslin / PD)
Thomas Käslin beim Aufräumen (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Thomas Käslin von der Gemeinde Beckenried misst die Risse auf der Strasse aus.Die Strasse wurde nach links gedrückt. Das Schotterstück musste eingesetzt werden um die weggerutschte Strasse wieder mit der eigenlichen Strasse zu verbinden. Thomas Käslin von der Gemeinde Beckenried misst die Risse auf der Strasse aus. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Thomas Käslin von der Gemeinde Beckenried und der Gemeinderat Urs Christen (rechts) begutachten die Risse, welche sie ausmessen und in der Karte vermerken. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Im Gebiet Bodenberg oberhalb von Beckenried ist ein Hang am Abrutschen. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ
Im Garten vom Hans Häfliger hat der Hangrutsch platten verschoben und gehoben. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ
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Bild: Keystone
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Betroffene Häuser im Gebiet Bodenberg. (Bild: Keystone)
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Rot eingekreist der Hang, der in Bewegung ist. (Bild: zvg)
Das Gebiet erstreckt sich von der Bachsohle des Lielibaches über das Gebiet Vorder Kisti bis zum Staldiwald. (Bild: zvg)

Mit Helikopter werden im Rutschgebiet des Lielibachs in Beckenried Baumstämme ausgeflogen. (Bild: Christian Perret)

Am meisten Sorgen bereitet dem Gemeinderat jedoch die Arbeitssicherheit. Der Hang könne jederzeit abfahren, meint Christen. Die Arbeiten würden unter erhöhter Beobachtung ausgeführt. Auch seien alle Arbeiter mit Funkgeräten ausgerüstet. Das Ausholzen werde in den nächsten Tagen fortgeführt – mit Luftunterstützung.

Christoph Riebli