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Hans Wicki: «Meine Fraktion kennt meine Kompetenzen»

Für seine mangelnden Französischkenntnisse und fehlenden Visionen setzte es für Hans Wicki mediale Seitenhiebe ab. Der Nidwaldner Ständerat bleibt gelassen – und sieht seine Aussenseiterrolle innerhalb der FDP als Chance.
Interview: Oliver Mattmann
Ein nachdenklicher Hans Wicki. Kritik wegen seines Französisch nimmt er aber gelassen. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Stans, 17. Oktober 2018))

Ein nachdenklicher Hans Wicki. Kritik wegen seines Französisch nimmt er aber gelassen. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Stans, 17. Oktober 2018))

Tag 1 nachdem Hans Wicki (54) in Stans vor versammelter Medienschar bekannt gegeben hat, bei den Bundesratswahlen am 5. Dezember antreten zu wollen. Der FDP-Ständerat ist am Telefon in aufgeräumter Stimmung. Und wirkt gefasst wie immer, auch wenn einige Medien seine verunglückte Antwort auf die Frage nach seinen Französischkenntnissen – er versuchte zuerst französisch zu antworten, verhaspelte sich aber und musste auf Deutsch wechseln – genüsslich ausschlachteten und ihm zudem vorwarfen, gar keine Visionen fürs Land zu haben. Im Interview mit unserer Zeitung nimmt der Hergiswiler Stellung dazu.

Hans Wicki, der Rummel um Ihre Person war gross am Mittwoch. Wie haben Sie geschlafen?

Ich habe wie immer hervorragend geschlafen. Natürlich war ich am Mittwoch etwas angespannt, schliesslich hat man nicht alle Tage eine solche Botschaft zu verkünden. Aber eine gesunde Anspannung gehört dazu.

Sie sind nun dem rauen Wind der nationalen Medien ausgesetzt. Auch in sozialen Medien hat man sich über Ihre bescheidenen Französischkenntnisse lustig gemacht. Wie gehen Sie damit um?

Ich habe in den vergangenen zwanzig Jahren vor allem aus beruflichen Gründen mein Englisch gebraucht, da ist das Schulfranzösisch auf der Strecke geblieben. Aber das kann man aufholen mit «Learning by Doing».

Kritik wurde auch laut, weil Sie auf die Frage von Journalisten nach Ihren Visionen für die Schweiz auf später vertrösteten. Ein Kandidat ohne klare Vorstellungen für die Zukunft seines Lands dürfte kaum wählbar sein.

Selbstverständlich habe ich meine Vorstellungen, wie die Schweiz ihre Zukunft gestalten soll. Dies im Rahmen der ersten Pressekonferenz im Plenum zu erzählen, ist aus meiner Optik der falsche Ort, sondern eine Aufgabe, die ich gerne bei den Hearings bei den anderen Parteien wahrnehmen werde. Die Nidwaldner und meine Parteikollegen wissen, dass ich mich für bestmögliche Rahmenbedingungen für die Schweiz einsetze, der Staat nicht auf Kosten der Wirtschaft wachsen soll, oder dass mir eine koordinierte Verkehrsplanung und eine intakte Landesverteidigung wichtig sind.

Aussenstehende geben Ihnen im Rennen gegen FDP-Kronfavoritin Karin Keller-Sutter wenig Kredit. Können Sie damit leben?

Ja, für mich ist es kein Problem, aus der zweiten Reihe ins Rennen zu gehen. Ganz im Gegenteil.

Was meinen Sie damit?

Ich stehe weniger unter Druck und im Rampenlicht als meine Parteikollegin. Sie ist national bekannter als ich. Dies hat den Vorteil, dass ich mein Profil in der Öffentlichkeit noch schärfen kann. Das Feld von hinten aufzurollen hat auch seinen Reiz, die Pole-Position zu verteidigen indes kann mitunter anspruchsvoller sein.

Das Beste für Sie wäre, wenn sich die freisinnige Fraktion Mitte November für mindestens ein Zweier-Ticket entscheiden würde. Wagen Sie eine Prognose?

Ich weiss, dass meine Fraktion meine Kompetenzen kennt und meiner Kandidatur Respekt entgegenbringt. Ich bin überzeugt, dass sie den richtigen Entscheid treffen wird, wie sie in die Wahl steigen soll. Ich schaue diesem Entscheid beruhigt entgegen und werde ihn akzeptieren, wie auch immer er ausfällt.

Wie wollen Sie Ihre Parteigenossen davon überzeugen, auch auf Sie zu setzen bei der Bundesratswahl?

Meine Kollegen in Bern wissen, dass ich einen grossen Teil vom Anforderungsprofil abdecke, das die FDP herausgegeben hat. Ich bringe einen anständigen Erfahrungsrucksack mit und habe in der Vergangenheit bewiesen, dass ich grosse Herausforderungen anpacken und bewältigen kann.

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