HANSJAKOB ACHERMANN: Er machte die Geschichte zugänglicher

Staatsarchivar Hansjakob Achermann geht in Pension. Unermüdlich und beharrlich hat er auf ein benutzerfreundliches Archiv hingearbeitet.

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Hansjakob Achermann hat 33 Jahre lang die Geschicke des Nidwaldner Staatsarchivs geprägt. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Hansjakob Achermann hat 33 Jahre lang die Geschicke des Nidwaldner Staatsarchivs geprägt. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Staatsarchivar Hansjakob Achermann hat sich immer gehütet, zu forsch auf politischem Parkett für seine Anliegen zu kämpfen. Und trotzdem: Er ist der Reformer in Person. Diese Haltung legte er bereits während seines Studiums in der bewegten Zeit der 68er-Generation an den Tag. «An Demonstrationen nahm ich damals schon teil», räumt er ein, «doch im Vergleich zu unserer geordneten Landsgemeinde schienen mir diese Veranstaltungen recht chaotisch.»

«Ein Sprung von der Steinzeit ins 21. Jahrhundert»
Als Achermann 1975 seine Stelle im Staatsarchiv antrat, war dieses in einem «vernachlässigten Zustand». Sein Vorgänger habe zwar mit Elan und ansehnlichem Resultat die Nidwaldner Familiengeschichte erforscht. «Doch das bis an den Rand gefüllte Archiv war ungeordnet und es fehlte ein Verzeichnis der eingelagerten Schriften.» Fleissig begann er im damaligen Gebäude an der Mürgstrasse 12 zu sortieren, beschriften und in ein Verzeichnis zu überführen, um dann Kiste um Kiste in die bis zu vier Meter hohen Regale des Magazins zu stopfen.

Parallel dazu begann er in der Verwaltung für eine vernünftige Lösung des Staatsarchivs und für die gesetzlich vorgeschriebene Einlagerung aller Regierungsakten zu hausieren. Allerdings gabs zuerst Zwischenlösungen und «Rückschläge», bis der Neubau mit seinem vor Feuer und Wasser bautechnisch abgesicherten Magazin an der Stansstaderstrasse 1998 bezogen werden konnte. Mit der heutigen Lösung ist er sehr zufrieden. «Das war ein Sprung von der Steinzeit ins 21. Jahrhundert», fügt er mit einem Schmunzeln hinzu.

Die Geschichte Nidwaldens bleibt Achermann erhalten
Ab 1998 packte er auch die Digitalisierung des Archivs an: «Mit den Findmitteln des Computers können wir unsere Besucher effizient bedienen.» Er wünscht seinem Nachfolger, dem 36-jährigen Emil Weber, dass er die rasante Entwicklung hin zu einem elektronischen Archiv gut über die Bühne bringt.

Inhaltlich hat er sich seit seinem Stellenantritt als Staatsarchivar von seinem Lieblingsthema, der Kulturgeschichte des Barocks, hin zur Lokalgeschichte Nidwaldens bewegt. Der pensionierte Staatsarchivar will sich bald weiter mit der Geschichte Nidwaldens befassen und «standardisierte Aussagen der Geschichtsschreibung» unter die Lupe nehmen.

Urs Rüttimann

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Nidwaldner Zeitung.